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Donauwörth

07.12.2020

Peter Alt ohne Weihnachtsinsel in Donauwörth: "Es ist fürchterlich"

Peter Alt auf der leeren „Weihnachtsinsel“ in Donauwörth. Der Platz direkt am Rathaus, wo sich sonst im Advent viele hundert Menschen tummeln, ist heuer verwaist. Vielen fehlt der Publikumsmagnet.
Bild: Helmut Bissinger

Plus Peter Alts kultige „Weihnachtsinsel“ in Donauwörth läuft sonst um diese Zeit auf Hochtouren. Heuer ist das anders – was Alt sehr bedauert.

„Es ist fürchterlich.“ Peter Alt hat ein ganz schlechtes Gefühl in der Magengegend, wenn er an „seinem“ Platz beim Rathaus in Donauwörth steht. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die dortige „Weihnachtsinsel“ zu einem Kult-Treffpunkt verwandelt. Rund einen Monat lang hatte Alt mit seiner Familie dabei eine Einstimmung auf Weihnachten geboten, wie sie mehr und mehr geschätzt wurde.

Kein Lichterglanz, kein Budenzauber

Doch heuer: kein Lichterglanz, kein Budenzauber, kein Treffen mit treuen Kunden – Peter Alt leidet. Anfang Dezember war normalerweise immer schon von elf Uhr bis 21 Uhr Hochbetrieb am Alt-Stand. „Wir haben uns immer sehr über Aufmunterung schon beim Aufbau gefreut“, blickt der Hobby-Gastronom zurück. „Es fehlt uns die Begegnung“, sagt er, wenngleich natürlich auch der wirtschaftliche Verlust kompensiert werden müsse. Alle in der Familie hätten den Fokus stets auf die Adventszeit gerichtet und in ihren Berufen die Urlaubszeiten entsprechend gelegt.

Zum 50. Geburtstag hatte das Ordnungsamt der Stadt Peter Alt ein besonderes Geschenk gemacht: Inoffiziell darf er seine kleine Weihnachtsinsel seither am Peter-Alt-Platz aufbauen. Hinter dem Unternehmen steckt mehr, als man zunächst vermuten würde: In einer Stunde verbraucht man so viel Strom wie in einem Haushalt normalerweise pro Woche.

Mit den Jahren ist das Angebot gewachsen

Ganz früher, als es noch einen Christkindlesmarkt rund um das Münster in der oberen Reichsstraße gegeben hatte, war Peter Alt schon dabei. „Bescheiden“ sei dies damals gewesen. Als man ihm signalisiert hätte, dass er die Weihnachtsinsel beim Rathaus nach seinen Vorstellungen „einrichten“ und gestalten könne, sei dies für ihn ein Anreiz gewesen. Mit den Jahren ist auch das Angebot gewachsen: Allein 17 verschiedene heiße Getränke befinden sich im Angebot, wie beispielsweise der begehrte Eierlikör-Punsch. Dazu kommen 21 verschiedene Essensangebote: Vom Veggieburger über Apfelküchle bis hin zum Kapitänsschnitzel oder der ganz normalen Currywurst mit Pommes.

100.000 Euro investiert

Weil er für jeden etwas bieten wollte, hat Peter Alt in zehn Jahren 100.000 Euro investiert. Der Erfolg hat ihm recht gegeben: „Bis aus Ingolstadt oder München kommen zu uns Gäste.“ Bei ihm treffe sich der Frauenbund, würden Geburtstage oder kleine Betriebsjubiläen gefeiert, lasse man einen Arbeitstag gemütlich und gesellig ausklingen. Das soll in jedem Fall 2021 wieder so sein.

Im vergangenen Jahr haben an 33 Tagen 33 Musikgruppen für jene heimelige und besondere Atmosphäre gesucht, die den Advent ausmacht. Die Jagdhornbläser waren dabei, die Bläser der Stadtkapelle oder die Donaulumpen. Seine anfängliche Meinung, dass der Standort nicht ganz einfach sei, hat Alt inzwischen revidiert. Vorausschauendes Denken sei dabei das Wichtigste, musste er doch immer mindestens 48 Stunden im Voraus Lebensmittel, Fleisch und Getränke ordern.

Peter Alt hat die Notbremse gezogen

Dass es in diesem Jahr pünktlich zum Start in den Winter noch weiße Flocken gegeben habe, vermag die Wehmut von Peter Alt nicht zu schmälern. Denn wie oft hat er auf die weiße Pracht gehofft, um eine insgesamt prächtige Stimmung zu bekommen. Eine Woche vor dem „Lockdown light“ hat Alt die Notbremse gezogen und alles abgesagt. „Das war angesichts der Pandemie absolut richtig“, denn schließlich wolle er mit seinen Gästen unbeschwerte Tage und Abende verbringen.

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