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Landkreis Donau-Ries

10.08.2019

Kunstpfad: Auf zur „Tour de Kultur“

Annette Steinacker-Holst hat das Kunstmuseum in Wemding (Jahnstraße 1) mit bunten, künstlerisch gestalteten Fahnen behängt. Das ist eines von 24 Kunstprojekten, die auf dem Kunstpfad Donau-Ries liegen.
Bild: Szilvia Izso

Der Kunstpfad Donau-Ries vereint nicht nur den nördlichen mit dem südlichen Landkreis in einem großen Projekt. 24 Künstler zeigen an ausgefallenen Orten ihre Arbeiten.

„Die ganze Kultur ist eine große, endlose Zusammenarbeit.“ Diesen mächtigen Satz des schwedischen Schriftstellers August Strindberg könnte man dem Projekt Kunstpfad Donau-Ries durchaus voranstellen. Ist es doch ein wirklich schönes, überaus ansehnliches Zusammenspiel des Landkreises Do-nau-Ries, von 24 beteiligten Kommunen und nicht zuletzt von 25 renommierten, einheimischen Künstlerinnen und Künstlern, die an verschiedenen Orten überall im Landkreis zeitgenössische Werke aus ihrem aktuellen Schaffen zeigen.

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Malerei, Zeichnung, Skulptur, Installation, Steinbildhauerei und Graffiti: umsonst und draußen für jedermann/jedefrau zugänglich. Fast immer im Außenbereich, teils an markanten, aber auch an wahrscheinlich selten besuchten Orten überall im Donau-Ries zu bestaunen. Die Idee hatte Professor Wolfgang Mussgnug, selbst ein international bekannter Künstler, der bereits 2016 eine erste Veranstaltung dieser Art initiiert und kuratiert hat. Ihm geht es bei dem Projekt um den Erhalt kultureller Infrastruktur. Er möchte zeigen, wie groß „die qualitative Vielfalt der Kunstschaffenden der Region ist“.

Die künstlerischen Arbeiten orientieren sich an topografischen, historischen oder anderen attraktiven Besonderheiten. Der Kurator hat „seinen“ Künstlern dabei alle möglichen Freiheiten gegeben. „Manche Künstler haben sich selbst einen Platz gesucht, andere wiederum wollten einen Platz zugewiesen bekommen. Für uns war das Wichtigste, dass die jeweiligen Werke die passende Proportion in ihrer Umgebung haben.“ So sind von Hainsfarth bis Mertingen, von Ederheim bis Rögling, von Wolferstadt bis Amerdingen tolle, eigenständige, sehenswerte Objekte entstanden, die im wahrsten Wortsinn wirklich eine Reise wert sind.

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"Zwischen Weltoffenheit und Heimat"

„Wir wollen eine Brücke schlagen zwischen Weltoffenheit und Heimat“, sagt Mussgnug, „ich glaube, wir Künstler fördern damit die Identifikation der Menschen mit ihrer Region.“ Und man kann wirklich schwelgen in den verschiedenen kreativen Eindrücken, die man bei dieser „Tour de Kultur“ gewinnen kann oder sich einfach auch nur an den schieren Proportionen orien-tieren: das schwerste Kunstwerk steht in Mönchsdeggingen (Sebastian Wolfs Objekt aus Metallbarren), das Leichteste in Auhausen (Bernd Salfners Installation aus Papierschredder), das Größte in Deiningen (Brnzn’s Wallstreetart am Biohof Engel), das am längsten Unvollendete zum Beispiel entsteht am alten Donauhafen, wo Marc Rogat zeichnet, wann immer er Zeit hat und geeignetes Wetter ist. Für wirklich je-den (kann man sagen?) Geschmack ist etwas dabei, jeder kann und darf hier Kunst auf seine Weise erleben.

Man kann die Tour mit dem Fahrrad machen, man kann das Auto nehmen, oder sich das Ganze sogar erwandern – die wunderbare Landschaft des Donau-Ries lässt sich auch für Einheimische auf dieser Kulturreise noch einmal neu erleben.

Broschüre mit allen Kunstwerken liegt in Gemeinden aus

Alle Kunstwerke sind in einer Broschüre mit Landkarte verzeichnet, die es bei allen teilnehmenden Gemeinden, den Künstlern, Tourist-Infos oder direkt beim Landratsamt gibt. Dort hat man sich sogar von einem „Kunstpfadfinder“ fünf verschiedene Fahrradrouten erstellen lassen, die – nach und nach abgeradelt – zu allen Werken führen.

An allen wichtigen Abzweigungen sind Hinweisschilder angebracht. Es empfiehlt sich dennoch, auch genaueres Kartenmaterial mitzuführen, um unnötige Umwege zu vermeiden. Bei den Objekten selbst sind Werk und Künstler nicht immer erklärt. Wenn eine Beschreibung vorliegt, stimmt sie auf Werk und Künstler ein. Liegt sie nicht vor, können es die Besucher genießen, zuweilen ohne störende Einflüsse vor dem jeweiligen Werk Zeit zu verbringen. Einem herrlich abwechslungsreichen, kulturellen Sommervergnügen – einer „Tour de Kultur“ – steht also nichts mehr im Wege.

Noch bis 15. September 2019 ist die Ausstellung geöffnet, die „Räume“ sind bis dahin wohl noch wohltemperiert. Und auch, wenn ab und zu ein wenig Feuchtigkeit von oben kommt – dem beachtenswerten Spektrum künstlerischen Schaffens tut das sicherlich keinen Abbruch.

Zwei Künstler sind am Sonntag, 11. August, vor Ort: Gertrud Ziegelmeir im Christgarten Ederheim (ganztags) und Nuë Amman nahe der Hasenmühle bei Hainsfarth (12 bis 16 Uhr).

Mehr dazu gibt es unter www.donauries.bayern/kunstpfad

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