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Rain

28.01.2017

Gerechtigkeit im Lechgebiet

Nur eine von zahlreichen großen Investitionen des Landkreises im Lechgebiet: das Kreis-Seniorenheim in Rain.
Bild: Archivfoto: Barbara Wild

 Landrat Rößle äußert sich zu Vorwürfen, er würde den südlichen Kreis bei Investitionen benachteiligen. Zudem sorgt er sich um die Zukunft unserer Gesellschaft

Immer wieder werden an Landrat Stefan Rößle – wie er sagt – Vorwürfe herangetragen, er würde den südlichen Landkreis, was Investitionen betrifft, ungerecht behandeln. Um sich dieser Kritik zu stellen, kam er am Donnerstagabend nach Rain. Bezogen auf die Landkreisaufgaben fragte er: „Wo sehen Sie Defizite? Wo wird das Lechgebiet benachteiligt?“ Bevor er jedoch den 27 Zuhörern das Wort erteilte, bekräftigte er seine Argumente mit einem Manuskript, das den Ist-Zustand des Landkreises positiv darstellte.

Schon das Deckblatt formuliert mit Schlagworten, was die Prämisse im Inhalt aussagt: „Donauries Herzlich willkommen Glückstreffer“. Das Donau-Ries habe momentan einen Art Ausnahmestatus. Nicht viele Landkreise stünden so gut da. Seit 2002 seien über eine Viertel Milliarde Euro investiert worden und dennoch weise der Haushalt keine Schulden mehr auf. Dadurch müssten derzeit auch kein Darlehen getilgt und Zinsen bezahlt werden. „Ich bin selber baff. Wir haben das alles geschafft“, sagte Rößle und erklärte Details einer erfolgreichen Politik, die auch Krisen meisten musste.

In Erinnerung sei vor allem die roten Zahlen, die das gemeinsame Kommunalunternehmen (gKU) belasteten. Noch immer sei es ein Abenteuer für den Landkreis, sich drei Krankenhäuser zu leisten. Wie schneidet nun bei all diesen Erfolgen das Lechgebiet ab? Allein der Neubau des Schulzentrums in Rain spricht mit 45 Millionen Euro für sich. „Es ist das größte Bauvorhaben, das derzeit läuft“, betonte Rößle. Während seiner Zeit als Landrat wurde die Schule bereits vier Mal erweitert. Über zehn Millionen Euro flossen in das neue Seniorenheim in Rain und 1,8 Millionen kostete der Wertstoffhof, der neu errichtet wurde. Dazu kommen noch einige Projekte im Rainer Umland.

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Es schien, als hätten diese Zahlen die Argumente der Kritiker entkräftet, denn große Probleme äußerte nach Rößles Rede niemand. So würde das Autokennzeichen Nö den Landkreis nun, zumindest optisch, wieder trennen. „40 Jahre haben wir versucht diesen zu einen“, meinte der ehemalige Rainer Stadtrat Alfred Hackenberg. Auch Rößle sei davon kein Freund. Aber der Staat habe die Möglichkeit geschaffen und „die Kreisräte, die dagegen gestimmt hätten, hätten es nicht leicht gehabt.“ Auch der Anschluss an den Augsburger Verkehrsverbund sei den Bürgern wichtig, die an der Landkreisgrenze wohnen.

Es wisse, wie wichtig dieses Thema sei, doch stehe es noch zur Entscheidung an. Es gebe ein Für und Wider. Freilich würden vor allem Arbeitnehmer von der Busverbindung profitieren. Dagegen spräche aber, dass der Landkreis Schüler verlieren könnte. „Wir bauen ein Schulzentrum für viel Geld und Schüler orientieren sich dann vielleicht nach Meitingen“, verdeutlichte Rößle. Emotional wurden mehrere Zuhörer beim Thema Windräder. Er wisse, dass sich viele Bürger beschweren, aber auch dazu stünden noch Entscheidungen und Urteile aus. Der Landkreis werde in dieser Angelegenheit die Sorgen der Bürger weiterhin ernst nehmen und Details dazu juristisch aufarbeiten. Angesichts dieser relativ geringen Probleme, die es im Donau-Ries aktuell gebe, macht Rößle etwas ganz anderes große Sorgen.

„Was ist, wenn dieser nahezu unmenschliche Wahlkampf, den Donald Trump führte, zu uns kommt?“, fragte er. Er sei stolz, auf die faire Diskussion dieses Abends. Es dürfe nicht zu solchen Auswüchsen wie in den USA kommen und um das zu verhindern, müsse jeder der Verantwortung trägt, alles richtig machen.

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