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Rain

31.07.2020

Grundschule Rain: Es bleibt beim quaderförmigen Baukörper

Die alte Johannes-Bayer-Grundschule in Rain – 1972 in Betrieb genommen – soll abgerissen werden. Über die Gestaltung des Neubaus gibt es noch immer nicht letzte Klarheit.
Bild: Würmseher

Um keine neuen Verzögerungen in Kauf zu nehmen und aus Überzeugung stimmte der Zweckverband jetzt für die geplante Form. Ein Antrag sollte das Thema noch einmal auf den Prüfstand bringen.

Der Grundschulzweckverband Rain hat sich in seiner Sitzung am Mittwoch mehrheitlich dafür ausgesprochen, keine weiteren Verzögerungen beim Neubau der Johannes-Bayer-Grundschule zu riskieren. Mit diversen Umplanungen der ursprünglichen Architekten-Idee und weiteren Anpassungen, um Kosten einzusparen, verzögert sich der Abbruch des Altbaus ohnehin schon um mindestens ein Dreivierteljahr. Unter anderem hatten die Planer auf Anregung der Verwaltung vom ursprünglichen L-förmigen Körper des Schulhauses Abstand genommen und einen lang gezogenen Bau in Form eines Quaders in ihrer Planung weiter verfolgt.

Kostenschätzung derzeit bei 18,9 Millionen Euro

Genderkingens Bürgermeister Leonhard Schwab hatte nun im Vorfeld der Sitzung den Anstoß dazu gegeben, die Form der Schule noch einmal zu überdenken. Auslöser für seinen Antrag ist die Kostenschätzung, die im jetzigen Planungsstadium 3 bei rund 18,9 Millionen Euro liegt, aber wohl nach Einschätzung Beteiligter nicht zu halten ist.

Für Bürgermeister Schwab ist es „unverständlich, warum diese Kosten so explodiert sind“. Er sprach sich dafür aus, die entstandene Wartezeit dafür zu nutzen, „eine Kostenvergleichssituation zwischen der L-Form und der geraden Form herzustellen“. Schwab wollte Gewissheit dafür bekommen, dass die L-Form nicht vielleicht doch die kostengünstigere Variante ist.

Die Grundschule Rain bekommt ein neues Gebäude. Das jetzige stammt von 1972 und ist marode.
Bild: Barbara Würmseher

Diese Gewissheit zu bekommen, würde allerdings Geld kosten, so ein Einwand der Verwaltung. Geld, das der Grundschulzweckverband letztendlich zusätzlich und unnötig ausgeben würde. Denn um vergleichbare Zahlen nebeneinander stehen zu haben, müsste das beauftragte Münchner Architekturbüro Hirner und Riehl zwei volle Entwurfsplanungen erstellen, von denen dann letztlich nur eine umgesetzt würde. Die zweite Planung wäre verloren und mit ihr das ausgegebene Geld.

"Die Entscheidung ist bereits gefallen"

Rektor Erich Hofgärtner, vom Gremium um seinen Standpunkt gebeten, sprach sich gegen ein nochmaliges Umschwenken auf die L-Form aus. „Ich denke, die Entscheidung ist bereits gefallen“, erklärte er. „Um die grundsätzliche Entscheidung nochmals in Frage zu stellen, sind wir zu spät dran.“ Die erneute Planung und Berechnung der L-Form sei ein „enormer Aufwand“.

Der Altbau der Rainer Grundschule stammt aus den 70er Jahren. Er soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Foto: Barbara Würmseher
Bild: Barbara Würmseher

Dieser Auffassung schlossen sich Bürgermeister und Grundschulzweckverbandsvorsitzender Karl Rehm und die Ausschussmitglieder Claudia Marb, Wolfgang Janson und Niederschönenfelds Zweite Bürgermeisterin Sibylle Hafner an. Claudia Marb: „Wir sind in der Planung schon so weit, für mich gibts jetzt kein Zurück mehr.“ Karl Rehm bezog sich auf die Erkenntnisse der Bauverwaltung: „Ich glaube, ein in der Grundfläche rechteckiger Baukörper ist von der Konstruktion her auf jeden Fall nicht teurer, als ein Winkelkörper. Das haben die Ausarbeitungen unserer Verwaltung ergeben.“ Sybille Hafner: „Das ist von langer Hand gut geplant, wir müssen es jetzt zu einem guten Ende bringen.“

Mit den beiden Gegenstimmen von Bürgermeister Leonhard Schwab und dem Ausschussmitglied Martin Strobl wurde die Fortführung des geraden Baukörpers beschlossen.

Pyramidenstümpfe sind beschlossen

Weitere Beschlüsse bezogen sich auf die Außenmauer (Ziegel) und auf die Pyramidenstümpfe über den so genannten Marktplätzen. Das sind Freiräume zwischen den Klassenzimmern, die in einer Ganztagsschule auch der Aufenthalts- und Wohnqualität dienen. Die Pyramidenstümpfe sind trichterförmige Dachkonstruktionen, die Atmosphäre herstellen, für Oberlicht sorgen und die Strenge des lang gezogenen Baukörpers in seinem äußeren Erscheinungsbild auflockern. „Schule ist schließlich immer mehr auch Lebensraum und keine Kaserne“, gab Erich Hofgärtner zu bedenken. Martin Strobl hingegen sprach sich für ein Pultdach aus, das ebenfalls viel Licht und Lebensraum schaffen würde, aber laut den Architekten über 100000 Euro günstiger wäre. Mit der Gegenstimme von Martin Strobl votierte das Gremium schließlich für die Pyramidenstümpfe über den Marktplätzen.

Weitere gestalterische Details – etwa die Deckenkonstruktion der Aula – sollen im September beschlossen werden. Dazu holt sich der Zweckverband dann nochmals den Architekten zur Sitzung dazu.

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