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Harburg

28.08.2020

Mann erschießt bei Harburg den Pfau seines Nachbarn

Solch einen prächtigen Pfau hat ein Mann bei Harburg mit seiner Armbrust erschossen.
Bild: Ben Birchall/PA Wire (dpa)

Ein Anwohner findet den toten Vogel auf seiner Garage. Im leblosen Körper steckt ein Armbrustbolzen. Wie die Polizei den Täter ermittelt.

Über einen traurigen Fall, bei dem ein Tier getötet wurde, ist die Donauwörther Polizei am Mittwochabend informiert worden. Der Bewohner eines Harburger Ortsteils hatte den Beamten mitgeteilt, dass er einen toten Pfau auf seiner Garage gefunden habe. Zuerst wurde von einer Vergiftung ausgegangen, dann jedoch entdeckte der Mann Reste eines Bolzens im Körper. Der Finder informierte zudem den 70-jährigen Halter des freilaufenden Tieres, welcher einige Häuser weiter in der Straße lebt.

Pfau dreht in Harburger Ortsteil seit Jahren seine "Runden"

Der zehn Jahre alte, blaue Pfau drehte bereits seit Jahren seine „Runden“ in der Straße, war dort beliebt und genoss es Zeugenangaben zufolge wohl besonders, sich auf dem Garagendach eines Nachbarn in einer dortigen Fensterscheibe selbst zu spiegeln. Dort verharrte der stolze Pfau dann für längere Zeit. Nach Angaben der Beamten störte das den Nachbarn nicht –wohl jedoch offenbar einen Mieter des Hauses.

Der 23-jährige öffnete ein Fenster seiner Wohnung, zu einer Armbrust, legte an und schoss aus einer Entfernung von rund sieben Metern auf den ausgewachsenen Ziervogel gegenüber. Der Bolzen durchschlug das Tier quer durch den Körper und zersplitterte am Brustbein. Der Schuss erfolgte mit einer solchen Wucht, dass die Pfeilspitze noch in das metallene Trapezblech des Garagendaches einschlug und auch dieses durchbohrte. Dort blieb die Spitze dann stecken.

23-jähriger Täter schweigt über sein Motiv

Diesem Umstand ist es allerdings zu verdanken, dass verständigte Beamte der Donauwörther Inspektion mit dem vorhandenen Pfeilfragment die exakte Flugbahn nachvollziehen konnten. So ließ sich der Polizei zufolge feststellen, dass der Armbrustbolzen zweifelsfrei aus dem Fenster der Wohnung des 23-Jährigen abgefeuert wurde. Die Beamten konfrontierten den Mann am Freitagmorgen mit den Vorwürfen. Er räumte die Tat ein, schwieg jedoch bislang zu seinem Motiv. Als Tatzeit konnte Mittwochmorgen, in einem Zeitraum zwischen 7 bis 8.30 Uhr, ermittelt werden. Die benutzte Armbrust wurde sichergestellt. Der tote Pfau wurde beim Besitzer belassen und die aus dem Körper entnommenen Pfeilfragmente ebenfalls zur Beweissicherung sichergestellt. Die Donauwörther Polizisten zeigten den Schützen wegen eines Vergehens nach dem Tierschutzgesetz sowie Sachbeschädigung an. Ihn erwartet nun ein Strafverfahren. (dz)

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