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Donau-Ries

29.10.2020

Laster reißt Leitplanke auf B25 nieder: War es Sekundenschlaf?

Auf einer Länge von rund 150 Metern riss der Lastwagen die Leitplanke an der B25 nieder.
Bild: Widemann

Plus Nach einem Lastwagen-Unfall, der auf der B25 zwischen Ebermergen und Donauwörth passierte, stand jetzt der Fahrer vor dem Amtsgericht.

Er hatte wohl einen Aussetzer. Anders ist es nicht erklärbar, dass ein Lkw-Fahrer Anfang März mit seinem 40-Tonner auf der Bundesstraße 25 zwischen Ebermergen und Donauwörth einen spektakulären Unfall baute. Die Frage vor dem Amtsgericht in Nördlingen war nun: Kann der Mann dafür bestraft werden?

Lastwagen krachte in Leitplanke auf der B25 zwischen Ebermergen und Donauwörth

Es war gegen 2.45 Uhr, als der 56-Jährige, der aus Berlin stammt, mit seinem Sattelzug auf der Bundesstraße unterwegs war. Direkt nach der Bahnunterführung geriet der Lastwagen am Beginn des doppelstreifig ausgebauten Abschnitts nahe Binsberg immer weiter nach links. Der Fahrer bemerkte nicht, dass er sich auf einer großen Sperrfläche befand.

Wenige Sekunden später prallte der Laster auf die Mittelleitplanke und schlitterte an dieser entlang – und zwar auf der Gegenfahrbahn quasi als Geisterfahrer. Bis der Lkw stehen blieb, riss er die Leitplanke auf einer Länge von rund 150 Metern nieder.

Amtsgericht Nördlingen: LKW-Fahrer legte Einspruch gegen Strafbefehl ein

Durch glückliche Umstände kamen dem 56-Jährigen keine anderen Verkehrsteilnehmer in die Quere. So blieb es bei – wenn auch großem – Blechschaden. Allein die Reparatur der Leitplanke kostete rund 17.000 Euro, ganz abgesehen vom demolierten Laster. Bis das Fahrzeug geborgen war, musste die B25 etwa vier Stunden lang gesperrt werden.

Noch am Ort des Geschehens sagte der Fahrer den Polizisten, der Unfallhergang sehe nach Sekundenschlaf aus. Ein Verfahren samt Strafbefehl wegen Gefährdung des Straßenverkehrs war die Folge. Der 56-Jährige legte dagegen aber Einspruch ein. Der Fall landete vor Richter Gerhard Schamann.

Richter stellt das Verfahren wegen geringer Schuld ein

In dem Prozess ließ sich der Verdacht, dass der Berufskraftfahrer übermüdet und deshalb am Steuer eingenickt war, nicht nachweisen. Eine Stunde vor dem Unglück hatte der Mann noch eine Pause gemacht, sogar länger als vorgeschrieben. Auch bei den Aufräumarbeiten half der 56-Jährige mit, ohne einen erschöpften Eindruck zu machen.

Für Richter Schamann ergaben sich keine Anhaltspunkte dafür, dass der Fahrer, der keinerlei Eintragungen in der Verkehrssünderdatei in Flensburg hat, übermüdet gewesen sein könnte. Also sei auch keine strafbare Handlung in Form eines Sekundenschlafs nachweisbar. Dies sah auch die Staatsanwaltschaft so. Die Konsequenz: Schamann stellte das Verfahren wegen geringer Schuld gegen eine Geldauflage in Höhe von 500 Euro ein. Unklar blieb letztlich, warum der 56-Jährige in jener Nacht auf die Gegenfahrbahn geriet.

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