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Bahn

09.04.2014

ICE auf der Streichliste

Wenn in absehbarer Zeit weniger ICE-Züge über Augsburg fahren, dann könnte auch Donauwörth betroffen sein.
Bild: Wolfgang Widemann

Mehrere Verbindungen über Augsburg sollen wegfallen, weil die Strecke über Ingolstadt wieder stärker ausgelastet werden kann. Auch Donauwörth betroffen?

Von Wolfgang Widemann und Stefan Krog

Donauwörth/ Augsburg Die Bahn will das Angebot an ICE-Verbindungen von München über Augsburg in Richtung Nürnberg beziehungsweise Würzburg wieder zusammenstreichen. Fünf ICE-Zugpaare sollen künftig wieder über Ingolstadt statt über Augsburg fahren. Das bestätigte die Bahn auf Anfrage. Pendler und Reisende aus Nordschwaben stellen sich die Frage, ob auch Halts in Donauwörth davon betroffen sein werden. Die Bahn mag dazu derzeit keine konkreten Aussagen machen.

Das Unternehmen lässt die Züge seit drei Jahren während der Bauarbeiten an der Ingolstadt-Strecke über Augsburg fahren. Damit reagierte die Bahn auch auf Proteste aus der Region. Wirtschaft und Politiker beklagen seit Jahren die Streichung von ICE-Verbindungen Richtung Berlin und Hamburg, nachdem die Staatsregierung sich für die Führung der Schnellzugtrasse über Ingolstadt stark gemacht hatte. Die Bahn wollte den Verbleib der umgeleiteten Verbindungen vom Fahrgastaufkommen in Schwaben abhängig machen. „Diese fünf Züge sind nicht so gut ausgelastet, dass es wirtschaftlich vertretbar wäre, sie weiter über Augsburg zu schicken“, so Klaus-Dieter Josel, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn in Bayern. Viele Reisende seien lieber in Nürnberg umgestiegen, als den Umweg über Augsburg zu fahren. Nachdem die Bauarbeiten auf der Ingolstadt-Strecke so weit fortgeschritten seien, dass man dort wieder mehr Züge fahren lassen könne, werde man Verkehr zurückverlagern. Beantragt ist dies für den Fahrplanwechsel im Dezember 2014.

ICE auf der Streichliste

„Eine schnelle Strecke und einen schnellen Zug. Das bevorzugen die Fahrgäste. Dies hat sich deutlich gezeigt“, so Josel. Allerdings sollen die fünf Zugpaare, also jeweils fünf Züge je Richtung, nicht schon mit dem nächsten Fahrplanwechsel komplett gestrichen werden, da bei Ingolstadt weiterhin gebaut wird.

Der bayerische Verkehrsminister Joachim Herrmann bezeichnete die Folgen der Bahn-Pläne als „deutliche Verschlechterung“ für die überregionale Anbindung von Schwaben. Machen kann der Freistaat in der Angelegenheit wenig, weil er nur den Nahverkehr verantwortet, nicht aber den Fernverkehr.

Er habe die Bahn aber aufgefordert, das jetzige Angebot aufrechtzuerhalten, so Herrmann. Wenn 2017 in Ostdeutschland eine neue Schnellfahrstrecke in Betrieb genommen werde, sei diese die Chance, die Nordanbindung Augsburgs im Zuge einer Neuordnung des Fernverkehrs neu zu konzipieren, so Herrmann. Um Umsatzverluste im Fernverkehrsgeschäft zu kompensieren, so Herrmann, müsse die Bahn an der Qualität ihrer Verbindungen arbeiten.

IHK: Anschluss an andere bayerische Großstädte ist wichtig

Auch von der Industrie- und Handelskammer regt sich Protest. Es sei einerseits von Anfang an klar gewesen, dass die Verlagerung zeitlich beschränkt sei, so IHK-Hauptgeschäftsführer Peter Saalfrank. Gleichzeitig seien gute Verkehrsanbindungen für den Wirtschaftsstandort nötig. Man müsse in Gespräche mit Politik und Bahn treten. Abgesehen von den Verbindungen in den Norden seien die ICE auch wichtig, um Augsburg und Nordschwaben an die anderen bayerischen Großstädte München und Nürnberg anzubinden. Augsburg soll laut Bahn auch nach Wegfall der fünf Zugpaare elf ICE-Verbindungen in Richtung Nürnberg mit Weiterfahrt nach Berlin oder Hamburg haben. Inwieweit Donauwörth von den Verlagerungen betroffen sein könnte, lässt die Bahn offen.

Auf eine entsprechende Anfrage des Landtagsabgeordneten Wolfgang Fackler (Donauwörth) hin antwortete Josel: „Aktuell ist noch keine finale Aussage möglich, welche Zugpaare in welcher Zeitlage von der Veränderung betroffen sind.“ Gleiches verlautete auch aus der Pressestelle gegenüber der DZ. Inwieweit bereits im Dezember überhaupt Änderungen anstehen, werde sich wohl erst im Herbst entscheiden, ist von der Bahn zu hören.

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