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Projekte im Landkreis Donau-Ries

28.01.2020

Landkreis ist ein "Leuchtturm" für nachhaltige Entwicklung

Der Austausch war ein wesentlicher Bestandteil der Veranstaltung „Auftakt Nachhaltigkeit 2020 – Donau-Ries macht Zukunft“, die am Montag in der Wörnitzhalle stattfand. Hier spricht Dirk Schwenzfeier (Mitte), Büroleiter von Entwicklungsminister Gerd Müller, mit Landrat Stefan Rößle (links) und Jürgen Kunofsky vom Landratsamt.
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Der Austausch war ein wesentlicher Bestandteil der Veranstaltung „Auftakt Nachhaltigkeit 2020 – Donau-Ries macht Zukunft“, die am Montag in der Wörnitzhalle stattfand. Hier spricht Dirk Schwenzfeier (Mitte), Büroleiter von Entwicklungsminister Gerd Müller, mit Landrat Stefan Rößle (links) und Jürgen Kunofsky vom Landratsamt.

Abteilungsleiter von Minister Gerd Müller lobt den Landkreis und dessen Chef Stefan Rößle für die Initiativen. Landrat kündigt gleich noch weitere Aktionen an.

„Donau-Ries macht Zukunft“ – unter diesem Motto ist am Montag der Startschuss für eine künftige Nachhaltigkeitsstrategie des Landkreises gefallen, die an die Agenda 2030 der Vereinten Nationen anknüpft, in der 17 Ziele zur Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung auf ökonomischer, sozialer sowie ökologische Ebene beschrieben werden. Diese Nachhaltigkeitsziele wurden bei der Veranstaltung an Hand von bereits praktizierten Beispielen im Landkreis in Zusammenhang gebracht sowie weitere Vorhaben in dieser Richtung vorgestellt. Als Gast war Bundesentwicklungsminister Gerd Müller vorgesehen. Er kam jedoch aus terminlichen Gründen nicht. Dafür schickte er aus seinem Ministerium den Abteilungsleiter Dirk Schwenzfeier.

Zusammen mit Heike Burkhardt von der Stabsstelle Kreisentwicklung verwies Landrat Stefan Rößle auf die zahlreiche Projekte, die es im Landkreis bereits gebe. Sie erwähnten dabei unter anderem die Blühflächenaktion, den Obstlehrpfad, die Erfolge beim Einsatz von Erneuerbaren Energien bei der Stromgewinnung, die Angebote für sanften Tourismus in den Vereinen Ferienland und Geopark Ries, die Dorfläden mit ihren regionalen Produkten und nicht zuletzt die kommunale Entwicklungszusammenarbeit mit mittlerweile über 30 Schulen, die mit Spendengeldern aus der Region in Afrika, Nepal und Sri Lanka gebaut wurden. Im Rahmen der von den kommunalen Spitzenverbänden in Deutschland getragenen Initiative „1000 Schulen für unsere Welt“, maßgeblich von Rößle angestoßen, sind es mittlerweile 100 Schulen.

Landrat Stefan Rößle kündigt weitere Aktionen für mehr Nachhaltigkeit an

Dem Landkreischef ist das jedoch noch nicht genug. Er kündigte in Harburg weitere Aktionen im Hinblick auf die geplante Nachhaltigkeitsstrategie an. Einmal die Gemeinschaftsaktion „100000 Bäume für den Landkreis“, bei der Bürger, Firmen und Vereine eingeladen sind, sich an einer landkreisweiten Baumpflanzaktion zu beteiligen. Einen wesentlichen Aspekt im Bereich der Nachhaltigkeit sieht Rößle in neuen Formen der Mobilität – weg vom Individualverkehr und hin zu innovativen Alternativen wie Sharing-Angebote, Fahrgemeinschaften oder die Förderung des Radverkehrs.

Ernst machen will der Landkreis darüber hinaus mit einer „kommunalen Beschaffungspolitik“. Dabei soll bei öffentlichen Anschaffungen noch stärker auf Umweltkriterien und Sozialstandards geachtet werden und nicht ausschließlich – etwa bei Vergaben von Bauleistungen – der wirtschaftliche Aspekt im Vordergrund stehen.

Um die künftige Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit im Landkreis zu unterstreichen, werde zeitnah die von Kreistag beschlossene Vollzeitstelle eingerichtet, so der Landrat weiter. Diese werde die bereits bestehenden Projekte weiterführen und die Nachhaltigkeitsstrategie im Landkreis etablieren.

Dirk Schwenzfeier nennt Rößle "Schulmeister der Nation"

Dirk Schwenzfeier bezeichnete in seiner Rede den Landkreis Donau-Ries als „Mekka“ der kommunalen Entwicklungszusammenarbeit in Deutschland und als „Leuchtturm“ für nachhaltige Entwicklung. Vor dem Hintergrund der Idee, in Afrika mittels Spenden Schulen zu bauen, nannte er Landrat Rößle den „Schulmeister der Nation“, der eine „einzigartige Initiative“ gestartet habe, die bundesweit den Einstieg in die kommunale Zusammenarbeit bedeute. Schwenzfeier wies auf den Plan von Entwicklungshilfeminister Müller hin, zusammen mit dem Arbeitsministerium ein sogenanntes „Lieferkettengesetz“ auf den Weg zu bringen. Ein solches Gesetz soll Unternehmen dazu zwingen, beispielsweise keine Kinderarbeit in ihren Lieferketten zuzulassen.

Schwenzfeier erwähnte in dem Zusammenhang Arbeiten in Steinbrüchen, in asiatischen Textilfabriken oder Kobaltminen in Afrika, wo Kinderrechte mitunter massiv missachtet würden. Gerade die öffentliche Hand habe die Marktmacht, hier etwas zum Besseren zu bewegen, in dem sie Wert auf „faire Beschaffungen“ lege. Durch die Überprüfung der jeweiligen Lieferketten sei dies möglich. „Künftig muss das vernünftigste und nicht mehr das wirtschaftlichste Angebot genommen werden“, betonte der Ministeriumsvertreter.

Aus Berlin hatte Schwenzfeier eine Urkunde für den Landkreis mitgebracht, in der diesem bestätigt wird, dass er sich den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen im Rahmen der Agenda 2030 verpflichtet fühlt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel schickte eine Videobotschaft nach Harburg.

Zum Schluss der Veranstaltung würdigte Bundeskanzlerin Angela Merkel in einer Videobotschaft das breite Engagement des Landkreises Donau-Ries und ihres Landrats im Bereich der kommunalen Entwicklungszusammenarbeit.

Lesen Sie hierzu den Kommentar: Nachhaltigkeit: Kommunen müssen aktiv mitwirken

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