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Kaisheim

06.11.2019

Millionen für die Zukunft im Gefängnis

Von außen kaum zu sehen und trotzdem von hoher Bedeutung für die Justizvollzugsanstalt in Kaisheim: Das Gefängnis bekommt ein neues Versorgungszentrum und eine neue Sporthalle.
Bild: Staatliches Bauamt

Plus In der JVA Kaisheim entstehen ein Versorgungstrakt und eine Sporthalle. Welche Herausforderungen zu meistern sind.

Es ist ein Bauwerk, das man von außen kaum sieht – und doch ist es eines der größten Projekte in der 200-jährigen Geschichte der Justizvollzugsanstalt Kaisheim: Das Gefängnis erhält ein neues Versorgungszentrum und eine neue Sporthalle. Am Mittwoch wurde mit einem Handwerkerfest das Richtfest gefeiert. „Jeder Euro ist hier gut angelegt“, sagte Ministerialdirektorin Brigitta Brunner in der Halle, in der künftig von Insassen und Bediensteten Sport im Mittelpunkt stehen soll.

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Projekt verschlingt knapp 30 Millionen Euro

Die Planungen für das Projekt, das knapp 30 Millionen Euro verschlingen wird, laufen bereits seit Ende 2013. Recht aufwendig sind nach Auskunft von JVA-Direktor Peter Landauer schon die vorbereitenden Arbeiten gewesen. Beim Richtfest sprach Ulrich Blickle jetzt von „großen Herausforderungen“. Schließlich habe man das Ensemble der einstigen Klosteranlage berücksichtigen müssen, „aber auch die örtlichen Begebenheiten waren schwierig“. An der Stelle, an der seit einem Jahr die Bagger und Betonmischer den Ton angeben, befindet sich ein Hang. Hunderte von Lastkraftwagen mit Humus mussten durch die Marktgemeinde fahren. Man spricht von 3000 Lkw-Ladungen Erdreich.

Am Ende der ersten Etappe, da jetzt sichtbar wird, wie der Neubau in den „Hang hineingesteckt“ wurde, freute sich Ulrich Blickle über die gute Zusammenarbeit mit allen Behörden, der Kommune, aber auch dem künftigen Nutzer. Ein Schmuckstück sei im Entstehen, merkte Ministerialdirigent Peter Holzner an. Die Arbeitsbedingungen für die Bediensteten würden wesentlich verbessert, aber auch die Möglichkeit Sport zu treiben, sei für die Insassen wichtig, „damit die spätere Resozialisierung klappt“.

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Metzgerei, Großküche und Speisesaal entstehen

Auf dem Gelände entsteht ein Versorgungszentrum mit Metzgerei, Großküche und Speisesaal für die Bediensteten sowie eine Sporthalle mit angrenzendem Kraftsportraum und Umkleiden. „Mit dem Neubau werden hervorragende Arbeitsbedingungen für die Gefängnismitarbeiter wie die in den Betrieben beschäftigten Gefangenen geschaffen“, sagte Holzner.

Die Großküche und die Metzgerei bieten modernste Produktionsmittel, um die Verpflegung für 720 Gefangene und 100 Bedienstete und 40 Verpflegungsteilnehmer des Fortbildungszentrums sicher zu stellen. Die vorgesehene Beamtenküche soll in Kaisheim eine Lehrausbildung für die Insassen anbieten, um ihnen somit nach der Entlassung die Eingliederung zu garantieren.

Unterirdische Anbindung an die Sporthalle

Das Besondere am Konzept der Sporthalle, in der nun auch im Winter etwas für Fitness und Gesundheit getan werden kann, ist eine unterirdische Anbindung der Halle an die Haftflügel. Hier wie auch bei den Bauarbeiten steht die Sicherheit an oberster Stelle. Um niemanden in Versuchung zu führen, die Gunst der Bauarbeiten für einen Ausbruch zu nutzen, wurde eigens eine fünf Meter hohe Mauer gebaut, die mehrfach gesichert ist. Sie soll später wieder verschwinden, wenn das Loch in der Klostermauer, das für die Bauzufahrt geöffnet wurde, wieder geschlossen werden kann. Als stellvertretender Vorsitzender des Anstaltsbeirats betonte Landtagsabgeordnete Eva Lettenbauer (Grüne) die Bedeutung der Funktion. Die Baumaßnahme nannte sie wichtig „auf dem Weg zu einer modernen Infrastruktur“. Es sei ihr ein großes Anliegen, auch weiterhin die Lebensbedingungen der Insassen im Auge zu behalten. Bürgermeister Martin Scharr unterstrich das gute nachbarschaftliche Verhältnis zur Justizvollzugsanstalt, hob aber auch die Belastungen durch den Verkehr hervor, nachdem die Residenzpflicht der Bediensteten aufgehoben worden sei. Er würde sich wünschen, so Scharr, dass bei der Zuweisung von Fördermitteln die Bedeutung der Anstalt mit berücksichtigt würde. Das geschehe leider nicht.

Den Richtspruch sprach Sepp Tyroller, den musikalischen Part übernahm die Kapelle Gitterklang, bestehend aus Bediensteten der Gefängnisse in Kaisheim, Niederschönenfeld und Neuburg. Das Zentrum und die Sporthalle sollen bis Ende 2020 fertig werden.

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