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Genderkingen

12.04.2019

Genderkingen investiert Millionen für eine neue Kläranlage

Die Kläranlage in Genderkingen funktioniert zwar noch solide, ist aber nicht mehr zeitgemäß. Daher soll eine neue gebaut werden.
Bild: Manuel Wenzel

Die Gemeinde Genderkingen packt ein Millionenprojekt an. In rund einem Jahr sollen die Arbeiten beginnen. Zuvor sind jedoch noch einige offene Fragen zu klären – vor allem finanzielle.

Das Schild an der Einfahrt verrät bereits das Problem. „Kläranlage Genderkingen, erbaut 1977 - 1978“ ist dort zu lesen. Nach rund 40 Jahren funktioniert die Anlage laut Bürgermeister Roland Dietz zwar noch und erfüllt die Anforderungen, zeitgemäß sei sie allerdings nicht mehr. Obendrein laufe die Genehmigung für den Betrieb nur noch bis Ende des kommenden Jahres. Daher soll in Genderkingen eine neue Kläranlage gebaut werden. Das beauftragte Ingenieurbüro stellte nun dem Gemeinderat drei Varianten vor.

Szenario eins sieht, wie bisher, eine Tropfkörperanlage vor – nur eben in einer deutlich moderneren Ausführung. Möglichkeit zwei ist eine biologische Anlage. Die dritte denkbare Option sieht vor, dass das gereinigte und gefilterte Abwasser mittels einer unterirdischen Druckleitung in die Donau gelangt.

Baukosten sind sehr unterschiedlich

Während sich die Betriebskosten bei allen drei Modellen in etwa die Waage halten, gehen die Baukosten doch ein gutes Stück auseinander. Am günstigsten käme der Tropfkörper mit einer geschätzten Investitionssumme von 2,3 Millionen Euro, Variante drei würde mit rund drei Millionen Euro zu Buche schlagen. Der Bau der biologischen Anlage dürfte wohl 3,4 Millionen Euro kosten. „Über eine Million Euro Differenz: Das ist schon eine Hausnummer“, sagt Dietz.

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Die Gemeinde müsste das Großprojekt aber nicht alleine stemmen, erklärt der Rathauschef. In Verträgen aus den 1970er-Jahren sei festgelegt, dass sich der Zweckverband Wasserversorgung Fränkischer Wirtschaftsraum (WFW) wegen des Wasserschutzgebiets in Genderkingen an einem solchen Projekt beteiligt. „Wir haben die Pläne komplett an den WFW zukommen lassen. Dort wird nun geprüft, welche Variante zu welchem Teil bezuschussbar ist“, erklärt Dietz.

Bürger müssen wohl mitzahlen

Angesichts der derzeit im Raum stehenden Kosten könnte sich die Investition mit einer prozentualen Unterstützung aus Franken für die Kommune deutlich reduzieren. „Wir müssen aber noch abwarten, was genau die Antwort sein wird.“

Dem Bürgermeister zufolge muss die neue Anlage natürlich den aktuellen technischen Anforderungen genügen, gleichzeitig darf die Bevölkerung finanziell aber nicht übermäßig belastet werden. „Das muss alles für den Einzelnen auch bezahlbar sein, die soziale Komponente darf nicht außen vor gelassen werden.“

Ob von den Bürgern in diesem Zuge später einmal nur Verbesserungsbeiträge erhoben werden oder auch die Grundgebühr erhöht wird (bei dann dementsprechend niedrigeren Verbesserungsbeiträgen), sei derzeit noch offen. Die Entscheidung hierüber müsse der Gemeinderat zu einem späteren Zeitpunkt treffen.

Die Ausschreibung für die Kläranlage soll im Winter über die Bühne gehen, Dietz liebäugelt mit einem Baubeginn im Frühjahr 2020. Bereits im Vorfeld hatte es Gespräche mit dem Wasserwirtschaftsamt Donauwörth gegeben, das sich mit allen drei Möglichkeiten anfreunden könne, so Dietz. Ausgelegt wird die neue Anlage für 1800 Einwohner, das sind 550 mehr, als derzeit angeschlossen sind. Der Standort bleibt derselbe wie bisher.

Bei Stromausfall muss die Anlage trotzdem laufen

Das Ingenieurbüro hat auch ein Notstromaggregat in die Kostenrechnung mit aufgenommen. „Falls es mal zu einem längeren Stromausfall kommt wie zuletzt in Wemding und es obendrein ein Gewitter mit Starkregen gibt, dann könnte das ein Problem für die Kläranlage werden“, sagt Dietz. Für ein fest installiertes Aggregat werden demnach weitere 230000 Euro fällig, für ein mobiles rund 100000. „Natürlich sind das Mehrkosten, weswegen wir im Gemeinderat darüber diskutieren müssen. Für die Bevölkerung wäre es aber vielleicht ein Stück mehr Sicherheit.“

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