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Oberndorf

07.04.2021

Oberndorf will heuer so viel Geld investieren wie noch nie zuvor

Der neue Kindergarten in Oberndorf soll im Herbst eröffnet werden.
Foto: Helmut Bissinger

Plus Die Gemeinde Oberndorf hat 2021 viel vor, wie der Haushaltsplan zeigt. Eventuell kann das hohe Tempo bei den geplanten Ausgaben aber nicht gehalten werden. 

Die Oberndorfer sind dafür bekannt, gut feiern zu können. In diesem Jahr hätten sie dafür gleich mehrere Anlässe, wie eine neue, moderne Kläranlage oder im Herbst die Eröffnung eines Vorzeige-Kindergartens. Und auch andere Maßnahmen in der Lechgemeinde haben durchaus den Charakter von Projekten, die sich noch in etlichen Jahren als zukunftsorientiert erweisen werden. Doch möglicherweise bremst die Pandemie die Oberndorfer aus. Ob es nach der Fertigstellung der Baumaßnahmen Feiern geben wird, steht in den Sternen.

„Es wäre schade, wenn wir nicht mit der gesamten Bevölkerung den Abschluss der Bauaktivitäten feiern könnten“, sagt Bürgermeister Franz Moll. Insgeheim hofft er auf den Herbst. In den nächsten Jahren könnte es weniger Anlässe geben, muss die Kommune doch nach den aktuellen Kraftanstrengungen möglicherweise den Gürtel enger schnallen. Bei der Beratung des aktuellen Haushalts mit Finanzplan warnte das Gemeindeoberhaupt jedenfalls immer wieder zwischen den Zeilen, „dass wir notfalls Wünschenswertes auch einmal zurückstellen müssen“.

Finanzen: Oberndorf will im Jahr 2021 8,7 Millionen Euro investieren

Der Etat schließt in Einnahmen und Ausgaben mit 13,3 Millionen Euro ab, der Löwenanteil (8,7 Millionen Euro) betrifft aufgrund der hohen Investitionen den Vermögenshaushalt. Das Zahlenwerk wurde vom Gemeinderat einstimmig verabschiedet. Für den Bau der neuen Kläranlage, die bereits in Betrieb ist, hat Kämmerin Silvia Stumpf Restkosten von 1,8 Millionen Euro angesetzt. Noch etwas mehr, nämlich 1,9 Millionen Euro, muss die Kommune in diesem Jahr für den Bau des Kindergartens berappen, zuzüglich 200.000 Euro für die Einrichtung. Wenn alles klappt, könnte man aber noch 2021 etwas mehr als 1,1 Millionen Euro an Zuschüssen abrufen, im kommenden Jahr dann noch einmal 760.000 Euro. Die Schaffung einer eigenen „Mittagsbetreuung“ für die Schule schlägt mit rund 400.000 Euro an Restkosten zu Buche.

Die neue Mittagsbetreuung in Oberndorf ist hier untergebracht.
Foto: Helmut Bissinger

Angesichts dieser Zahlen, so Bürgermeister Moll, sei es berechtigt zu fragen, wie hoch sich die Gemeinde verschulden soll oder darf. Für den Anbau ans Feuerwehrhaus müssen zusätzlich 50.000 Euro aufgebracht werden, für Straßenbaumaßnahmen 1,14 Millionen Euro. Darin enthalten sind die Arbeiten für die Ortsdurchfahrt in Flein, aber auch noch ein Restposten von 470.000 Euro, der an den Landkreis für die Dorf-/Eggelstetter Straße zu entrichten ist. Noch habe man dafür von der Kreisbehörde keine Abrechnung erhalten.

190.000 Euro für die Sanierung der Außenanlage des VfB Oberndorf

Rund 600.000 Euro gehen in diesem Jahr in den Untergrund. Kanäle müssen saniert, die Pumpwerke aufgerüstet und die Hebeanlagen modernisiert werden. Für 2022 hat die Kämmerin hierfür noch einmal 158.000 Euro vorgesehen. Zur Sanierung der Außenanlage des VfB Oberndorf steuert die Kommune 190.000 Euro bei, für elektrische Schießstände 20.300 Euro und für die Elektroinstallation im Vereinsheim Eggelstetten 30.000 Euro. Vereinsheim und Turnhalle verschlingen zusätzlich 350.000 Euro.

Ein solches Investitionsvolumen, wie es die Lechgemeinde noch nie hatte, will erst einmal gestemmt werden. Im vergangenen Jahr ging die Kommune deshalb mit 4,6 Millionen in die Verschuldung, heuer nun benötigt man erneut 3,91 Millionen Euro (darin enthalten sind zwei Millionen Euro, die bereits beantragt, aber noch nicht abgerufen sind).

Das Oberndorfer Rathaus: Es gibt Pläne, es barrierefrei zu machen.

Warum der Bürgermeister da und dort warnte, zeigt ein Blick in den Finanzplan: Die Kosten für den Schulverband mit Bäumenheim und Mertingen werden in den nächsten Jahren demnach wohl kräftig steigen, wenn von den drei Nachbargemeinden der Abriss und Neubau der Schule in Bäumenheim zu bewerkstelligen ist.

Auch das Gasthaus Krone spielt in den Oberndorfer Plänen eine Rolle

Jeweils 200.000 Euro für zwei Jahre hat die Kämmerin ab 2023 für den barrierefreien Umbau des Rathauses vorgesehen. Aber auch die Zukunft des ehemaligen Gasthauses Krone als wichtige Gemeinschaftsstätte will der Gemeinderat angehen: Eine Million Euro für 2022 hat Silvia Stumpf für die Sanierung angesetzt, die gleiche Summe dann noch einmal für 2023. „Und wir wissen nicht, wie sich Corona auf die Gewerbesteuer oder die Beteiligung an der Einkommensteuer auswirkt“, fügte der Bürgermeister an.

Der Ausbau der Infrastruktur macht Oberndorf zunehmend attraktiver. So gibt es im Ort derzeit keinen freien Bauplatz. Man werde sich Gedanken machen müssen, so Franz Moll, 2022 neue Grundstücke für ein weiteres Baugebiet zu erwerben.

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