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Monheim

21.12.2020

Polizei schnappt zwei Serien-Graffitisprayer aus Monheim

Fast 100 Sprühdosen mit Lackfarbe hat die Polizei in der Wohnung eines 20-Jährigen in Monheim entdeckt. Der junge Mann kommt für zahlreiche Schmierereien in der Region in Frage.
Bild: Polizeiinspektion Donauwörth

Plus Ein 20- und ein 17-Jähriger aus Monheim kommen für zahlreiche Schmierereien in der Region in Frage. Die beiden Verdächtigen haben offenbar auch mit Drogen gehandelt.

Offenbar seit Monaten haben ein junger Mann und ein Jugendlicher im Raum Donauwörth und Monheim an zahlreichen Stellen mit Sprühfarbe und dicken Filzstiften alle möglichen Wände oder sonstige Objekte beschmiert. Ein Spruch, der an manchen Tatorten zu lesen war, lautete „Catch me if you can“, zu Deutsch: „Schnappt mich, wenn ihr könnt“. Das sei nun „relativ zeitnah eingetreten“, merkt die Polizeiinspektion Donauwörth in einer Pressemitteilung trocken an, denn: Die Ermittler haben bei zwei Hausdurchsuchungen in Monheim umfangreiches und eindeutiges Beweismaterial bezüglich der Sachbeschädigungen sichergestellt. Doch nicht nur das: Die Beamten stießen auch auf eine ordentliche Menge Rauschgift.

Schmierereien in Donauwörth und Monheim: Hinweise von Zeugen führten zu Verdächtigen

Die Inspektion spricht von einem „Doppelschlag gegen die sogenannte Graffiti-Szene“, den man am Sonntag und Montag verbuchen habe können. Im Zuge der langwierigen und umfangreichen Nachforschungen, für die angesichts der Vielzahl von solchen Straftaten eine Ermittlungsgruppe der Inspektion verantwortlich zeichnete, meldeten sich auch Zeugen. Deren Hinweise führten zu einem 20-jährigen Monheimer. Der war bereits in der Vergangenheit einschlägig in Erscheinung getreten.

Nun vollzogen Beamte am Montagmorgen an der Wohnanschrift des jungen Mannes einen Durchsuchungsbeschluss der Staatsanwaltschaft Augsburg. Dabei stellten die Gesetzeshüter umfangreiches Beweismaterial sicher. Unter anderem wurden knapp 100 Sprühdosen mit Autolack verschiedenster Farben, Handschuhe, Farbzusätze, ein Notebook und ein Mobiltelefon, auf denen Fotos gespeichert waren, und ein sogenanntes „Sprayer-Blackbook“ (Skizzen- und Vorlagenbuch) mit zahlreichen Sprühmotiven in amtliche Verwahrung genommen.

Verdacht auf Drogenhandel: Polizei entdeckt Drogen 600 Gramm "Speed" in Monheim

Zudem entdeckten die Polizisten in der Wohnung des 20-Jährigen 600 Gramm des Amphetamins „Speed“, Drogenutensilien und mehrere hundert Euro in „szenetypischer Stückelung“, also in Beträgen, die beim Kauf beziehungsweise Verkauf von Rauschgift üblich sind.

Die Beamten beschlagnahmten den Stoff und das Geld. Der junge Mann steht also im dringenden Verdacht, mit Drogen gehandelt zu haben.

Drogen, Bargeld und andere Gegenstände hat die Polizei bei einem 20- und einem 17-Jährigen in Monheim beschlagnahmt.
Bild: Polizeiinspektion Donauwörth

Monheim: Polizei entdeckt Farben und Fotos der Schmierereien bei einem 17-Jährigen

Bereits am Sonntag nahmen die Gesetzeshüter in Monheim eine weitere Wohnung, genauer gesagt das Zimmer eines 17-jährigen, unter die Lupe – und wurden auch dort fündig: Sie stießen auf fast 30 Sprühvorlagen und ebenfalls ein „Blackbook“ mit etwa 100 weiteren Graffiti-Skizzen. Im Zimmer des Jugendlichen befand sich neben mehreren extradicken Filzstiften (Permanent-Marker) auch eine schwarze Sprühdose mit Autolack. Auf dem Mobiltelefon des jungen Mannes waren Fotos von Schmierereien gespeichert, die zu Fällen im Zuständigkeitsbereich der Donauwörther Inspektion passen.

Darüber hinaus fanden die Polizisten im Zimmer des Jugendlichen eine Druckverschlusstüte mit Amphetaminen sowie etwa 80 Gramm Speed. Sämtliche genannten Gegenstände stellten die Beamten sicher.

Waren die jungen Männer aus Monheim gemeinsam in der Sprüher- und Drogenszene aktiv?

Die beiden Verdächtigen kommen nach Auskunft der Dienststelle für zahlreiche Schmierereien im Raum Donauwörth und Monheim in Frage. Ob der 20- und der 17-Jährige sich näher kannten und gemeinsam in der Sprüher- beziehungsweise Drogenszene aktiv waren, wird geprüft. Die Ermittlungen, auch bezüglich der exakten Schadenshöhe, dauern aktuell noch an. Das beschlagnahmte Rauschgift hat einen Straßenverkaufspreis von geschätzten 10.000 Euro.

Der Gesamtsachschaden durch Schmierereien in der Region summieren sich – wie mehrfach berichtet – grob geschätzt auf mindestens 60.000 Euro. Wie viele davon dem nun aufgeflogenen Duo angelastet werden können, sollen die weiteren Ermittlungen zeigen. (mit pm)

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