Vor zwei Monaten zog das Juze erst in neue Räume. Nun müssen alle draußen bleiben, weil in dem frisch sanierten Gebäude die Wände feucht sind. Wie es weitergeht
Von Yannick Eibl|16.06.20 - aktualisiert:
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Ganz neu: das Juze Donauwörth in der Zirgesheimer Straße. Erst seit Mitte Oktober ist der Treff für Donauwörths Jugend in den neuen Komplex der Stiftung Sankt Johannes umgezogen. Jetzt aber gab es Probleme am Bau. Das Zentrum ist seit Mitte November geschlossen. Foto: Foto: Yannick Eibl
Gerade Mal vier Wochen dauerte die Freude der Jugendlichen über ihr neues Juze – da mussten die Verantwortlichen die Türen schon wieder zusperren. Grund dafür ist der Verdacht auf Schimmel in den Räumen.
Mit einer großen Party feierten die Jugendlichen am 19. Oktober die Neueröffnung in ihrem frisch sanierten Domizil in der Zirgesheimer Straße. Das Juze war ins Untergeschoss der ehemaligen Bundeswehr-Kleiderkammer eingezogen. Die Stadt hatte hier eine Kooperation mit der Stiftung Sankt Johannes geschlossen.
Stockflecken in Gang und Abstellkammer
Doch die Party war schnell zu Ende, denn im Gang und in einer Abstellkammer zeigten sich Stockflecken. Anscheinend hatte eine Baufirma bei der Sanierung des Hauses nicht sauber gearbeitet. Die Feuchtigkeit, die sich in den Wänden sammelte, wurden im Juze sichtbar. Es sollte schnell gehandelt werden, um größere Schäden zu vermeiden. Wegen der Stockflecken konnte ein Befall von Schimmel nicht ausgeschlossen werden, jedoch hat sich dieser glücklicherweise nicht bewahrheitet. Unglücklich für die Jugendlichen jedoch, dass sich der Wasserschaden ausschließlich auf ihr neues Heim begrenzt.
Wo sich Donauwörther Jugendliche treffen sollten, stehen aktuell nur Großlüfter. Es gilt die Feuchtigkeit aus den Wänden zu holen. Foto: Foto: Jürgen Ernstberger
Als dann vier Wochen später klar war, welche Räume saniert werden müssen, wurden die Umbauarbeiten so schnell es ging begonnen. Die betroffenen Räume mussten ausgeräumt und die anstehenden Partys abgesagt werden. Für die Jugendlichen, die schon seit Februar 2018 auf eine neue Unterkunft gewartet hatten und nun endlich untergekommen waren, eine ärgerliche Angelegenheit: „Wir sind schon enttäuscht, dass das Juze nach der Neueröffnung so schnell wieder zu machen muss. Auch, wenn es nur für kurze Zeit ist“, so die beiden Vorsitzenden Sebastian Heckl und Maximilian Deibler. Da das Gebäude der Stiftung Sankt Johannes gehört, kümmert sich die um die notwendigen Sanierungsarbeiten.
Keine gesundheitlichen Gefahren
Bereits seit einigen Wochen laufen jetzt die Maßnahmen. Zunächst musste der Estrich für eine effizientere Durchlüftung an einigen Stellen aufgebohrt werden. Für diese Bohrungen wurden leistungsstarke Lüfter aufgestellt, die eine komplette Trocknung des Bodens und der Wände gewährleisten sollen. Nachdem das abgeschlossen ist, müssen die Bohrungen wieder geschlossen, die Trockenbauwände wieder hergestellt und die Räume gesäubert werden.
In dem neuen Juze Donauwörth laufen die Sanierungsarbeiten. Ein Wasserschaden am Neubau, brachte Stockflecken zum Vorschein. Nun muss ein Monat nach Einzug schon wieder saniert werden.Foto: Jürgen Ernstberger
Laut Stiftung sollten die Jugendlichen am Ende aller Arbeiten keine Bedenken haben, das Juze zu besuchen. „Bei der weiteren Nutzung bestehen keine gesundheitlichen Gefahren“, sagte die Assistentin der Geschäftsführung der Stiftung Sankt Johannes, Rita Eder, auf Nachfrage unserer Zeitung. Die entstandenen Sanierungskosten liegen bei einigen Tausend Euro und werden von der verursachenden Baufirma übernommen.
Der Lichtblick für alle Beteiligten aber scheint nahe. Bis Heilig Abend sollten alle Arbeiten abgeschlossen sein und die Jugendlichen in ihren Treffpunkt zurückkehren können. Auch die Vorsitzenden Heckl und Deibler wollen sich von dem unvorhergesehenen Rückschlag nicht entmutigen lassen. Sie hoffen, dass die Zwangspause nur kurz dauert und vielleicht zu Silvester die nächste Party schon ins Haus steht – ohne Großlüfter im Gang.