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Landkreis Donau-Ries

19.08.2020

In Holzheim, Münster und Teilen der Stadt Rain wird das Trinkwasser teurer

Die Abwassergebühren in Osterberg und Weiler steigen.
Bild: Anne Wall

Plus Die Wasserversorgung der Thierhauptener Gruppe, die unter anderem Holzheim und Münster sowie Teile Rains versorgt, plant teure Investitionen. Das hat Folgen.

Große personelle Veränderungen hat es auf der konstituierenden Verbandsversammlung des Zweckverbands zur Wasserversorgung der Thierhauptener Gruppe gegeben, die in Heimpersdorf stattfand. Bestätigt in seinem Amt wurde hingegen Thierhauptens Bürgermeister Anton Brugger, der den Zweckverband als Vorsitzender anführt. Das war aber nicht die einzige Neuigkeit auf der Versammlung.

Dem Zweckverband zur Wasserversorgung der Thierhauptener Gruppe (WZV) gehören neben Thierhaupten auch die Gemeinden Baar, Holzheim, Münster, Echsheim und Pöttmes an. Sogenannter Wassergast ist Stadt Rain, die teilweise (Bayerdilling, Etting, Wächtering, Hagenheim und Wallerdorf) auch versorgt wird.

Das Leitungsnetz der Thierhauptener Gruppe ist 15 Kilometer lang

Das Leitungsnetz in seinem Einzugsbereich ist circa 15 Kilometer lang, es sind fast 3000 Grundstücksanschlüsse registriert. Nach der Kommunalwahl im vergangenen März konstituierte sich der WZV neu und fasste auf der Verbandsversammlung den Haushalt 2020 und weitere wichtige Beschlüsse, damit die Versorgungssicherheit weiterhin gewährleistet bleibt.

Ohne Gegenkandidat wurde Thierhauptens Bürgermeister in seinem Amt als Vorsitzender des WZV bestätigt. Für den scheidenden stellvertretenden Vorsitzenden Robert Ruttmann (vormals Bürgermeister in Holzheim) wurde der neue Bürgermeister von Münster, Jürgen Raab, gewählt. Die 29 von 31 möglichen anwesenden Verbandsräte bestimmten ferner den achtköpfigen Verbandsausschuss und bestimmten einen neuen Rechnungsprüfungsausschuss, dem Daniel Roßkopf aus Münster vorsteht.

Ex-Bürgermeister aus Holzheim und Münster werden verabschiedet

Nach vielen Jahren großen Engagements wurden mit einer Ehrenurkunde und einem kleinen Präsent Alois Arzberger (30 Jahre Tätigkeit, aus Echsheim), Baars früherer Bürgermeister Leonhard Kandler (36 Jahre), Gerhard Pfitzmaier (vormals Bürgermeister Münster, zwölf Jahre) und Robert Ruttmann (vormals Bürgermeister Holzheim, 30 Jahre) verabschiedet.

Vorsitzender Anton Brugger (rechts) und sein neuer Stellvertreter Jürgen Raab (links) verabschiedeten die Verbandsausschussmitglieder Leonhard Kandler, Alois Arzberger, Gerhard Pfitzmaier und Robert Ruttmann (von links).
Bild: Braun

Im Lagebericht ging Anton Brugger auf das größte und teuerste Projekt des Verbands in der jüngeren Vergangenheit ein: der Neubau des Tiefbrunnens in der Nähe des Wasserhauses in Thierhaupten. Für diesen Brunnen, der aus einer Tiefe von 142 Metern rund 30 Liter Wasser in der Sekunde fördern soll, fallen Gesamtkosten in Höhe von 1,165 Millionen Euro an. Eine teure Angelegenheit wird auch die Sanierung des Hochbehälters in Neukirchen, wo bislang erst der erste Bauabschnitt abgeschlossen werden konnte.

Wasserzweckverband beauftragt externes Büro mit der Kalkulation

Weitere Maßnahmen wie die Erneuerung der Rohrleitungen und Armaturen, eine Neubeschichtung der Wasserkammern sowie Elektro- und Sanitärinstallationsarbeiten kosten nach aktuellen Schätzungen rund 800000 Euro. Aufgrund dieser und weiterer Maßnahmen mahnte Brugger, dass es nicht versäumt werden dürfe, Reserven zu bilden. Für 2020 sind laut Haushalt 816000 Euro neue Schulden geplant. Der Schuldenstand zum 31. Dezember wird voraussichtlich 1,445 Millionen Euro betragen, wenn alle Investitionen umgesetzt werden.

Eine teure Angelegenheit wird die Sanierung des Hochbehälters in Neukirchen, wo bislang erst der erste Bauabschnitt abgeschlossen werden konnte.
Bild: Merk

Um die hohen Investitionen finanzieren zu können, wurde auch die Beitrags- und Gebührensatzung aktualisiert. Für die Grundstücksfläche wurde eine Erhöhung des Herstellungsbeitrags von einem Euro auf 1,50 Euro je Quadratmeter und für die Geschossfläche von 5,50 Euro auf 8,50 Euro je Quadratmeter beschlossen.

Brugger: „Beitrags- und Gebührenerhöhungen machen keinen Spaß“

Grund hierfür ist, dass die zu erwartenden Einnahmen aus Beiträgen bei Weitem nicht ausreichen, um die Erschließungskosten der Baugebiete zu decken. Deshalb hat der WZV ein externes Büro für eine entsprechende Kalkulation beauftragt. Diese soll Mitte 2021 vorliegen, da erst noch Grundlagenermittlungen erfolgen müssen.

„Beitrags- und Gebührenerhöhungen machen keinen Spaß“, sagte der nachdenkliche Vorsitzende Anton Brugger, der außerdem erwähnte, dass mit einer generellen Sanierung und Erneuerung des gesamten Leitungsnetzes in baldiger Zukunft zu rechnen sei.

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