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Donau-Ries

05.01.2021

Landkreis Donau-Ries: So gehen die Sternsinger mit der Pandemie um

Bunte Gewänder, Kronen und Schmuck – die Sternsinger verkleiden sich traditionell wie die Heiligen 
Bild: Alexander Kays

Plus Die Sternsinger laufen dieses Jahr nicht von Türe zu Türe, um Spenden zu sammeln. Diese Alternativen haben sich die Gemeinden überlegt.

Anfang Januar machen sich die Sternsinger bereit, ziehen ihre prachtvollen Gewänder und Kronen an und ziehen verkleidet als die Heiligen Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar los. Doch dieses Jahr können sie nicht an den Haustüren klopfen, singen, den Segen ans Haus schreiben und um Spenden bitten – durch die Corona-Beschränkungen ist ihre Aktion unmöglich. Das haben sich die Gemeinden im Landkreis überlegt, damit dieses Jahr der Segensspruch 21*C+M+B*21 seinen Weg an die Türe der Menschen findet.

Donauwörth: Für die Sternsinger-Aktion in Donauwörth hatte sich das Pfarramt im Vorfeld mehrere Alternativen überlegt. Eine Idee war es, dass dieses Jahr die Menschen zu den Sternsingern kommen und die Kinder an verschiedenen Plätzen vor kleinen Menschengruppen auftreten. Nach den Corona-Beschlüssen im Dezember musste eine neue Alternative her: „Die Sternsinger werden im Anschluss an die Messe an Heilig Drei Könige in der Kirche auftreten“, sagt Donauwörths Dekan und Stadtpfarrer Robert Neuner. Den Haussegen erhalten die Gemeindemitglieder alternativ als Klebestreifen zusammen mit einem Segensgebet, das sie selbst zu Hause sprechen können.

Sternsinger in Donauwörth bemalen ihre Gesichter nicht

Im vergangenen Jahr entbrannte um die Heiligen Drei Könige in der Krippe im Ulmer Münster eine Rassismus-Debatte. Aufgrund der Darstellung des schwarzen Königs Melchior entfernte die evangelische Münstergemeinde die Heiligen Drei Könige aus ihrer Weihnachtskrippe. Neuner erkennt an, dass die Darstellung der schwarzen Melchior-Figur in der Krippe im Ulmer Münster „total überzogen“ ist. Das sei nicht mehr schön und er habe Verständnis, das sich Menschen dadurch angegriffen fühlen. Doch eigentlich seien die Heiligen Drei Könige jeweils eine junge, mittelalte und alte Person – eben aus jedem Lebensalter und mit unterschiedlichster Herkunft. Neuner empfindet es eher als rassistisch, wenn man diese Darstellung beschränken würde. Die Sternsinger malten bei ihnen seit Jahren nicht mehr die Gesichter an. Das sei jedoch aus dem praktischen Grund, dass die meisten Kinder keine Lust mehr auf die Schminke im Gesicht hätten.

Rain: Ähnlich sieht Pfarrer Jörg Biercher in Rain diese Debatte: „Sensibilität ist bei diesem Thema wichtig, aber es gibt bei den Sternsingern keine Intention, dass jemand herabgesetzt wird.“ Er findet es schade, dass das Thema so ideologisch diskutiert wird.

Bedauerlich ist für Biercher auch, wie es dieses Jahr mit den Sternsingern abläuft. „Dieses Jahr war es nicht so einfach mit den Sternsingern“, sagt der Pfarrer mit einem Seufzen. Schon vor mehreren Monaten hatte sich das Pfarramt Gedanken gemacht. Die Idee war, ähnlich wie in Donauwörth, dass die Kinder zu verschiedenen Stationen in der Stadt ziehen und dort vor kleinen Zuschauergruppen singen, einen Segen sprechen und Spenden einsammeln.

Rainer Pfarrer bewundert das Engagement der Kinder

Nun wird nur eine Auswahl der Sternsinger beim Gottesdienst auftreten und um Spenden bitten. „Soweit dieser Gottesdienst hoffentlich stattfinden wird – so wie es Gott will“, sagt Biercher. Den Segen wird die Gemeinde im Gottesdienst empfangen. Danach erhält jeder einen Segensaufkleber für die Haustüre und etwas Weihrauch. „Viel mehr werden wir dieses Jahr leider nicht machen können“, bedauert Biercher. Der Pfarrer findet an den Sternsinger-Aktionen besonders toll, dass sich die Kinder ehrenamtlich für andere Kinder einsetzten. Doch dieses Jahr ist er pessimistisch, dass eine hohe Summe an Spenden zusammenkommen wird.

Wemding: Auch die Sternsinger-Pläne in Wemding fallen flach. An mehreren Tagen und zu unterschiedlichen Uhrzeiten wollten die Sternsinger in der Stadt auftreten. Doch das ist nun nicht möglich.

Also fragte das Pfarramt bei den Eltern der Sternsinger an, welche Kinder Lust haben, im Januar im Gottesdienst aufzutreten. „Die Reaktionen waren verhalten. Es haben nicht viele Eltern und Kinder zugesagt“, sagt der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates Michael Dinkelmeier. Viele seien aufgrund der Pandemie momentan vorsichtig.

In Wemding gibt es den Segen quasi zum Mitnehmen

Bei den Gottesdiensten in St. Emmeran und St. Alban vertreten nun jeweils drei Geschwister die Sternsinger. Nach dem Gottesdienst erhalten die Besucher ein kleines Tütchen mit Kreide, Kohle, Weihrauch und einem Segensaufkleber. Zu Hause kann jeder so seinen eigenen Segen aussprechen.

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