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Donauwörth 

11.04.2019

Mit dem Rad zum Zug: So soll es besser gehen

Fahrrad-Chaos auf Gleis 1 des Donauwörther Bahnhofs. Dort wo jetzt Pendler einigermaßen ungeordnet ihre Räder abstellen, soll in ein paar Jahren ein moderner, doppelstöckiger Fahrradabstellplatz entstehen – einer von vier neuen auf dem Bahnhofsgelände.

Am Donnerstag fand eine Fachtagung in Donauwörth statt, bei der die Bike+Ride-Offensive von Bund und Bahn vorgestellt wurde. Die Stadt beteiligt sich daran und will neue Abstellmöglichkeiten am Bahnhof bauen – in ein paar Jahren. 

Fahrräder am Donauwörther Parkplatz sind ein Thema, das derzeit nicht wirklich begeistert: Der offizielle, überdachte Park+Ride-Stellplatz für Zweiräder – zwischen Bahnhofsgebäude und Parkhaus gelegen – ist meist überfüllt. Pendler, die per Drahtesel kommen, weichen deshalb auf einen weiteren Fahrradständer an Gleis eins aus, der aber ebenfalls nicht genügend Kapazität hat. Die Folge: Räder stehen kreuz und quer und wer nicht weiß, wohin damit, sucht sich irgendein freies Fleckchen auch abseits der offiziellen Möglichkeiten.

Mit dieser Situation steht Donauwörth allerdings nicht alleine da. Um Abhilfe zu schaffen und gleichzeitig umweltfreundliche Fortbewegungsmittel zu fördern, gibt es die Bike+Ride-Offensive des Bundesumweltministeriums und der Deutschen Bahn-Tochter „Station & Service AG“. Mit im Boot sind auch das Bayerische Verkehrsministerium und die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen.

Umweltfreundliche Mobilität soll gefördert werden

Sie haben am Donnerstag in Donauwörth eine Fachtagung abgehalten – in Kooperation mit der Stadt Donauwörth und der Volkshochschule –, die das Ziel hat, Fahrrad mit Bahn zu kombinieren und auf diese Weise umweltfreundliche Mobilität zu fördern. Innerhalb von vier Jahren wollen Deutsche Bahn und Bundesumweltministerium gemeinsam mit den Kommunen 100000 neue Fahrradstellplätze in ganz Deutschland schaffen. Die Bahn stellt dafür Flächen kostenlos zur Verfügung.

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Über die Kommunalrichtlinie der Nationalen Klimaschutz–Initiative des Bundes wird die Finanzierung umweltfreundlicher Bike+Ride-Anlagen zu 40 Prozent gefördert. Auch Mittel über Dritte können eingebracht werden. Der Eigenanteil der Kommunen soll dann letztlich zehn bis 15 Prozent betragen.

Das sind die Pläne für Donauwörth

Jetzt liegt es an den Kommunen, ob sie dieses Angebot wahrnehmen wollen. Wer zu erst kommt, hat die besten Aussichten darauf, in dieses Förderprogramm aufgenommen zu werden. Die Stadt Donauwörth ist dabei. Sie hat bereits mit der Deutschen Bahn (DB) den Bahnhof auf mögliche Flächen hin untersucht. Wie Willi Jörg – zuständig für Immobilien und Infrastruktur beim Bahnhofsmanagement Augsburg – im Gespräch mit unserer Zeitung erklärte, soll der jetzige offizielle P+R-Parkplatz für Räder bleiben. Der provisorische Ständer an Gleis eins soll abgeräumt werden und durch eine neue, Platz sparende Doppelstock-Anlage ersetzt werden.

In Frage kämen noch zwei kleinere Flächen nahe der Terrasse der ehemaligen Bahnhofswirtschaft sowie eine vierte Fläche vor dem überdachten P+R-Abstellplatz. In der Summe können auf diese Weise 120 Fahrradstellplätze geschaffen werden – 60 mehr als bisher. Die Stadt Donauwörth ist – mit Beteiligung von Zuschussgebern – dafür zuständig, die Infrastruktur herzustellen.

Andreas Reiner, der Energie- und Radverkehrsbeauftragte der Stadt Donauwörth ist derzeit skeptisch, ob es bei zehn bis 15 Prozent Eigenmitteln bleiben wird, steht aber der Offensive grundsätzlich sehr positiv gegenüber. „Wir versuchen, das angestrengt zu verfolgen“, erklärte er gegenüber der Donauwörther Zeitung.

Frühestens 2020 kann das umgesetzt werden

Reiner hat die Hoffnung, dieses Projekt über die Jahre umsetzen zu können, mahnt aber: „Wir müssen realistisch sein.“ Heuer stehen keine Mittel dafür im Haushalt, frühestens 2020. Und bis zur Planung und Umsetzung würden dann weitere Jahre vergehen.

Ein allzu früher Zeitpunkt für dieses P+R-Programm ist aber ohnehin in Donauwörth nicht sinnvoll, da die Bagger ja zuvor anrücken werden, um die geplante Barrierefreiheit auf den Bahnsteigen herzustellen (wir berichteten mehrfach). Beide Konzepte dürfen einander nicht behindern, sondern müssen aufeinander abgestimmt werden. Momentan ist die Rede davon, dass der Umbau der Bahnsteige 2020 beginnen soll.

„Je früher, desto lieber“, sagt Andreas Reiner, „aber es muss eine vernünftige Abstimmung geben“. Zumal die Stadt Donauwörth ja in Sachen Fahrrad noch ein weiteres Konzept verfolgt: Der Bauausschuss hat bekanntlich jüngst beschlossen, dass die Große Kreisstadt in Zukunft bei der Verkehrsplanung den Radverkehr ganz besonders im Blick haben soll. Das Fahrrad soll als Verkehrsmittel grundsätzlich gestärkt werden und eine Fahrt damit – unabhängig von Witterung und Tageszeit – angenehm gestaltet werden.

Während dadurch also die Stadt attraktiver werden soll, will die Bike+Ride-Offensive von Bund und DB die Bahnhöfe mit neuen Abstellplätzen umweltbewusster und interessanter machen. Autofahrer sollen für die Kombination Fahrrad und Bahn gewonnen werden. „Das löst Verkehrsprobleme und ist ein weiterer Beitrag zur Senkung von CO2- und NOx-Emissionen“, so die Verantwortlichen.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Barbara Würmseher: Radparkplätze am Bahnhof: Nur ein kleiner Schritt

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