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Wald

28.03.2019

Kaputte Eschen: Gefahr für Spaziergänger

Das Eschentriebsterben lässt auch junge Bäume absterben, wie dieser Blick auf eine Waldfläche des Staatsforsten-Betriebs Kaisheim zeigt.
Bild: Helmut Weixler

Das Eschentriebsterben beschäftigt auch den Staatsforsten-Betrieb Kaisheim

Vor knapp zehn Jahren begann das Eschentriebsterben auch in Bayern. Die Bilanz ist laut Helmut Weixler, Leiter des Staatsforsten-Betriebs Kaisheim, erschreckend. Der für die Eschen tödliche Pilzbefall sei mittlerweile im ganzen Freistaat zu beobachten. Besonders davon betroffen seien Auwälder und andere feuchte Standorte, wo die Esche Hauptbaumart ist. So sind Weixler zufolge viele Eschen des Forstbetriebs Kaisheim betroffen.

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Verursacher dieser Krankheit ist das Falsche Weiße Stengelbecherchen, ein aus Ostasien eingeschleppter Pilz. Dieser befällt sowohl junge als auch alte Bäume – und zwar über die Blätter. Von diesen dringt er über die Blattstiele in das Holz vor. Die befallenen Zweige und Äste sterben ab. Die Eschen treiben für neue Blätter an Ersatztrieben neu aus, wodurch die Baumkrone zusehends verbuscht. Durch steten Neubefall verliert der Baum immer mehr Blätter und stirbt letztlich ab.

„Der geschwächte Baum ist zudem leichtes Opfer für Sekundärschädlinge wie den Eschenbastkäfer oder den Hallimasch“, berichtet Weixler. Letzterer dringe in die Wurzel ein und zersetze diese in kurzer Zeit. Herabfallende, abgestorbene Äste und aufgrund der rasch voranschreitenden Wurzelfäule unvermittelt umstürzende Bäume seien gefährliche Folgeerscheinungen des Eschentriebsterbens. Helmut Weixler warnt nun eindringlich vor diesen Gefahren, die von absterbenden oder abgestorbenen Eschen ausgehen.

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Der Betriebsleiter dazu: „Um die Gefährdung von Waldbesuchern zu verringern, fällen die Mitarbeiter des Forstbetriebs Kaisheim stark erkrankte oder abgestorbene Bäume entlang von Wanderwegen oder Straßen.“ Doch auch um die rasch einsetzende Holzentwertung des begehrten Eschenholzes zu verhindern, müssten stark erkrankte Bäume mit wertvollen Stämmen eingeschlagen werden: „Eschenholz ist hart und elastisch. Es wird für Arbeits- und Sportgeräte sowie im Innenausbau und als Möbelholz gerne verwendet und erzielt hohe Preise.“

Leider gebe es nur wenig Eschen, die der Krankheit trotzen könnten, erklärt Revierleiter Stefan Schimmer: „Experten gehen davon aus, dass nur etwa drei bis fünf Prozent aller Eschen überleben werden. Gerade die gesunden Bäume müssen stehen bleiben, um diese Baumart zu erhalten.“ Für Helmut Weixler ist es „ein Jammer, diese prächtigen Wälder mit ihren majestätischen Baumindividuen flächig absterben zu sehen“. Gerade im Auwald werde das Eschentriebsterben in kurzer Zeit massive Waldveränderungen mit sich bringen.

Auf den entstehenden Freiflächen lässt Stefan Schimmer im Auwald nun Baumarten wie Feldulme, Flatterulme oder Eiche pflanzen, damit dort weiterhin Hartholz wächst und geerntet werden kann. (dz)

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