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Donauwörth

14.08.2020

Freibad Donauwörth: Zeitplan der Sanierung steht auf der Kippe

Das Freibad Donauwörth wird 2020 saniert. Es entsteht ein neues Atttraktionsbecken, Spaßrutschen und ein neuer Kleinkinderbereich.
Bild: Barbara Wild

Plus Eigentlich soll das Freibad in Donauwörth am 1. Mai 2021 wiedereröffnen. Doch eine Idee könnte das jetzt ins Wanken bringen.

Normalerweise tummeln sich an solchen Tagen bis zu 3000 Badegäste im Freibad am Schellenberg. Kinder würden sich vom Sprungturm fallen lassen und es im Becken ordentlich spritzen lassen, während sich andere in der prallen Sonne, aber dafür mit gigantischem Ausblick, auf dem Handtuch ausstrecken.

Doch an diesem Tag mit 32 Grad ist alles anders. Statt freudigem Kindergeschrei herrscht Stille. Es ist Vermessungstag auf der Großbaustelle. Nachdem die Abrissbagger und der Großmeißel vom Nichtschwimmerbecken nichts mehr übrig gelassen haben, geht es jetzt darum, die neuen Becken zu bauen. Dafür wird noch mal nachgemessen.

Badleiter Robert Blaschek überwacht die Baustelle

Kaum zu glauben, dass in etwas mehr als acht Monaten das neue Freibad in Donauwörth wieder eröffnen soll und bis dahin drei unterschiedliche Rutschen, ein größeres Nichtschwimmerbecken mit Strömungskanal und ein zweigeteiltes Kinderbecken sowie ein Spielbach und eine Splash-Arena gebaut und in Funktion sein sollen. Badleiter Robert Blaschek, der aktuell nicht die Badegäste, sondern die Baustelle überwacht und seine Badelatschen in Sicherheitsschuhe getauscht hat, ist die Schnittstelle zum Bauamt. Er sagt: „Wir sind gut im Zeitplan.“

Bildergalerie:

Wie ein Mahnmal ragt der Zehn-Meter-Sprungturm über die Großbaustelle des Donauwörther Freibades am Schellenberg. Eisenstützen halten die verschiedenen Betonpfosten, damit der Turm auch nach der Sanierung gerade steht.
17 Bilder
So sieht es auf der Baustelle des Freibads Donauwörth aus
Bild: Barbara Wild

Doch jetzt gibt es eine Diskussion im Stadtrat, die diesen Zeitplan aushebeln könnte. Auch der Eingangsbereich des Freibades soll nun gleich mitsaniert werden. Bisher war das nicht vorgesehen. Doch angesichts der enormen Aufwertung des Bades erscheint es den Stadträten unpassen, dass Badegäste beim Betreten der Anlage durch den etwas maroden und vor allem aus der Zeit gefallenen Kassenbereich eintreten sollen. „Jetzt haben wir dann so ein tolles Bad, aber der Eingangsbereich schaut schrecklich aus“, ist das Fazit von Bürgermeister Josef Reichensberger, der aktuell im Rathaus das Sagen hat. Deshalb wird jetzt im Bauamt gerechnet, was denn die Sanierung des Eingangsbereichs kosten würde. Ein Ferienausschuss soll dann darüber entscheiden. Denn es geht nicht nur ums Geld, sondern auch um die Tatsache, dass sich dann die Bauzeit bis Juni oder Juli ausdehnen würde. „Aber dann wäre das Bad auch wirklich fertig“, sagt Reichenberger. Zumal er auch darauf hinweist, dass in Corona-Zeiten ein normaler Freibadbetrieb eh nicht möglich sei. „Wir könnten also diese besonderen Zeiten nutzen und zudem auch Kosten sparen, weil die Baustelle nicht ein zweites Mal eingerichtet werden muss.“

Das Springerbecken ist derzeit eine pure Betonwanne

Bis die Entscheidung gefallen ist, gibt es auf dem Schellenberg aber eh noch viel zu tun. Der erste Blick des Baustellenbesuchers fällt sofort auf den Sprungturm. Zehn Meter hoch ragt er über die Baugrube. Jeder einzelne Betonpfeiler wird von Stahlpfosten abgestützt, das Springerbecken ist eine pure Betonwanne, an deren Oberkante die Stahlseile in die Luft ragen. Von dort aus blickt man auf ein Schwimmerbecken, in dem noch das Wasser der letzten Badesaison steht. Da alle Technik abgeschaltet ist, hat sich das Wasser grün verfärbt.

Auf der untersten Ebene dann Kieswüste. Die Rutsche ist abgerissen. Wo sich einst das Nichtschwimmerbecken und die angrenzenden Liegewiesen befanden, haben die Bagger nichts mehr übrig gelassen. 13000 Tonnen Schutt hat sich hier getürmt. Erich Keller, stellvertretender Badleiter, hat mitgezählt: Pro Tag haben 40 Tonner elf Ladungen Schutt weggefahren. „Das ging schier endlos“, berichtet er und zeigt auf einen Kiesberg. Ein Brocken schimmert blau in der Sonne – es sind die letzten Bruchstücke des Nichtschwimmerbeckens.

In den kommenden Wochen geht es an den Kanalbau und die Feinplanierung für die Becken, die dann in einer Betonwanne aufgebaut werden. Blaschek: „Dann kann man das neue Freibad schon erahnen.“

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