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Gemeinderat

25.03.2011

Kläranlage: Baustart wohl im Herbst

Die Kaisheimer Kläranlage muss erneuert werden, weil sie zu alt ist. Gemeinsam mit Buchdorf strebt die Marktgemeinde einen Neubau an. Baubeginn ist vermutlich im Herbst.
Bild: Archivfoto: Widemann

Auch alternative Angebote möglich. Vier Kaisheimer Räte lehnen das geplante Konzept ab. Finanzierung wohl über Beiträge

Kaisheim Der Bau der gemeinsamen Kläranlage der Gemeinden Kaisheim und Buchdorf soll heuer im September oder Oktober starten. Gut ein Jahr später – im Herbst 2012 – soll die Anlage laufen. Diesen Zeitplan nannte ein Vertreter des mit der Planung und Ausschreibung beauftragten Ingenieurbüros Resch (Weißenburg) im Kaisheimer Marktgemeinderat. Thomas Hitz sagte, es sei mit Baukosten von rund 3,5 Millionen Euro zu rechnen. 62 Prozent der Summe wird Kaisheim tragen, 38 Prozent Buchdorf.

Die Kosten werden – wie allgemein üblich – auf die angeschlossenen Grundstückseigentümer umgelegt. Noch ist in der Marktgemeinde nicht entschieden, ob dies über höhere Gebühren und/oder Herstellungsbeiträge der rund 1000 Betroffenen im Kernort Kaisheim und in Hafenreut geschieht. Anscheinend wird aber eine Finanzierung über Beiträge favorisiert.

Ingenieur Hitz erläuterte nochmals die Pläne für das Klärwerk, das im Bereich der jetzigen Anlage südlich von Kaisheim entstehen soll. Das Konzept sieht eine herkömmliche Kläranlage vor, deren Kernelemente zwei Becken sind. Das Belebungsbecken soll einen Durchmesser von 24 Metern und eine Wassertiefe von fünf Metern haben. Nutzvolumen: 2250 Kubikmeter. Das Nachklärbecken soll einen Durchmesser von 14 Metern haben. Zudem sind zwei sogenannte Schlammstapelbehälter mit einem Fassungsvermögen von jeweils 450 Kubikmetern vorgesehen. Das Maschinen- und das Betriebsgebäude sollen „einfach gehaltene Zweckbauten mit Pultdach“ sein, so Hitz.

Der betonte, bei der anstehenden Ausschreibung seien auch alternative Angebote – sprich: Anlagen mit anderer Technik – möglich. Gemeinderat Christoph Rößner (PWG) bezweifelte, ob diese angesichts der „fortgeschrittenen Planung“ tatsächlich zum Tragen kommen könnten. Thomas Hitz widersprach. Andernorts sei es wiederholt vorgekommen, dass alternative Angebote abgegeben wurden. Hitz stellte aber klar, dass für die Anlage ein gewisser Standard vorgegeben werden müsse.

Wie bereits berichtet, sind einige Kaisheimer Räte der Ansicht, dass mit einer anderen Technik viel Geld gespart werden könnte. Sie stützen sich auf die Aussagen einer Firma, die ein Konzept für ein Klärwerk vorlegte, in dem die bestehenden Klärteiche weiter genutzt werden könnten. „Man muss Äpfel mit Äpfeln vergleichen. Da haben jede Menge Äpfel gefehlt“, merkte Hitz an. Es würde hier „mit billigsten Möglichkeiten“ gearbeitet. Die Dauerhaftigkeit wäre lange nicht so hoch und durch die Lehmabdichtung der Weiher könnte Abwasser in das Grundwasser sickern. Auch das Wasserwirtschaftsamt Donauwörth ließ sich nicht für das Alternativkonzept begeistern.

Kritik an Verhandlungen mit Buchdorf

Neben Rößner kritisierte auch Hubert Renelt (Grüne) den von Kaisheim eingeschlagenen Weg. Die Verhandlungen mit der Nachbargemeinde Buchdorf seien in eine Richtung gelaufen, die zum Nachteil für die Bürger in Kaisheim und Hafenreut sei. Bürgermeister Franz Oppel konterte: „Ich bin nach wie vor der Meinung, dass unsere Lösung insgesamt vernünftiger ist mit Blick auf die Entwicklung beider Kommunen.“ Die Befürworter würden ebenfalls zum Wohle der Gemeinde handeln.

Den Bauantrag für die Kläranlage genehmigte der Gemeinderat mit 13:4 Stimmen. Dagegen votierten Rößner und Siegfried Waldmüller (beide PWG) sowie Renelt und Karl Heinz Bablok (Grüne). (wwi)

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