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Tanzhaus-Rücktritt: Respekt vor dem Schlussstrich

Kommentar Von Thomas Hilgendorf
01.10.2021

Plus Warum sollten Kommunalpolitiker nicht das recht haben, "mir reicht's" zu sagen. Thomas Schröttles Schritt im Donauwörther Stadtrat ist konsequent.

Nach all den Sitzungen rund um ein Thema, den Planungen, den ehrenamtlich zugebrachten Stunden und letztlich nach einer großen Ernüchterung ist es verständlich, wenn ein Mitglied des Stadtrates auch mal sagt: „Mir reicht’s.“ Kommunalpolitiker bekommen keine auskömmlichen Diäten, sie verbringen ihre Stunden ehrenamtlich nach Dienstschluss im Rathaus, um für die Allgemeinheit in den Städten und Dörfern etwas zu schaffen. Allzu viele Bürgerinnen und Bürger wollen sich diesen Job nicht mehr antun. Warum das so ist? Es genügt eigentlich nur ein Blick in die sozialen Medien. Da ist oftmals von konstruktiver Kritik keine Spur zu lesen – vielmehr ist es Häme, platter Spott, populistisch aufgeblasener Zorn auf alle „da oben“ in der Politik.

Der Schritt des Thomas Schröttle ist nachvollziehbar. Es erscheint konsequent, auch mal seinen Posten zur Verfügung zu stellen, ehe man in Gefahr gerät, gänzlich zu verbittern. Solch eine Haltung mag man sich manchmal für die „große“ Politik wünschen. Auch solch ein Schlussstrich gehört zur Freiheit eines Mandatsträgers. Man sollte ihn respektieren.

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