Käthe Kruse

18.09.2013

Party für die Puppe

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4 Bilder

Zum 130. Geburtstag der „Puppen-Mama“ präsentierten die Stadt und die Manufaktur gestern vielen Besuchern aus aller Welt Interessantes rund um das Spielzeug

Donauwörth Donauwörth, die Stadt der Käthe-Kruse-Puppen, hatte gestern einen versierten Kenner zu Gast: In das Käthe-Kruse-Museum war Puppendoktor Thomas Dahl eingeladen. Wegen des 130. Geburtstags von „Puppen-Mama“ Käthe Kruse fanden den ganzen Tag über Veranstaltungen statt. Immer im Fokus: Puppen aller Art.

Seit über 25 Jahren restauriert und repariert Thomas Dahl ganz verschiedene Arten von Puppen (Celluloid, Käthe Kruse, Porzellan und, und, und ...), Bären und Kuscheltieren. Diesmal galt sein Besuch anlässlich des 130. Geburtstags von Käthe Kruse den nach ihr benannten Puppen und deren stolzen Besitzern. So kamen am Vormittag 40 bis 50 Personen aus ganz Deutschland in das Käthe-Kruse- Museum, um ihre eigenen Puppen anderen Sammlern zu zeigen sowie sie von Dahl schätzen zu lassen. Dabei beklagte ein älterer Besucher den Bedeutungsverlust der Sammelstücke: „Der Wert dieser Puppen gerät immer mehr in Vergessenheit. Die jüngeren Generationen wissen kaum noch, welches Sammlertum sie in ihren Händen halten und wie viel eine solche Puppe überhaupt wert ist. Aber heutzutage spielen die Kinder fast ausschließlich mit Barbie oder Baby Born. Das ist sehr schade.“ Zu sehen gab es dennoch einige interessante und reizende Käthe-Kruse-Puppen. Viele der gezeigten Objekte waren bereits mehr als 50 Jahre alt und wurden entweder aus Gummi oder aus feinem Rentierhaar angefertigt.

Ein paar der Sammlerstücke wurden einst direkt in Donauwörth, andere in Berlin oder Piemont gekauft. Interessant war auch, wie die Eigentümer zu ihren Puppen kamen. Ein Mann teilte mit, dass er sie beim Hausabriss auf dem Speicher gefunden hatte, und eine ältere Dame gab an, dass sie die Puppe von ihrer Freundin geschenkt bekommen hatte.

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Ein anderer Besucher, welcher sogar im Klub für Käthe-Kruse- Sammler Mitglied ist, erzählte Folgendes: „Ein kennzeichnendes Merkmal für die Käthe-Kruse-Puppen ist, dass sie alle nicht lachen. Denn als sie in der Zeit zwischen 1920 und 1950 hergestellt wurden, beherrschten elende Verhältnisse und schlimme Schicksale das Leben der Menschen in Deutschland. Deswegen gab es in jener Zeit keinen Grund, sie mit lächelnden oder fröhlichen Gesichtern zu bemalen.“ Trotzdem sind auch diese älteren Puppen heute noch bei vielen Menschen sehr beliebt.

Zum 130. Geburtstag von Käthe Kruse wurde gestern auch die Manufaktur in Donauwörth für Besucher geöffnet, um ihnen Einblicke in die Puppenproduktion zu geben und den Menschen die Arbeit an den vielen Puppen und anderen Spielzeugen näherzubringen.

Ungefähr 500 Interessierte betrachteten, mit wie viel Feingefühl die Näherinnen und Malerinnen ihre anspruchsvolle Arbeit verrichten müssen, um letztlich ein schönes Ergebnis zu erzielen. Sehr viele neue und alte Käthe-Kruse-Puppen wurden indessen in den zahlreichen liebevoll dekorierten Ausstellungsräumen präsentiert.

Unter den Besuchern waren auch die Urenkeltochter von Käthe Kruse, Dana Geissler, sowie Zeitzeugen aus Duisburg, welche Käte Kruse persönlich noch kannten. Als Höhepunkt der Veranstaltung wurde eine ganz neue Puppe vorgestellt, welche jedoch nur in limitierter Auflage von 130 Exemplaren erhältlich war.

Den Abschluss der Veranstaltungen von Käte Kruses 130. Geburtstagsfeier bildete dann das gemeinsame Abendessen im Blumenhotel Dehner im Rain. Dort konnten alle Interessenten Vorträgen und auch Zeitzeugenberichten lauschen.

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