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Gesundheit

09.02.2015

Grippe oder nur ein grippaler Infekt? Die Symptome sind ähnlich

Eine Grippe – oder nur ein grippaler Infekt? Die Symptome sind ähnlich, doch eine handfeste Grippe ist erheblich gefährlicher. Sie kommt schlagartig und mit voller Wucht.
Bild: Tobias Kleinschmidt dpa

Grippaler Infekt oder doch die echte Grippe? Die Symptome sind ähnlich, doch eine echte Grippe ist deutlich gefährlicher.

„Die Grippe hat mich erwischt“, das haben in diesem Winter wohl viele gehört oder selbst schon beklagt. Bei dem Auf und Ab der Temperaturen seit Winterbeginn ist das auch kein Wunder. In den vergangenen zwei Wochen etwa sind die Patientenzahlen wegen grippalen Infekten oder auch Magen-Darm-Krankheiten nochmals extrem angestiegen, teilt der Sprecher der Hausärzte in der Region, Dr. Michael Mertin, mit. Solche grippalen Infekte weisen zwar ähnliche Symptome auf wie die echte Grippe (Influenza), sind aber lange nicht so gefährlich.

Grippe-Welle: Die Influenza beginnt meist mit heftigem Husten

„Es fällt auf, dass viele erst im neuen Jahr erkranken. Anfang Februar hilft eine Impfung leider eher weniger“, sagt Mertin. Wer sich aber im vergangenen Herbst hat impfen lassen, sei geschützt. Die meldepflichtige Influenza erkennt man laut Gesundheitsamt Donauwörth an der Heftigkeit: „Die echte Grippe kommt schlagartig mit voller Wucht, ohne tagelanges Kränkeln. Es setzt sofort ein heftiger Husten ein“, sagt Amtsärztin Dr. Christiana Lang. Auch die anderen Symptome wie Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen stellen sich schnell ein. Den Behörden werden die Grippefälle gemeldet, die unabhängig von Symptomen eindeutig mit Labortests nachgewiesen sind. Das sind im Landkreis seit Jahresbeginn acht. Wenn eine Grippewelle hereinbricht, hat das oft viele Arbeitsausfälle in Betrieben zur Konsequenz, und Schulen wie Kindergärten sind spärlich besucht.

Die Ludwig-Auer-Schule Donauwörth war in den vergangenen Wochen von einigen Ausfällen wegen Erkältungen oder Magen-Darm-Grippe belastet, wie Schulleiter Werner Freißler berichtet. In manchen Klassen mit etwa 20 Schülern fehlten teilweise bis zu sieben Schüler. Die ausgefallenen Lehrkräfte konnten aber vertreten werden, sodass es keine Unterrichtsausfälle gab. „Es ist schon eine große Belastung, aber zum Glück überschaubar. In den vergangenen Tagen war schon eine Besserung zu bemerken“, sagt Freißler.

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Influenza: Impfung im Oktober sinnvoll

In der Grundschule Fünfstetten und Gosheim fehlten zwar keine Lehrer, wie die Schulleiterin Stefanie Fuß sagt, aber von insgesamt 88 Schülern konnten in Fünfstetten wegen starker Erkältung 15 Kinder nicht zum Unterricht kommen. In Gosheim waren es sechs. Es bestehe aber in der Region weiterhin kein Grund zur Annahme einer Eskalation, so Amtsärztin Lang. Mit der rechtzeitigen Impfung kann man sich entsprechend schützen. Allerdings komme der Impfstoff nicht gegen Viren an, die bereits mutiert und damit gegen bestimmte Stoffe resistent seien.

Auch hier könne man sich nur an den vergangenen Jahren orientieren: „Der aktuelle Impfstoff deckt 90 Prozent aller bis zu Beginn der Grippeperiode im Oktober aufgetretenen Infektionsmöglichkeiten ab“, erläutert die Ärztin. Dazu gehören auch die bis dato gefundenen Viren-Mutationen. Damit widerspricht sie beispielsweise einer amerikanischen Studie, wonach der saisonale Impfstoff nicht besonders gut auf die aktuellen H3N2-Viren abgestimmt sei.

Es gibt aber auch positive Beispiele. Im katholischen Kindergarten St. Marien in Huisheim zum Beispiel sind nur ein paar Kinder wegen der üblichen „Rotznasen“ im Winter nicht anwesend. Echte Grippefälle mussten hier nicht gemeldet werden. Der städtische Kindergarten Donauwörth blieb bis jetzt auch weitgehend verschont. „Es fehlen zu dieser Jahreszeit immer ein paar Kinder wegen Erkältungen oder Scharlach, aber eine richtige Grippewelle ist das nicht“, sagt die Leiterin Gabriele Vaas.

Grippe: Medikamente sollten von Ärzten bestimmt werden

Generell besteht ein erhöhtes Risiko für einen schweren Grippeverlauf bei geschwächtem Immunsystem – also bei chronischen Erkrankungen, Stoffwechselstörungen, Diabetes, Patienten mit Chemotherapie oder Schwangeren. Im Alter von über 60 Jahren gilt eine Grippeimpfung generell als empfehlenswert. In der Regel lässt man sich im Oktober impfen. Die Grippezeit umfasst auch noch den März. „Eine Impfung im Januar kann also noch helfen, da der Impfstoff nach zwei Wochen wirkt“, sagt Amtsärztin Lang. Wenn allerdings schon Symptome aufgetreten sind, ist es zu spät für die Impfung. „Auf gar keinen Fall darf man sich impfen lassen, wenn man bereits Fieber hat“, warnt Lang. Generell sei präventives Handeln empfehlenswert, dass man sich zum Beispiel häufig die Hände wäscht und Taschentücher nur einmal benutzt.

Medikamente gegen Grippe müssen vom Arzt individuell bestimmt und verabreicht werden. Kauft man in der Apotheke Medikamente zur Bekämpfung der Symptome wie Husten oder Gliederschmerzen, sollte man bei Mitteln mit Mehrfachwirkung vorsichtig sein, damit man nicht etwa fiebersenkende Stoffe einnimmt, ohne überhaupt Fieber zu haben. (mit hum)

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