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Zahl der Neuinfektionen in Italien stabilisiert sich - mehr als 100.000 bestätigte Fälle in New York
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Landkreis Donau-Ries

26.02.2020

Ist der Landkreis Donau-Ries auf das Coronavirus vorbereitet?

Auch im Landratsamt Donau-Ries beschäftigt man sich schon mit dem Coronavirus.
Bild: Sebastian Gollnow/dpa

Der Erreger ist weiter auf dem Vormarsch. Hier beantwortet das Landratsamt grundlegende Fragen im Hinblick auf eine mögliche Verbreitung in der Region.

Dieser Tage beschleicht einige Patienten in den Arztpraxen ein mulmiges Gefühl, wenn so mancher Mit-Leidender auf dem Stuhl nebenan hustet und schwitzt. Das mithin noch recht unbekannte neuartige Coronavirus hatte zunächst das benachbarte Oberbayern erreicht – dann wurde es wieder ruhiger.

Nun meldet nach dem erheblichen Ausbruch in Norditalien auch Österreich erste bestätigte Fälle. Grund genug, beim Gesundheitsamt nachzufragen, ob sich der Landkreis Donau-Ries gewappnet sieht.

Wie ist man im Landkreis auf das Virus vorbereitet?

Ist der Landkreis Donau-Ries auf das Coronavirus vorbereitet?

Das Gesundheitsamt stehe mit den ärztlichen Kollegen und den Krankenhäusern in Kontakt und gebe die aktualisierten Informationen aus dem Robert-Koch-Institut ( RKI ) weiter. In den Krankenhäusern seien die erforderlichen Maßnahmen für die Versorgung von Fällen getroffen worden. „Für das Management von Verdachts- und Erkrankungsfällen hat das Bayerische Gesundheitsministerium mit dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit Rahmenanweisungen für die Gesundheitsämter bereit gestellt“, so die Behörde.

Gibt es Ablaufpläne in Bezug auf das Auftreten des Virus in der Region?

Die vom Robert-Koch-Institut zur Verfügung gestellten Informationen umfassten auch Handlungsrichtlinien im Umgang mit erkrankten oder infektionsverdächtigen Personen im Praxisalltag, die mit weiteren Informationen zum Management vom Gesundheitsamt an die Ärzte im Landkreis weitergeleitet worden seien. Die Krankenhäuser hätten zudem in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt einen Verfahrensplan ausgearbeitet.

Wie finden die Abklärungen mit anderen Behörden bei einem Verdachtsfall statt– wie wird im konkreten Fall dann praktisch gehandelt?

Bestehe bei einem Patienten nach ärztlicher Einschätzung ein Krankheitsverdacht, „ist dieser bereits meldepflichtig und das Gesundheitsamt wird umgehend informiert“, teilt die Kreisbehörde mit. Das weitere Vorgehen erfolge in enger Absprache mit dem Gesundheitsamt und den übergeordneten Gesundheitsbehörden. Im konkreten Verdachtsfall werde eine weitere Abklärung und Versorgung „unter den notwendigen Isolationsbedingungen fortgeführt, die in Abhängigkeit vom Gesundheitszustand des Patienten festgelegt werden“.

Kann in den hiesigen Kliniken auf das Virus getestet werden und könnten Patienten überhaupt in Kliniken des Kreises behandelt werden?

Eine Testung sei „in jedem Fall möglich, da das Gesundheitsamt in jedem konkreten Verdachtsfall informiert werden muss und in diesen Fällen eine Testung über das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in die Wege leiten kann“. Eine Behandlung „ist natürlich in den Kliniken des Landkreises möglich“, so das Amt. Es handele sich aber bei der Erkrankung um eine Viruserkrankung, „die nicht immer schwer verlaufen muss“. Bei den in Deutschland bekannten Fällen standen nach Angaben des Robert-Koch-Instituts die Erkältungssymptome im Vordergrund. Je nach Schwere des Krankheitsbildes wird unterstützend und symptomorientiert behandelt. Eine spezielle, gegen das Virus gerichtete Therapie steht derzeit nicht zur Verfügung.

Läuft derzeit eine Art Monitoring gemeinsam mit den niedergelassenen Ärzten beziehungsweise ist ein solches angedacht?

Alle Erkrankungs- oder Verdachtsfälle müssen vom Gesundheitsamt überwacht werden, bis eine Weiterverbreitung der Erkrankung nicht mehr zu befürchten ist. Über etwaige Fälle werden die übergeordneten Gesundheitsbehörden täglich informiert, sodass zentral ein bayern- und ein bundesweites Monitoring erfolgen kann.

Wie schätzt das Amt die Gefahrenlage derzeit für die Region ein – angesichts der geografischen Nähe zu Norditalien und Österreich ?

Mit der Corona-Virus-Lage in Italien befasste sich am Montag der zuständige Arbeitsstab des bayerischen Gesundheitsministeriums (LGL). Das Gremium bereitete das Vorgehen der Gesundheitsbehörden für den Fall möglicher Infektionen von Reisenden vor, die aus Italien zurückkehren. Details würden kurzfristig in enger Abstimmung mit den Ärzteverbänden festgelegt. Das LGL stelle ferner Informationen speziell für Italien-Reisende bereit. Wer in Italien mit einem Corona-Virus-Fall persönlichen Kontakt hatte, solle sich „umgehend“ an sein Gesundheitsamt wenden. Gesundheitsministerin Huml betonte hierzu: „Wir beobachten die Entwicklung in Italien sehr genau. Dabei ist natürlich auch wichtig, wie das Robert-Koch-Institut und das Auswärtige Amt die Lage einschätzen.“

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