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Donauwörth

12.11.2018

Hepatitis C: Jetzt sind es 50 Infizierte

An der Donau-Ries Klinik hat ein Arzt Patienten mit Hepatitis C angesteckt.
Bild: Stefan Puchner, dpa

Die Zahl der positiv auf den Hepatitis C-Erreger Getesteten steigt weiter. Inzwischen wurden auch Ärzte und Klinikpersonal des Donauwörther Krankenhauses untersucht.

Von 1286 angeschriebenen Patienten des Krankenhauses Donauwörth sind bisher nach 875 Rückmeldungen 50 Personen positiv auf den Hepatitis C-Erreger getestet. Das entspricht einer Quote von 5,7 Prozent. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) liegt die Zahl der an Hepatitis C Infizierten in Deutschland jährlich bei 0,3 Prozent. Wie das Landratsamt mitteilt, wurde bei allen zwölf bisher vom RKI überprüften Blutproben aus Donauwörth der Genotyp 3 des Hepatitis C-Erregers festgestellt. Auch die Subtypen waren identisch. Andere Genotypen wurden nicht festgestellt.

Nicht alle positiv getesteten Patienten benötigen wochenlange Therapie

Die positiv Getesteten sollen nun bezüglich einer Therapie über ihren Hausarzt Kontakt zu einem Hepatitis erfahrenen Internisten aufnehmen. Nicht alle Hepatitis C positiven Patienten benötigen die wochenlange und kostenintensive Therapie. In rund 30 Prozent der Fälle sind Spontanheilungen möglich und nach jetzigem Kenntnisstand des Gesundheitsamts wohl auch hier in Einzelfällen schon erfolgt.

Die Ergebnisse der Antikörper-Suchtests sind aussagefähig. Zusätzliche Untersuchungen sind bei negativem Antikörpersuchtest nicht nötig, weil die Operationen länger als sechs Monate zurückliegen. Die Antikörperbildung ist nach diesem Zeitraum in den allermeisten Fällen abgeschlossen. „Anderslautende, Verwirrung stiftende Mitteilungen einer privaten Initiative in einem lokalen Presseartikel waren nicht korrekt und entsprachen nicht den Leitlinien“, so Dr. Rainer Mainka, Leiter des Gesundheitsamts.

Fast alle Beschäftigten der Chirurgie und Anästhesie wurden untersucht

Bekanntlich haben sich auch ehemalige Patienten der Donau-Ries-Klinik auf Hepatitis C testen lassen, die nicht vom Gesundheitsamt als konkrete Verdachtspersonen angeschrieben worden waren. Sollte es bei ihnen positive Antikörpertests geben, sind laut Gesundheitsamt weitere Tests notwendig. Werden andere Genotypen als der Typ 3 gefunden, kann ein Zusammenhang mit dem jetzigen Fall ausgeschlossen werden.

Im Krankenhaus Donauwörth wurden mittlerweile fast alle im fraglichen Zeitraum tätigen Beschäftigten der Chirurgie und Anästhesie untersucht. Niemand von ihnen ist infiziert. Ausschließlich der verdächtige Anästhesist ist betroffen. (DZ)

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