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Rain
10.03.2020

Schulzentrum: Richterspruch wird Ende März erwartet

Die Abbrucharbeiten des Schulzentrums liegen derzeit auf Eis und verzögern sich um etliche Monate – sehr zum Ärgernis aller Beteiligten.
Foto: Barbara Würmseher

Wie und wann geht es mit den Abbrucharbeiten weiter? Die Verzögerungen sind ärgerlich. Zudem macht die Mensa Kopfzerbrechen. Jetzige Pächterin hat ihren Vertrag gekündigt.

Der Baustopp am größten Gebäudekomplex des Schulzentrums Rain ist mittlerweile vor dem Richter gelandet. Bei der Vergabekammer Südbayern hat vor gut einer Woche eine nicht-öffentliche Verhandlung stattgefunden, deren Urteil bis spätestens 31. März feststehen soll, wie Landrat Stefan Rößle gestern in der gemeinsamen Sitzung von Kreis-Bauausschuss und Schulverband sagte.

Wie mehrfach berichtet, hätte „Bauteil C“ im Januar abgerissen werden sollen, bevor im Frühjahr die Schwalben aus dem Süden zurückkommen und mit dem Nisten beginnen. Den Vögeln wird man Ausweichquartiere anbieten.

Bauarbeiten liegen auf Eis

Doch ein Unternehmen hat geklagt, weil es den Auftrag für den Abbruch nicht bekam, obwohl es das günstigste Angebot abgegeben hatte. Damit liegen die Bauarbeiten erst einmal auf Eis.

Der Grund für die Entscheidung des Landratsamtes, nicht den Abbruchunternehmer mit dem preiswertesten Angebot zum Zug kommen zu lassen, liegt in einem komplizierten Verfahren, das zwischen Haupt- und Nebengeboten unterscheidet und die Frage offen lässt, ob Nebenangebote grundsätzlich zugelassen sind. Dieses Verfahren ist derart kompliziert, dass laut Schulverbandsvorsitzendem Gerhard Martin „selbst die Juristen der Vergabekammer nicht wissen, wie man so etwas richtig ausschreiben kann“.

Richterliche Entscheidung bis Monatsende erwartet

Jetzt wird die richterliche Entscheidung bis Monatsende erwartet. Allerdings gehen Landrat Rößle und Joachim Aurnhammer (Teamleiter Hochbau) davon aus, dass es eine neue Ausschreibung geben muss. Verwaltung, Kreispolitiker und Mitglieder des Schulverbands hoffen optimistisch, dass Mitte September der Abbruch der Fassade dann endlich stattfinden kann. Bis dahin soll die Zeit genutzt werden, das Gebäude im Inneren zu entkernen.

Für alle Beteiligten ist es ärgerlich, die zeitliche Verzögerung von etwa einem knappen Dreivierteljahr hinnehmen zu müssen, die zudem nach Einschätzung aller auch eine Kostensteigerung mit sich bringen wird. Zudem kann es sein, dass die Folgegewerke ebenfalls länger dauern und teurer werden.

Außerdem bleibt das Risiko, dass auch die neue Ausschreibung schlimmstenfalls erneut in einen Rechtsstreit mit unerfreulichen Zwangspausen mündet. Auf eine entsprechende Nachfrage von Johannes Schachaneder erklärte Rößle: „Das kann man auch für die Zukunft nicht ausschließen.“

Mensa: Pächterin kündigt Vertrag zum Schuljahresende

Ein weiterer Punkt im Zusammenhang mit Abriss und Neubau des Schulzentrums, der die Kreispolitiker nicht glücklich stimmt, ist das Problem Mensa. Im Dezember hatte das gemeinsame Gremium eine Interimslösung mit Küchencontainern abgelehnt. Diese hätte geschätzt 540.000 Euro gekostet.

Seitdem haben Gespräche stattgefunden, in denen Lösungen gesucht wurden. Bis Schuljahresende – August 2020 – bleibt die jetzige Mensa unangetastet. Eventuell sogar länger. Es war ein Anliegen, die jetzige Pächterin zu halten, die direkt vor Ort frisch kocht und sich auch um den Pausenverkauf kümmert. Es wurden aber auch andere Varianten gedanklich durchgespielt, so etwa eine Cateringlösung, bei der eine externe Küche das Essen liefert.

Da sich die Situation für die jetzige Pächterin allerdings wirtschaftlich zu unsicher darstellte, hat sie ihren Vertrag zum Schuljahresende gekündigt. An Lösungen wird nun also erst recht weitergearbeitet. Kreisrätin Claudia Marb regte an, dabei auch an die direkt benachbarte TSV-Gaststätte zu denken.

Schwalbenhäuser werden aufgestellt

Abgesehen davon liegen die Arbeiten am Schulzentrum im Zeitplan, wie Joachim Aurnhammer mitteilte. Ende März werden die Schwalbenhäuser aufgestellt, die künftig die Ersatzquartiere sein sollen. Der erste Schulneubau „Bauteil B“ ist soweit fertig, dass Innenausbau und Fassade erledigt werden können. Die aktuelle Kostenprognose liegt bei 55,56 Millionen Euro und somit um rund 340000 Euro über der Planung. Allerdings sind ja insgesamt 60 Millionen eingestellt, um einen Puffer zu haben. „Diese 60 Millionen Euro werden wir aber auch brauchen“, so Aurnhammer.

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