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Donauwörth

29.03.2019

Oberbürgermeisterwahl: Wen schickt die CSU ins Rennen?

Der Chefsessel im Donauwörther Rathaus wird 2020 frei.
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Der Chefsessel im Donauwörther Rathaus wird 2020 frei.
Bild: Brix Rudi

Plus Der Rückzug von Armin Neudert sorgt in seiner Partei für Unruhe. Welche Kandidaten sich in Position bringen und warum auch München ein Wort mitspricht.

Nachdem die Überraschung angesichts des Rückzugs von Donauwörths Oberbürgermeister Armin Neudert einigermaßen verdaut ist, schlägt vor allem eine Frage in der Region hohe Wellen: Wen schickt die CSU ins Rennen um den Posten des Rathauschefs? Wird es ein Kandidat aus der jungen Riege des Ortsverbandes oder vielleicht doch ein bekanntes Gesicht? Vier Namen machen aktuell die Runde.

Wie zu hören ist, würde Wolfgang Fackler, Ortsvorsitzender der Donauwörther CSU, Fraktionssprecher im Stadtrat und vor allem Landtagsabgeordneter, wohl gerne Jonathan Schädle, 33, aus Auchsesheim als OB-Kandidat präsentieren. Seit 2014 sitzt dieser im Stadtrat und ist dort Sportreferent. In seinem Privatleben pfeift er als Schiedsrichter Fußballspiele und ist in dieser Funktion im Führungsteam der Nordschwäbischen Spitzenschiedsrichter. Beruflich befindet er sich aktuell in der Ausbildung zum gehobenen Dienst. Ginge es nach Wolfgang Fackler, könnte Schädle dann auch gleich den Posten des Ortsvorsitzenden übernehmen.

Auch der Ortsvorsitz ist ein Thema

Mehr Chancen werden aber wohl Stefan Loh, 37, aus Nordheim eingeräumt. Er punktet beim CSU-Vorstand vor allem mit seiner fachlichen Kompetenz und seinem sehr gut abgeschlossenen Jura-Studium. Der Familienvater ist Stellvertretender Leiter des JVA Gablingen und gilt als absolut seriös und ist beliebt. Sollte er nicht OB-Kandidat werden, könnte er zumindest den Ortsvorsitz übernehmen, denn das ist ein arbeitsintensiver Posten. Dann könnte Loh auch eine Art Tandem mit dem gekürten OB-Kandidaten bilden.

Oberbürgermeisterwahl: Wen schickt die CSU ins Rennen?

Hoch gehandelt wird auch der Donauwörther Joachim Fackler. Der 33-Jährige ist wie Loh ein Top-Jurist und arbeitet derzeit im Finanzministerium in München. Er ist Klassenkamerad von Jonathan Schädle und kennt auch Loh von der Jungen Union. Er gilt als sehr tatkräftig und ohne familiären Anhang im Privaten als nicht so eingebunden. Allerdings wird intern heiß diskutiert, ob Donauwörth mit zwei Facklers in politischen Spitzenpositionen zurecht käme – bekanntermaßen sind die beiden Brüder.

Wolfgang Fackler als sichere Wahl?

Und dann gibt es noch die Option Nummer vier, die wohl viele CSUler gerne sehen würden, weil sie einen sicheren Sieg bei der Kommunalwahl verspricht: Wolfgang Fackler, 43, könnte sein Landtagsmandat niederlegen, um in Donauwörth Oberbürgermeister zu werden. Diese Gedanke gefällt auch den CSU-Mitgliedern außerhalb der Großen Kreisstadt, denn dann könnte Donauwörth in CSU-Hand bleiben, wo das doch in Nördlingen alles andere als gewiss ist.

Kreisvorsitzender Ulrich Lange ist aber wohl nicht so gut auf die Parteigenossen in Donauwörth zu sprechen, denn Lange hat erst in der Kreistagssitzung am Montagvormittag vom Rückzug Neuderts erfahren. Fackler wusste es wohl schon einige Tage vorher und auch einige CSU-Stadträte hatte der 54-Jährige persönlich bei einem Treffen am Samstagabend vorab informiert. Lange und auch Landrat Stefan Rößle aber fielen am Montag aus allen Wolken.

Welche Rolle Hans Reichart spielt

Sollte sich Wolfgang Fackler doch noch überzeugen lassen, für den Rathausposten zu kandidieren, hätte das weitreichende Folgen für den Wahlkreis. Denn dann würde Hans Reichart, aktuell Bayerischen Verkehrsminister ohne Landtagsmandat, im Maximilianeum als nächster nachrücken und das Mandat für den Landkreis wäre weg. Natürlich würde sich Reichart aus Jettingen-Scheppach (Landkreis Günzburg) vielleicht dazu bewegen lassen, sich den Belangen des Landkreises anzunehmen – das ist aber keine Verpflichtung.

Eine Art „zugeteilten“ Abgeordneten hatte der Landkreis übrigens schon einmal. Karl Heinz Lemmrich, von 1965 bis 1988 CSU-Abgeordneter im Deutschen Bundestag, stammte eigentlich aus dem Raum München, vertrat aber zunächst den Wahlkreis Donauwörth und später Donau-Ries. Er wohnte dann sogar in Rain.

Wer am Ende das Rennen um die Kandidatur machen wird, wird sich vielleicht schon bei der nächsten Vorstandssitzung der CSU Donauwörth entscheiden. Mitte April wird es eine Mitgliederversammlung geben, bei der dann der Kandidat wohl feststehen wird.

Lesen Sie hierzu auch: Wahl: Oberbürgermeister Neudert tritt nicht mehr an Nach Neudert-Verzicht: CSU sucht einen OB-Kandidaten

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