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Landkreis Donau-Ries

06.07.2020

Nach der Dürre kommt der Regen in Nordschwaben

Ernte auf staubtrockenem Boden... Die Chancen stehen gut, dass sich solche Bilder in diesem Jahr in der Region nicht wiederholen.
Bild: Alexander Kaya

Plus Der staubtrockene April in der gesamten Region Nordschwaben ließ Schlimmes befürchten. Doch zuletzt gab es reichlich Niederschläge: Wird es reichen für eine gute Ernte?

Es ist ein seltsames Jahr 2020 – sogar die Monate scheinen vertauscht zu sein. Zumindest wettermäßig träfe das in der Region Nordschwaben wohl zu. Während die eigentlich klassischen Regenwochen des April zu einer schieren Trockenzeit gerieten, konnte die Vegetation im Mai und erst recht im Juni wieder aufatmen. Nicht nur punktuelle Regenfälle sorgten für Erleichterung bei den Land- und Forstwirten, sondern teils ergiebiger Landregen – ein Phänomen, das man in den vergangenen Jahren des öfteren vermisst hatte.

Verschiedene Getreidesorten konnten sich aber nicht bestens entwickeln

Die Wintergerste hat nicht mehr all zu viel von den segensreichen Niederschlägen im Juni. Sie wird in zwei bis drei Wochen geerntet, wie Manfred Faber für Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Nördlingen erklärt. Die Getreidesorte habe sich vor allem im trockenen April unter ebenjenen widrigen Bedingungen entwickeln müssen: „Das Wasser konnte da nichts mehr bewirken“, so der Fachmann ;die Körner in den Ähren seien deswegen merklich geschädigt.


Doch trotzdem, es hätte, nach den im wahrsten Sinne des Wortes staubtrockenen Apriltagen, weitaus schlimmer kommen können, weiß Faber. Der Grund für den anfänglichen Pessimismus liegt auf der Hand und ist mithin noch sichtbar auf Äckern, Wiesen und Wäldern: Die vergangenen zwei Jahre waren deutschlandweit von einer weitreichenden Trockenheit geprägt gewesen. In diesem Jahr jedoch wendete sich das Blatt quasi in letzter Sekunde. Vor allem im Juni setzten im wieder die gewünschten Regenfälle ein, die Betonung liegt hier laut Faber auf „gewünschten“ – denn es handelte sich dabei weniger um punktuelle Platzregen denn um den großflächigen Landregen, sprich: konstante Niederschläge in weiten Teilen der Region. „Dieser Regen war Gold wert“, resümiert Faber, auch im Hinblick auf die zu erwartenden Ernteerträge heuer.

Faber: Die große Katastrophe bei der Ernte wird es wohl heuer nicht geben

Der Mais etwa sei in den vergangenen drei Wochen förmlich „explodiert“. Auch bei den später geernteten Sorten wie den Zuckerrüben und den Kartoffeln ist der Chef des Landwirtschaftsamtes optimistisch. Und auch beim Getreide seien durchaus zumindest durchschnittliche Erträge zu erwarten. „Die große Katastrophe wird es heuer nicht geben – Gott sei Dank!“, sagt Faber.

Das jetzige Wetter, das einige Bürger ob so mancher verregneter Tage nicht so recht genießen wollen, sei indessen ideal: Wärme und Feuchtigkeit, das sei vonnöten, damit die Vegetation „aufatmen“ könne. Aber andererseits stellt Faber auch klar: „Auf das ganze Jahr gerechnet haben wir noch kein Wasser im Übermaß heuer.“ Doch vor allem im Vergleich zu den letzten zwei Jahren könnten die Landwirte zufrieden sein. Und drastische Starkregenereignisse, die zu Schädigungen führten, sie seien bis dato rar. Ausnahmen sind die Niederschläge mit Hagel im Raum Riedlingen am letzten Juniwochenende sowie zuletzt das Überlaufen der Ussel in Daiting. Es seien aber insgesamt aus landwirtschaftlicher Sicht „keine größeren Schäden entstanden“ – auch keine Erosionen der Böden.

Auf den Wiesen im Kreis Donau-Ries sieht man sattes Grün

Und: Auf den Wiesen ist wieder sattes Grün zu sehen. Der erste Schnitt in diesem Jahr hingegen war im Landkreis Donau-Ries laut Faber „nicht gut“. Auch hier habe sich jüngst im wahrsten Sinne des Wortes das Blatt gewendet.

Das Wald war zuletzt so etwas wie das Sorgenkind im AELF. Die vergangenen Dürrejahre haben ihm stark zugesetzt, wobei die Region Nordschwaben im direkten Vergleich mit dem benachbarten Mittelfranken noch mit einem blauen Auge davongekommen ist. Faber meint indes, dass die hiesigen Forste durchaus noch etwas Wasser gebrauchen könnten, aber auch die Bäume hätten nun „richtig aufgeatmet“. Allerdings sei die Entwicklung in den Wäldern langfristiger zu beobachten. Bäume brauchen einen Boden, der dauerhaft durchdrungen ist von ausreichend Feuchtigkeit. Und trotz der gestiegenen Niederschlagswerte hätten die Waldböden aufgrund der Trockenzeiten „noch keinen Normalzustand“ erreicht.

Derweil hält sich die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners heuer bis dato in Grenzen. Bis auf einzelne Bäume sei er im Vergleich zu den Vorjahren seltener zu sehen: „Sonst waren die Eichen schon im Juni kahl dagestanden“, sagt Faber. Keine Verbesserung ist aber bei der Esche zu erkennen – das Eschentriebsterben, hervorgerufen durch einen Pilz, ist in vollem Gange; bis auf wenige Exemplare hat es im Kreis sämtliche Bäume erwischt. Die Buche wiederum hat es in Nordschwaben weniger stark getroffen; sie litt allem voran in Franken stark unter der Hitze. Es bleibt jetzt zu hoffen, dass es so glimpflich weitergeht auf Wald, Wiesen und Feldern in Nordschwaben.

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