1. Startseite
  2. Lokales (Donauwörth)
  3. Mertingens spannende Vergangenheit

12.10.2019

Mertingens spannende Vergangenheit

Museumsfreunde laden zu Veranstaltungen ein

„1050 Jahre Mertingen“: Bei diesem Jubiläum kann man eine Zeitreise ins frühe Mittelalter machen und ist doch noch nicht bei den Wurzeln des Ortes angekommen. Der Sporn über dem Lechtal und die sprudelnden Wasser der Schmutter lockten schon viel früher Menschen an, die auf der Suche nach guten Wohnplätzen oder militärisch interessanten Punkten waren. Jungsteinzeit, Römer- und Alemannenzeit haben Spuren hinterlassen. Auf ihrem Weg durch die Geschichte erlitten die Mertinger alles, was den süddeutschen Raum im Laufe der Jahrhunderte durchrüttelte: wechselnde Herrschaften, durchziehende Heere, Besatzung, Plünderung, Seuchen, Hunger. Der Ort hat sich behauptet und genießt jetzt, wie alle Deutschen, einen mehr als 70-jährigen Frieden.

Von all dem berichtet die Ausstellung „1050 Jahre Mertingen“ in der Alten Schule (hinter dem Rathaus). Die Ausstellung ist an allen Oktobersonntagen (14 bis 17 Uhr) geöffnet.

Mertingens erstes Schulhaus, 1857 gebaut, feiert auch seinerseits ein kleines Jubiläum: Am 8. Oktober 1994 wurde es – nach einer ziemlich dramatischen Rettungsaktion – mit Gemälden von Lorenz und Isolde Carstensen als Ausstellungsraum eröffnet. Dass eine Gemeinde wie Mertingen einen solchen braucht, hatte die damalige Vorsitzende der Museumsfreunde Mertingen, Anna Wunderer, früher als andere erkannt. Ihre Initiative rettete das Haus nicht nur vor der Spitzhacke, sie sorgte auch mit vielen Unterstützern und dem tatkräftigen Einsatz der Mitglieder des Museumsvereins für eine umfassende Restaurierung.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Funde aus der Römerzeit, Schneider- und Schulstube fanden hier Obdach, in die Ökonomiegebäude zogen Backstube, Schmiede, Postmuseum und zuletzt Webstube ein. Mit regelmäßigen Kunstausstellungen, aber auch mit Ausstellungen von Objekten aus den Museumsbeständen sowie Sammlungen Mertinger Bürger und Erzeugnissen künstlerisch handwerklicher Fertigkeiten von Freunden aus der Region zog reges Leben in den ehemaligen „großen Schulsaal“ ein. In gewisser Weise schließt sich nun ein Kreis, wenn die Gemeinde in diesen Räumlichkeiten ihre Geschichte präsentiert.

Am morgigen Sonntag, 13. Oktober, 14 bis 17 Uhr veranstalten die Museumsfreunde im Stadel wieder das traditionelle Krauteinhobeln. Vorgeführt wird diese traditionelle Form der Konservierung von Gemüse mit Salz, die heute in der Regel nur noch für Weißkraut verwendet wird, von Mitgliedern des Vereins. Besucher können gleichzeitig den bewährten Schleifservice von Engelbert Nagel in Anspruch nehmen. (he)

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren