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Geburtstag

09.11.2019

Hommage an Ernst Steinacker

Diese Künstler gestalteten ein besonderes Gedenken: (von links) Barbara Wolf, Marcus Prügel, Annette Steinacker-Holst, Bernd Fischer, Conny Pfau und Alois Sailer.
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Diese Künstler gestalteten ein besonderes Gedenken: (von links) Barbara Wolf, Marcus Prügel, Annette Steinacker-Holst, Bernd Fischer, Conny Pfau und Alois Sailer.

Mit einem besonderen Kulturevent wird dem Bildhauer und Maler gedacht, der dieser Tage 100 Jahre alt geworden wäre

Die Kirche St. Ulrich in Rudelstetten war voll besetzt und hell erleuchtet, um die dort geschaffenen Werke des Künstlers Ernst Steinacker im Kirchen- und Altarraum gut sichtbar zu machen. Pfarrer Cäsperlein begrüßte die vielen Besucher, die gekommen waren, um die vom 3-Klang-Ensemble gestaltete Hommage an Ernst Steinacker, der am 6. November 100 Jahre geworden wäre, mitzuerleben.

Der Stellvertreter des Landrats, Hermann Rupprecht, stellte das Leben des bekannten Bildhauers und Malers Ernst Steinacker vor und schilderte ihn als einen der großen Söhne der Stadt Wemding und des Landkreises. Er hinterließ mannigfache Werke, die nicht nur in seiner Heimat, sondern deutschlandweit zu sehen sind. Für sein Oeuvre erhielt er unter anderem den Preis der Schönen Künste in München (1966), das Bundesverdienstkreuz (1990), den Wolfram-von-Eschenbach-Preis (1997) und 1999 den Rieser Kulturpreis.

Das 3-Klang-Ensemble mit der Sängerin Conny Pfau und der Künstlerin Annette Steinacker-Holst begann vor vier Jahren eine Projektreihe, in der Musik, Lichtprojektionen und Literatur zusammengeführt werden und verschmelzen. Das Ensemble setzt Themen wie „Angel Eyes“, „Zeit und Ewigkeit“, „Zeit der Begegnung“ und „Let’s come together“ in den Fokus. Nun entstand diese Hommage an den großen Künstler Ernst Steinacker.

Anschließend wurde der Kirchenraum verdunkelt und es erschien ein künstlerisch gemaltes Auge, das den gesamten Chorraum in Farbe tauchte. Der Saxofonist Bernd Fischer und der Pianist Marcus Prügel stimmten dazu passend ein schwebendes Jazzstück an. Die Sängerin Conny Pfau gab der Veranstaltung ihre Stimme. Aus ihrem großen Repertoire sang sie meisterhaft Stücke aus den Bereichen Jazz, Gospel und Blues, bevor sie in die Tagebuchseiten von Ernst Steinacker mit ihrer melodisch, aber auch kräftigen Stimme das Publikum auf das Leben des Künstlers einstimmte. „Bildhauer reifen langsam. Sie fallen nicht wie reife Frucht vom Baum. Zäh und ausdauernd beginnen sie einen Kampf mit der Materie und haben ihn dauernd zu bestehen.“

Ein Erlebnis aus dem Krieg, den er in Stalingrad durchlebte, wurde eindrücklich und grausam geschildert: „Sie wollen mich erschießen. Aber Sie können es nicht! Ich habe im Leben noch einen Auftrag! Ich habe meinen Engel bei mir!“

Ein rot aufgewühltes Landschaftsbild von Annette Steinacker-Holst verkleidete den Altarraum in eine dramatische Szene, während später ein großer, von Steinacker gemalter Engel wie aus dem Nichts auftauchte: Es folgte das Gedicht „Warum“ von Alois Sailer, der Zeitgenosse und langjähriger Freund Ernst Steinackers war. Bezirksrat Peter Schiele bedankte sich aufs Herzlichste bei den Künstlern für diese Gedenkstunde, die das Leben und Werk Ernst Steinackers näherbrachte. „Wir sind stolz, in unserem Landkreis und Bezirk so einen großen Künstler zu haben.“ Er selber hatte ihn in seiner unverwechselbaren Art kennengelernt. „Es ist eine Ehre, viele seiner Werke im Landkreis und im Kunstmuseum Donau-Ries beheimatet zu wissen.“ (dz)

Am morgigen Sonntag, 10. November, findet in der Wallfahrtsbasilika um 10 Uhr ein Gedenkgottesdienst statt und um 15 Uhr im Kunstmuseum Donau-Ries eine Führung durch die Sonderausstellung „100 Jahre Ernst Steinacker“. Auf Schloss Spielberg, Gnotzheim, findet um 14.30 und 15.30 Uhr ein Diavortrag von Leonhard und Veit Steinacker statt.

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