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Donau-Ries

21.02.2021

Landkreis Donau-Ries wird zum Corona-Vorbild

Fats nirgendwo in Deutschland ist die Inzidenz so niedrig wie im Landkreis Donau-Ries.
Bild: Bernhard Weizenegger (Symbol)

Lange war der Landkreis Donau-Ries eine der am stärksten betroffenen Regionen Bayerns. Das Bild hat sich gewandelt. Warum dennoch Vorsicht geboten ist.

Noch vor wenigen Wochen lag die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Donau-Ries bei über 200 positiv getesteten Personen pro 100.000 Einwohnern. Für die Landkreisbürger galten deshalb schärfere Maßnahmen als in den meisten anderen Teilen der Republik, etwa die berüchtigte Regel, sich nicht weiter als 15 Kilometer vom Wohnort entfernen zu dürfen. Diese Zeiten sind vorerst vorbei, Donau-Ries ist von einer der am stärksten betroffenen Regionen zum Landkreis mit der viertniedrigsten Inzidenz bundesweit geworden.

Noch weniger Fälle pro 100.000 Einwohner verzeichnen derzeit nur der Landkreis Dithmarschen in Schleswig-Holstein und die bayerischen Städte Schweinfurt und Ingolstadt. Im Regierungsbezirk Schwaben liegt kein Landkreis und keine kreisfreie Stadt auf einem niedrigeren Wert. Bereits als der Landkreis den einstigen Schwellenwert von 50 Infektionen pro 100.000 Einwohnern auf sieben Tage unterschritten hatte, hatte Landrat Stefan Rößle Lockerungen in Aussicht gestellt. Doch zu derartigen Maßnahmen speziell im Landkreis Donau-Ries ist es bisher noch nicht gekommen.

Anzahl der Corona-Intensivpatienten im Landkreis Donau-Ries steigt

Einige Parameter der Krise zeichnen schließlich ein anderes Bild der aktuellen Situation. So hat sich zwar auch der Anstieg der Todesfälle infolge einer Corona-Infektion im Landkreis verlangsamt, wurden im Januar noch 60 Fälle gemeldet, beträgt diese Zahl für den Februar nach drei Wochen erst zwölf. Jedoch ist in der vergangenen Woche die Zahl der Corona-Intensivpatienten in den Kliniken des Landkreises auf neun angestiegen, wie die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin meldet.

Diese Patienten müssen jedoch nicht zwingend aus dem Landkreis stammen. Es ist auch möglich, dass Patienten aufgrund geringerer Kapazitäten in den umliegenden Regionen von dort nach Donauwörth, Nördlingen oder Oettingen gebracht wurden. Drei der 25 verfügbaren Intensivbetten im Landkreis sind aktuell frei.

Wie verbreitet ist die Mutation in Donauwörth und der Region?

Bundesweit für Beunruhigung sorgt derzeit, dass der Inzidenzwert für die gesamte Republik seit einigen Tagen auf dem Niveau von etwa 60 stagniert, nachdem er zuvor wochenlang gefallen war. Der R-Wert, der anzeigt, wie viele Personen ein Infizierter ansteckt, liegt inzwischen wieder bei knapp über 1, noch vor einer Woche betrug er 0,85. Um die Fallzahlen nachhaltig zu verringern, muss der Wert niedriger als 1 sein – und je niedriger er ist, desto schneller sinkt die Zahl der Neuinfektionen. Unklar ist zudem, wie stark die Mutationen verbreitet sind, die als ansteckender als der bisher grassierende Wildtyp gelten. In zahlreichen umliegenden Landkreisen wie Dillingen oder dem Ostalbkreis wurden die Mutationen bereits bei Patienten nachgewiesen.

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