Newsticker

Städte- und Gemeindebund fordert Ausweitung der Maskenpflicht in Deutschland
  1. Startseite
  2. Lokales (Donauwörth)
  3. Hochwasser in den Griff kriegen

21.07.2010

Hochwasser in den Griff kriegen

Hochwasser in den Griff kriegen

Donauwörth Mit seinen vielen Flüssen und Bächen ist die Große Kreisstadt als "hydrologisch anspruchsvoll" einzustufen. Gleichzeitig bedeutet dies auch, dass das Hochwasser immer eine latente Gefahr für die Stadt und ihre Häuser darstellt. Hatte man 1994 nach Abschluss der von Dr. Alfred Böswald initiierten Hochwasserfreilegung guten Glaubens gedacht, damit eine Jahrhunderte alte Geißel entschärft zu haben, so muss man sich jetzt eines Besseren besinnen. Damals noch als Schutz vor einem 1000-jährigen Hochwasser apostrophiert, würden die Dämme und Deiche heute nicht einmal mehr die 100-jährlichen Wassermassen zurückhalten. Eine Nachbesserung ist unumgänglich.

Bereits im Juni 2008 fasste daher der Magistrat den grundsätzlichen Beschluss, dass die Stadt für sich und ihre Ortsteile beim Wasserwirtschaftsamt (WWA) Donauwörth Planungen zur Durchführung eines Hochwasserschutzes beantragt. Ende Mai 2009 wurde dann die dafür notwendige Planungsvereinbarung geschlossen.

Diese Planungen wurde vom WWA zusammen mit dem Ing.-Büro aquasoli (Traunstein) bearbeitet. Verschiedene Abstimmungsgespräche zwischen der Behörde und der Stadtverwaltung fanden statt und im Ausschuss wurde wiederholt, zuletzt Anfang Dezember 2009 über den aktuellen Sachstand informiert.

Wegen des Besuches von Ministerpräsident Horst Seehofer im Landkreis wegen des Überschwemmungsgebietes in Rettingen (Mitte März diesen Jahres) konnte die Bearbeitung nicht fortlaufend erfolgen. Andererseits gab die Änderung des Bayerischen Wassergesetzes mit daraus resultierenden möglichen Rechtssituation für die Kreisstadt Anlass zur Aktion, unter anderem bei einem Termin von OB Armin Neudert im Umweltministerium in München Anfang Februar. In der Sitzung des Magistrats sagte der Oberbürgermeister, dass "sich durch die Anpassung der Wassergesetze, auch mit möglichen Maßnahmen im Zusammenhang mit der Hochwassersituation in Rettingen, keine Verschlechterung für Donauwörth ergibt".

Hochwasser in den Griff kriegen

Ein erstes Zwischenergebnis legte nun Gudrun Seidel, Bauoberrätin im WWA Donauwörth vor, wobei sie eingangs ihrer Ausführungen betonte, dass man inzwischen bei dem 100-jährlichen Hochwasser (HQ 100) einen 15-prozentigen Klimaanpassungsfaktor hinzuaddieren müsse. Dieser sei verbindlich festgelegt und könne nicht ignoriert werden.

Es gebe, wie mehrfach berichtet, fünf hochwassergefährdete Bereiche: Innenstadt, Auchesheim, Nordheim, Zusum und Weichselwörth. Zu den Planungsanforderungen zählten: Schutzbauwerke, Bemessungsabfluss, Binnenentwässerung, Erhalt der natürlichen Überchwemmungsgebiete/Retentionsräume sowie die die Festlegung, dass durch die Maßnahmen "keine Nachteile für die Ober-, Unter- und Seitenanlieger entstehen" dürfen.

Bei den bisherigen Berechnungen, so Seidel, "wählten wir die ungünstigste Variante, um den bestmöglichen Schutz zu bewerkstelligen". Nehme man dieses Szenario - Bemessungsabfluss für Donau, Riedstrom und Wörnitz ist 1668 m3/s - schwappe das Wasser über die bestehenden Deiche. Nun habe man für das Szenario die Donau aufgeweitet und die Flutmulden aktiviert - was eine deutliche Verbesserung brachte. "Die Folge ist, dass nur eine geringe Erhöhung der Deiche erforderlich ist".

Wie viel dies im Detail sein werde, könne sie zum momentanen Stand der Planung nicht sagen. Aber an den Schutzbauten an der Wörnitz in der Innenstadt werden es vermutlich mindestens 75 Zentimeter sein. Für kleinere und daher häufiger auftretende Hochwasser sei der vorhandene Schutz noch wirksam, beruhigte Seidel.

Einstimmige Entscheidung

Nach diversen Wortmeldungen der Fraktionen und Gruppen (siehe eigenen Bericht) mahnte schließlich OB Neudert an: "Wir wollen keine unnötige Verzögerung." Einstimmig wurde deshalb entschieden, dass das Wasserwirtschaftsamt weiter machen und im Herbst konkrete Vorlagen unterbreiten soll ...

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren