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Wirtschaft

06.08.2020

Harburg: Märker investiert 100 Millionen Euro

Für die Firma Märker in Harburg sollen neue Zeiten beginnen. Sie investiert 100 Millionen Euro in einen neuen Zementofen. Beim Spatenstich waren die Geschäftsführer Gerlinde Geiß und Maximilian von Pückler-Märker, Ellen Märker, Landrat Stefan Rößle, Harburgs Zweiter Bürgermeister, Werner Heller, und der technische Leiter des Märker-Werkes in Harburg, Reinhold Ackermann´(von links).
Bild: Barbara Wild

Plus Die Bauarbeiten für den neuen Zementofen im Werk in Harburg haben begonnen. Erstmals nennt das Unternehmen die Größenordnung der Investition. Was nun auf der Baustelle passiert.

Die Firma Märker in Harburg hat am Donnerstag den Spatenstich für die größte Investition in der Firmengeschichte begangen. 100 Millionen Euro steckt der Hersteller und Lieferant von Zement als Baustoff in einen neuen Ofen. Das Projekt soll den 1974 gebauten Zementofen ersetzen und damit zum neuen, modernen Herzstück des Werkes am Fuße der Harburg werden. Zur Anlage gehört auch ein 115 Meter hocher Wärmetauscherturm, der die Silhouette der auffälligen Produktionsstätte prägen wird. In nur zwei Jahren soll Ofen 8, der achte der 130-jährigen Firmengeschichte, den Betrieb aufnehmen.

Auf der bereits eingerichteten Baustelle ist noch nichts davon zu erahnen, dass hier in wenigen Monaten bis zu 200 Ingenieure und Facharbeiter speziell für das Märker-Werk gefertigte Anlagen hochziehen werden. Die Bedeutung der Baustelle zeigt nicht nur die Anwesenheit der Seniorchefin Ellen Märker, die nach wie vor mit großem Interesse die Entwicklung des Familienbetriebes verfolgt und sogar zum Spaten greift. „Ich kann mich noch erinnern, wie wir Ofen 7 gebaut haben“, sagt sie beim Baustellentermin mit Blick auf die Silos und den stetig rotierenden mächtigen Ofen.

Neben ihr steht Landrat Stefan Rößle, der das Bauprojekt zur Chefsache erhoben hat. Das Landratsamt ist mit der Genehmigung der Anlage betraut und muss den ungewöhnlich umfangreichen Vorgang sauber abwickeln. Doch natürlich gibt es auch vonseiten der Politik Interesse, dass ein Betrieb wie Märker weiter investieren kann und zudem sehr hohe Umweltstandards umsetzt.

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Eigene Ausfahrt von der B25 geschaffen

Für die Laufzeit der Baustelle durfte das Unternehmen eigens eine Aus- und Einfahrt der direkt am Baustellengelände vorbeiführenden B25 realisieren. In drei Wochen soll die aktuell noch im Bau befindliche Ausfahrt freigegeben werden, sobald die letzte Teerschicht aufgebracht ist. Dann können hier der Verkehr und die Schwerlastlieferungen für den Bau des Zementofens laufen. „Wir hoffen allerdings, dass auch in Zukunft diese Ausfahrt erhalten bleibt. Das wäre für Harburg und für unseren Betriebsablauf ein Gewinn“, sagt Geschäftsführer Maximilian von Pückler-Märker beim Spatenstich. Dann nämlich könnten die charakteristischen, orangenen Märker-Lkws direkt auf die Bundesstraße 25 abbiegen, ohne nochmals die Schleife über das Stadtgebiet zu nehmen. Das Staatliche Bauamt will allerdings erst nach Ende der Baustelle darüber entscheiden, ob die Ausfahrt bestehen bleiben kann.

Bereits vor wenigen Tagen hat eine Spezialfirma aus Schrobenhausen mit ersten Arbeiten für das Fundament begonnen. 200 Bohrpfähle mit einem Durchmesser von 1,20 Meter und einer Tiefe von 20 Metern werden gefertigt. Bis für die auf der Bundesstraße vorbeifahrenden Beobachter etwas von dem neuen Ofen zu sehen ist, wird es wohl bis zum Jahreswechsel dauern.

Der rund 89 Meter lange Zementofen ist das Herzstück des Märkerwerks in Harburg. Der bestehende Ofen ist seit 1974 in Betrieb. Nun soll direkt daneben „Ofen 8“ entstehen – ein Mega-Projekt für das Unternehmen und die Region. 

Der neue Drehofen wird kürzer als der bisherige, der bei einer Temperatur von 1460 Grad gemahlenen Kalkstein zu Klinker brennt. Der ist das Grundmaterial für Zement. Der Turm des Wärmetauschers wird höher, dafür aber schlanker. Und auch in Sachen Umweltschutz sollen neue Maßstäbe gesetzt werden. Der neue Ofen wird bei gleichbleibender Produktionsmenge Ressourcen schonen, denn er braucht deutlich weniger Brennstoff. Derzeit werden zum Beispiel noch Reifen, Altholz und nicht recyclefähiges Plastik verbrannt. Pro Jahr könnten laut Pückler-Märker 60000 Tonnen CO2 eingespart werden – das entspricht der Menge, die 15000 Ölheizungen in Privathaushalten pro Jahr in die Luft blasen. „Das Projekt bringt für alle Beteiligten Vorteile: für unsere Mitarbeiter, für unsere Kunden, für die Bürger in Harburg und im Landkreis und für die Umwelt“, fasst es Pückler-Märker zusammen. Die Investition in eine tragfähige Zukunft des Betriebes sei ein Bekenntnis für den Standort Harburg mit aktuell 340 Mitarbeitern. Insgesamt sind in der Unternehmensgruppe rund 700 Personen beschäftigt.

„Wir sind uns bewusst, dass uns großes Vertrauen entgegengebracht wird. Wir werden dem gerecht werden“, so sein Bekenntnis.

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