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Soziales 

16.08.2019

Rainer haben mehr im Geldbeutel

Wer in Rain wohnt, dem geht es gut – zumindest finanziell stehen die Bürger der Tilystadt im landkreisweiten Vergleich am besten da. Das ist Inhalt der aktuellen Sozialraumanalyse des Landkreises.

Donauwörther und Rainer verdienen im Schnitt deutlich mehr als Nördlinger. Welche Erkenntnisse die Sozialraumanalyse des Kreises noch liefert. 

Die Donauwörther verdienen im Durchschnitt deutlich mehr als die Nördlinger, aber nicht so viel wie die Bürger in Rain. Das geht aus der Sozialraumanalyse des Landkreises Donau-Ries für die Jahre 2015 bis 2017 hervor. Demnach lag das zu versteuernde Einkommen pro Lohn- und Einkommenssteuerpflichtigem in Nördlingen im Jahr 2017 bei knapp 36000 Euro und ist damit landkreisweit der niedrigste Betrag. In Donauwörth dagegen waren es über 43 000 Euro. Spitzenreiter im Landkreis ist Rain mit fast 47 000 Euro, gefolgt von Monheim (46500 Euro), Kaisheim (42000 Euro) und Holzheim (41000 Euro).

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Für ganz Bayern wurde in der Analyse eine Summe von knapp 40500 Euro angegeben, im Landkreis verdienen die Bürger im Schnitt 38500 Euro.

Insgesamt wurden für die Sozialraumanalyse acht sogenannte Indikatoren untersucht, wie Jugendhilfeplanerin Marissa Hey erläutert. Einer davon: Wie viele erzieherische Hilfen gab es für unter 18-Jährige? Donauwörth, Mertingen, Oberndorf, Rögling und Otting lag bei diesem Punkt deutlich über dem bayernweiten Schnitt;

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Die Jugendlichen im Landkreis fallen deutlich weniger häufig negativ auf, als im Schnitt in Bayern. Spitzenreiter im Kreis ist hier Daiting mit 5,8 Prozent, aber auch Donauwörth und die Gemeinden entlang der B16 bis Rain fallen häufiger in diesem Zusammenhang auf, als etwa Harburg, Huisheim oder Tapfheim. Bei dieser Statistik werden tatverdächtigen Personen zwischen 14 und 21 Jahren berücksichtigt. Im gesamten Landkreis lag die Quote mit 2,5 Prozent noch niedriger als in Bayern mit 2,5 Prozent.

Ebenfalls erfasst wurden die minderjährigen Scheidungskinder unter 18 Jahren im Jahr 2017 - in Donauwörth waren das 7,2 Prozent, in Rain 7,4 Prozent und in Fünfstetten sogar 10,3 Prozent. Nicht in der Zahl enthalten sind die Kinder, deren unverheiratete Eltern sich getrennt haben. Im Oktober 2018, so Hey, war fast jede fünfte Mutter im Landkreis alleinerziehend – das gilt vor allem für die Städte Donauwörth, Rain, Nördlingen, Ottingen und Monheim. Allerdings, so schränkte die Jugendplanerin ein, seien dabei auch die Mütter erfasst, die mit dem Vater nicht verheiratet seien. Der Leiter des Amtes für Jugend und Familie am Landratsamt in Donauwörth, Adelbert Singer, sagt auf Anfrage unserer Zeitung, dass diese Zahl durchaus Auswirkungen habe: Alleinerziehende bräuchten in der Regel mehr Betreuungszeiten für ihre Kinder, hätten eher mit finanziellen Engpässen zu kämpfen: „Sobald eine Familie sich trennt, braucht sie zwei Wohnungen.“ Deutlich mehr Kinder aus atypisch verlaufenden Familiensystemen seien zudem in Jugendhilfemaßnahmen. Zwar teilten sich viele getrennte Paare das Sorgerecht, doch in der Praxis lebten geschätzte 95 Prozent der Kinder bei den Müttern.

In der Sozialraumanalyse wurde ebenfalls untersucht, wie viele Menschen Hartz IV beziehen. Im Dezember 2017 lag diese Zahl bei den unter 65-Jährigen in Nördlingen bei 475, was 3,0 Prozent entspricht. In Bayern lag die Quote bei 4,4 Prozent, in Deutschland bei 9,5 Prozent. Die Arbeitslosenquote war in Nördlingen zum 30. Juni 2018 mit 3,1 Prozent höher als im landkreisweiten Durchschnitt, am besten schneiden hier Rain, Wallerstein und Amerdingen mit einer Quote von 2,0 ab. Donauwörth liegt bei 2,3 Prozent. Die Höchste Arbeitslosenquote bei Jugendlichen haben die Gemeinden Oberndorf, Haisfahrth und Huisheim. Die Zahl der Wohnungen pro Wohngebäude fällt in Städten deutlich höher aus als in Dörfern oder kleinen Gemeinden. So kam Donauwörth im Dezember 2017 auch auf 1,92 - die kleinste Gemeinde im Kreis, Forheim, dagegen auf 1,19. Im Durchschnitt verfügte eine Wohnung in Donauwörth, Rain oder auch in Nördlingen und Oettingen etwa 100 Quadratmeter - Spitzenreiter im Landkreis war bei diesem Punkt Holzheim mit rund 138 Quadratmeter. Überhaupt lebt man auf mehr Fläche, je weiter man aus Land geht – so der ablesbare Trend.

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