Newsticker

Biontech und Pfizer: Großbritannien lässt Corona-Impfstoff zu
  1. Startseite
  2. Lokales (Donauwörth)
  3. Neues Leben in der Turmstube

Wemding

08.02.2018

Neues Leben in der Turmstube

Die Stube in einem der Türme der Stadtpfarrkirche St. Emmeram in Wemding soll bis 2019 hergerichtet, vorübergehend mit Personal besetzt und künftig verstärkt genutzt werden.
Bild: Strohofer

Die Stadt will den Raum hoch über Wemding wieder nutzbar machen. Dafür müssen aber einige Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Ein Türmerpaar steht bereit.

Der Türmer hoch über den Dächern Nördlingens in der Stube des Daniels – so wird der mächtige Turm der St.-Georg-Kirche genannt – ist eine weit über den Landkreis hinaus bekannte Institution. Im kommenden Jahr wird diese Funktion zumindest vorübergehend in Wemding neu belebt. Bekanntlich feiert die Stadt 2019 ein großes historisches Fest. Ein Anlass dafür ist der Bau des zweiten Turms der Kirche St. Emmeram vor 400 Jahren. Ein Programmpunkt sollen Führungen auf den älteren der beiden Türme (der mit der Uhr) sein, in dem sich seit jeher eine Türmerstube befindet. Über Jahrhunderte wachte dort in 50 Metern Höhe ein Türmer über die Stadt und schlug Alarm, sobald er Feinde am Horizont oder einen Brand entdeckte.

Diese Tradition endete in Wemding 1919. Genau 100 Jahre später will die Kommune nun die Stube besser zugänglich machen, wieder einrichten und mit Personal besetzen. Dafür bedarf es aber einiger Vorbereitungen und Mühen. Nachdem sich der Bauausschuss des Stadtrats schon einige Male mit dem Thema beschäftigt hatte, stand es am Dienstagabend erneut auf der Tagesordnung. Hintergrund: Um die Stube wie geschildert nutzen zu können, sind einige Hausaufgaben zu erledigen.

170 Stufen

170 Stufen führen über jahrhundertealtes Gebälk den Turm hinauf. Im Laufe der Zeit haben sich laut Stadtbaumeister Wolfgang Jaumann einige Stolperfallen und Gefahrenstellen gebildet: „Einzelne Stufen fehlen und es sind Lücken in den Podestböden.“ Diese Mängel müssten beseitigt werden. Eine Sicherheitsfirma habe der Stadt zudem aufgetragen, ein zusätzliches Geländer anzubringen. Der Stadtrat vergab jetzt die Zimmererarbeiten für gut 7100 Euro an einen Handwerkbetrieb.

Auch die Elektrotechnik im Turm muss erneuert werden. „Wir brauchen den eine oder anderen zusätzlichen Beleuchtungspunkt“, erklärte Stadtbaumeister Jaumann. Dieser Auftrag soll in einer der nächsten Sitzungen vergeben werden. Überhaupt werde der Brandschutz weitere Kosten verursachen, so Jaumann.

Sind alle Sicherheitsvorkehrungen getroffen, dürfen künftig Gruppen auf den Turm geführt werden. Ein sogenannter Rettungsschlauch – einen solchen gibt es seit Kurzem zum Beispiel am Turm des Donauwörther Liebfrauenmünsters – als „zweiter Rettungsweg“ ist Bürgermeister Martin Drexler zufolge in Wemding nicht nötig.

Erste Details bekannt

„Wir wollen vielen Gästen die Turmbesteigung mit einem wunderbaren Blick auf die Altstadt und die Umgebung ermöglichen“, sagte Drexler. Die Stube hoch oben in dem Bauwerk soll über das Fest hinaus attraktiver gestaltet werden. Erste Details nannte Josef Barta, Kulturreferent des Stadtrats. Die Stube soll Möbel aus dem Heimatmuseum bekommen. An den Wänden sollen Fotos vom letzten Wemdinger Türmer aufgehängt werden. Auf Glasplatten sollen die Orte abgebildet werden, die man bei schönem Wetter vom Turm aus sehen kann. Dazu soll auch ein Fernglas installiert werden.

Während des Fests 2019 möchte die Stadt den Turm zudem mit Personal besetzen. Für den Job des Türmers habe sich mittlerweile ein Ehepaar beworben, verriet der Bürgermeister.

Ein Problem, das man bis zum kommenden Jahr noch in den Griff bekommen müsse, seien die Mücken in der Stube, so Barta: „Woche für Woche sind Tausende von Fliegen dort oben.“

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren