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Wahlen

04.10.2019

Mehr Frauen in die Politik

Aktive Politikerinnen diskutieren auf Einladung des KDFB Diözesanverbandes Augsburg mit einem interessierten Publikum: (von links) KDFB Bildungsreferentin Maria Hierl, Simone Strohmayr, Claudia Marb, Eva Lettenbauer, Susanne Zehentbauer, KDFB Diözesanvorsitzende Ulrike Stowasser.
Bild: KDFB

Politikerinnen diskutieren, warum sich mehr Frauen engagieren sollten

Wie kann man Frauen davon überzeugen, dass sie sich in der Politik vor Ort engagieren und sich dort für die Belange der Frau einsetzen? Das war die Frage, die bei einer Podiumsdiskussion in der Vhs Donauwörth vom Katholischen Frauenbund organisiert worden war.

In der Diskussionsrunde mit hochkarätigen Politikerinnen unter der Moderation von Susanne Zehentbauer ging es um die Fragen: Was war die Motivation, in die Politik zu gehen? Wie werden frauenpolitische Themen in der Gesellschaft, aber auch in den verschiedenen politischen Gremien verstärkt wahrgenommen? Wie bringt man Frauen dazu, sich politisch zu engagieren?

Simone Strohmayr, MdL, und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, ist in den 1990er-Jahren aufgrund der schlechten Kinderbetreuungssituation in Bayern zur Politik gekommen. Sie plädiert vehement für eine Quotierung bei der Erstellung von Wahllisten. Für sie sei das ein erster Schritt, denn: „Wenn nach 100 Jahren Frauenwahlrecht nur 26 Prozent der Landtagsmandate von Frauen besetzt sind, sollen wir dann noch 100 Jahre warten, bis wir 50 Prozent erreichen?“ Nötig sei ein Umdenken, denn auch im Plenarsaal wird sachorientierter und weniger aggressiv diskutiert, wenn ein höherer Frauenanteil besteht. Und: Bestimmte Themen haben keine Chance, wenn der Frauenanteil zu gering ist, Stichwort Pflege oder Kinderbetreuung. Daher sind ihre politischen Schwerpunkte aktuell die Frauenpolitik, dabei besonders Frauenhäuser, sowie die Bildungspolitik und Nachhaltigkeitsthemen.

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Bei Eva Lettenbauer (MdL, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Sprecherin für Frauen- und Arbeitsmarktpolitik der Grünen Landtagsfraktion), war die Umweltkatastrophe in Fukushima der Auslöser, sich in der Politik stark zu machen. Bei den Grünen wird schon viel getan, damit es mehr Frauen in der Politik gibt. Hier haben die Frauen gesetzte Listenplätze. Außerdem, so fordert Lettenbauer, muss es für das politische Ehrenamt auch eine Freistellungsmöglichkeit geben wie für die Arbeit bei der Feuerwehr. Fakt ist leider auch, dass im Landtag die Ausschüsse sehr klischeehaft besetzt sind. Die junge Abgeordnete vermittelt aber auch ihre Begeisterung für die Politik: „Hier bekommt man alle Informationen aus erster Hand, erhält so einen guten Einblick in viele Themen und kann Entscheidungen auf den Weg bringen.“ Zukünftig will sie sich vor allem dafür einsetzen, die ambulanten Tagespflegeplätze zu erhöhen, damit pflegende Angehörige entlastet werden und einen geschlechtergerechteren Finanzhaushalt zu erreichen.

Claudia Marb ist Mutter von vier Kindern, Selbstständige und bereits im Stadtrat und Kreistag aktiv. Nun bewirbt sie sich als Kandidatin für das Bürgermeisterinnenamt in Rain und ist überzeugt, diesen „Job“ auch gut zu machen. Ihr ist es ein großes Anliegen, Frauen zu bestärken und zu motivieren, auf die vorderen Listenplätze zu kommen, damit die Politik insgesamt weiblicher wird. Sie sagt: „Mein Motto ist, dass ich nicht wissen will, dass etwas nicht geht, sondern ich will wissen, wie es gehen könnte!“ Besondere politische Anliegen sind ihr bezahlbarer Wohnraum, vor allem für Frauen, und Verbesserungen im öffentlichen Nahverkehr.

Alle Politikerinnen waren sich einig, dass die Erfahrungswerte von Frauen in die Politik müssen. Um in die Politik zu gehen, braucht es ein gutes Durchsetzungsvermögen, frau muss sich gut verkaufen und ihre Überzeugung ausstrahlen. Doch nur so werden Frauenthemen auch vorangebracht und eine geschlechtergerechte Gesellschaft verwirklicht.

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