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Donauwörth

01.03.2019

Jäger sehen den Abschussplan kritisch

Die Abschusspläne für die nächsten Jahre waren das große Thema bei den Hegegemeinschaftsversammlungen.
Bild: Anne Wall (Symbolbild)

Es ist das großes Thema bei den Hegegemeinschaftsversammlungen im Jagdverband Donauwörth: Wie viel Wild darf in den Wäldern geschossen werden?

Wie viel Wild darf in unseren Wäldern geschossen werden? Was ist bei Alter und Geschlecht der Tiere zu berücksichtigen? Wie sieht demzufolge der Jahresplan aus? – Mit solchen Fragen beschäftigen sich derzeit die Jäger im Landkreis bei den Hegegemeinschaftsversammlungen, die im Zuständigkeitsbereich des Jagdverbands Donauwörth stattfinden.

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Dazu laden die Hegegemeinschaftsleiter die Revierpächter, deren Jäger und die örtlichen Jagdgenossenschaftsvorstände ein. Es bestehen sechs Hegegemeinschaften: Rain (Anna Schramm), Marxheim (Otto Wippich), Wemding (Ralf Richter), Mertingen (Josef Steidle), Monheim (Albert Reiner) und Donauwörth (Hans Stengel).

Planung für die kommenden drei Jahre

Zu diesen Versammlungen sind auch Otto Baur als Jagdberater und Robert Oberfrank als Vorstand des Kreisjagdverbandes geladen. An diesen Terminen wird zu verschiedenen jagdlichen Themen referiert, Stellung genommen und diskutiert.

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Das besondere Thema dieses Jahr ist die Abschussplanung für die kommenden drei Jahre. Ein Abschussplan ist ein zwischen Jagdvorsteher und Revierinhaber abgesprochener und von der Behörde (Untere Jagdbehörde am Landratsamt) genehmigter, für die Jäger verbindlicher Jahresplan, der festlegt, wie viel Rehwild nach Alter und Geschlecht von den Jägern zu erlegen ist. Die vorgelegte Abschusspläne werden von den Sachbearbeitern der Unteren Jagdbehörde Tim Huber und Kevin Höck kritisch gesichtet und dann genehmigt.

Mehrere Kritikpunkte

Für die Höhe des Abschusses ist unter anderem das Vegetationsgutachten heranzuziehen. Das sogenannte Verbissgutachten wurde aktuell für die einzelnen Hegegemeinschaften erstellt.

Dieses wird durchaus kritisch gesehen. Die verbissenen Pflanzen als Maßstab zu nehmen und sich nicht an denjenigen zu orientieren, die gut wachsen, ist vielen nicht verständlich. Deshalb wird das Gutachten oft auch als „Negativgutachten“ bezeichnet. „Entscheidend für den Nachwuchs im Wald ist das, was an jungen Bäumen nachwächst“, so hat es auch der ehemalige Landwirtschaftsminister Helmut Brunner immer wieder betont.

Kritisiert wird beispielsweise, dass der unerhebliche Seitentriebverbiss bei der Aufnahme dem Gesamtverbiss und den Fegeschäden zugeschlagen wird. Auch das statistische Verfahren wird angezweifelt, wird doch für die Pflanzendichten der Medianwert und für die Verbissprozente der Mittelwert berechnet. In den meisten Fällen liegt der Medianwert deutlich unter dem arithmetischen Mittelwert.

Einigkeit bei den Waidmännern

Die Jäger sind sich einig: Viel Aufwand für wenig wirkliche Erkenntnis. Haben doch nach Einschätzung der Jäger beispielsweise Klimawandel (extrem warme und trockene Sommer, milde Winter), Freizeitdruck, Borkenkäferbefall und auch andere Tierarten (etwa der Biber) in der Summe mittlerweile wesentlich mehr Einfluss auf Pflanzenwachstum und Verbiss als der Rehwildbestand.

Weitere Diskussionsthemen auf den Versammlungen sind die drohende Afrikanische Schweinepest, waffenrechtliche Änderungen, wildernde Hunde, die jagdpolitische Situation, die Entwicklung von Wildunfällen sowie das Thema „Pflichtmitgliedschaft in der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft“.

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