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Landkreis Donau-Ries

10.03.2020

Fünf Männer sterben 2019 im Kreis durch Drogen

Ein Beispiel dafür, dass es in der Region viele Drogen gibt: In Donauwörth entdeckte die Polizei im Vorjahr eine Cannabisplantage in einem Gewächshaus. Hier das sichergestellte Material.
Bild: Polizei

Plus Die Zahl der Straftaten im Landkreis Donau-Ries sank 2019 leicht, dennoch hatte die Polizei viel Arbeit. Dies lag auch an mehreren schwerwiegenden Fällen.

Eines stellt Kripo-Chef Michael Lechner abseits aller Statistiken klar: „Wir leben in Nordschwaben in einer sicheren Region.“ Gewisse Delikte, wie zum Beispiel Vergewaltigungen im öffentlichen Bereich, kämen in den Landkreisen Donau-Ries und Dillingen, für welche die Dienststelle zuständig ist, so gut wie gar nicht vor. Auch die Zahl der Einbrüche durch osteuropäische Banden sei stark gesunken. Dies spiegelt sich ein Stück weit in den Kriminalitätszahlen wider, die das Polizeipräsidium Schwaben Nord in dieser Woche veröffentlicht hat.

5072 Straftaten im Kreis Donau-Ries

Demnach registrierten die Gesetzeshüter im Donau-Ries-Kreis im vorigen Jahr 5072 Straftaten – ein leichter Rückgang im Vergleich zu 2018. Rechnet man die Verstöße nach dem Aufenthalts- und Asylverfahrensgesetz ab, ist dem Präsidium zufolge der Rückgang (minus fünf Prozent auf 3689 Fälle) sogar deutlich.

Nichtsdestotrotz hatte die Polizei im vorigen Jahr „viel zu tun“, so Lechner. Großen Anteil daran hatten einige schwerwiegende Fälle. Dazu gehörten der Macheten-Angriff eines Mannes auf seine Eltern in Monheim, die Messer-Attacke eines Afrikaners auf ein Ehepaar in Donauwörth, ein Raubüberfall auf eine Tankstelle in Rain und eine Rauschgift-Razzia in Dillingen, bei der kiloweise Stoff beschlagnahmt wurde.

Fünf Männer sterben 2019 im Kreis durch Drogen

In der Region sind "richtig Drogen da"

Nicht nur diese Aktion habe gezeigt, dass in der Region „richtig Drogen da sind“. 19 größere Verfahren verzeichnete die Kripo in diesem Bereich. In Nordschwaben seien 2019 zudem acht Menschen an den Folgen des Rauschgiftkonsums gestorben, fünf davon im Landkreis Donau-Ries. Dort handelte es sich ausschließlich um Männer. Die waren zwischen 27 und 44 Jahre alt. Allein schon aus diesem Grund widme die Polizei der Szene die entsprechende Aufmerksamkeit: „Wir beobachten das intensiv.“

Permanent ein Thema seien betrügerische Anrufe, gerade bei älteren Menschen. Mal meldeten sich die Täter als vermeintliche Enkel, die Geld brauchen, mal geben sie sich als Polizisten aus und wollen die Opfer dazu nötigen, Geld oder Wertsachen zu übergeben. Glücklicherweise hätten sich diese Maschen herumgesprochen, schildert der Kripoleiter: „Die Bevölkerung ist nicht darauf reingefallen. Die Leute reagieren absolut richtig.“

Internet-Kriminalität nimmt zu

Den Verantwortlichen der Polizeiinspektionen (PI) in Donauwörth und Rain fiel im Vorjahr vor allem dieses auf: Die Internet-Kriminalität hat weiter zugenommen. Thomas Scheuerer, Leiter der PI Donauwörth, berichtet von zahlreichen Opfern, die über das Internet eine Ware bestellt und bezahlt, aber nicht bekommen haben. Die Ware sei oft spottbillig und die Käufer ließen sich davon blenden.

Regelmäßig erscheinen bei der Inspektion auch Bürger, die – meist bei Aufenthalten im Ausland – ihre Kreditkarte genutzt haben. Von diesen fischten Betrüger Daten ab und kauften damit woanders ein.

Pikante Betrügereien im Netz

Häufig zu beobachten sei auch eine pikante Variante der Betrügereien über das Internet: Männer gerieten bei ihrem Verlangen, Kontakte zu Frauen zu bekommen, an Erpresserbanden. Soll heißen: Der Mann erhält erotische Bilder der angeblich an ihm interessierten Dame, lässt sich dazu verleiten, auch von sich solche Fotos zu machen und zu versenden – und kriegt dann die Antwort: „Jetzt will ich Geld, sonst mache ich das öffentlich.“

Inzwischen seien mehrere Beamte der PI Donauwörth ausschließlich damit beschäftigt, die Internet-Fälle abzuarbeiten. Ralf Schurius, Chef der PI Rain, teilt mit, dass in ihrem Zuständigkeitsgebiet auch einigen Personen das Handwerk gelegt worden sei, die Ware im weltweiten Netz in betrügerischer Absicht anboten und abkassierten. Auffällig sei, dass die Zahl der Diebstähle deutlich sank. Klassische Einbrüche durch Banden habe es im vergangenen Jahr im Rainer Bereich überhaupt nicht gegeben.

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