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Donauwörth

26.07.2019

Realschule Heilig Kreuz lehnt knapp 50 Schüler ab

Die Realschule Heilig Kreuz hat im neuen Schuljahr 485 Schüler. 93 gehen davon in die fünfte Klasse. Mehr anzunehmen hat der Träger, das Schulwerk der Diözese Augsburg, abgelehnt. Denn 139 Jugendliche hatten sich für die fünfte Klasse angemeldet. 
Bild: Foto: Manuel Wenzel

Plus An der Realschule Heilig Kreuz gibt es mehr Anmeldungen als Plätze. Warum Schüler aus Tapfheim aber auch schlechtere Schüler nicht aufgenommen werden.

Es gab Zeiten, da war die Realschule Heilig Kreuz froh um jeden neuen Schüler. Doch die einstige Knabenrealschule ist in diesem Schuljahr koedukativ, nimmt also auch Mädchen auf. Seitdem ist die Zahl der Anmeldungen in die Höhe geschnellt. Waren bis 2017 noch 62 männliche Schüler in der fünften Klasse, gingen 2018 bereits 115 Mädchen und Buben in die Starterklasse in Heilig Kreuz. Dieses Jahr gab es sogar 139 Anmeldungen – doch nur 93 Kinder dürfen ihren Bildungsweg in Heilig Kreuz fortsetzen. Denn aus organisatorischen und auch finanziellen Gründen will das Schulwerk, dass Heilig Kreuz pro Jahrgang maximal drei Parallelklassen hat. Das sorgt für Ärger.

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Abgelehnt wurden nach Aussage von Schulleiter Joachim Düsing zunächst alle Schüler, die den erforderlichen Notendurchschnitt nicht vorweisen konnten. Der in vielen Realschulen übliche Probeunterricht, um auch schlechteren Schülern einen Übertritt zu ermöglichen, wurde bewusst nicht angeboten.

Auch alle Kinder, die außerhalb des Landkreises wohnen, konnten nicht angenommen werden. Das trifft vor allem Anwärter aus Nordendorf, denn von dort gibt es eine gute Zuganbindung.

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Tapfheimer Schüler werden nach Dillingen verwiesen

Besonders umstritten aber ist die Entscheidung, dass alle Schüler aus Tapfheim abgelehnt wurden. Sie wurden an die Bonaventura-Realschule nach Dillingen verwiesen. An dieser Schule, die ebenfalls zum Schulwerks der Diözese Augsburg gehört, waren noch Kapazitäten vorhanden. Insgesamt trifft es zwar nur fünf Kinder, doch teilweise haben diese Geschwister, die nach Heilig Kreuz gehen.

Entsprechend groß war die Irritation und der Ärger in der Gemeinde Tapfheim. Zwar waren die Eltern bereits am 6. Mai über die Entscheidung informiert worden, doch Bürgermeister Karl Malz kritisierte in der öffentlichen Gemeinderatssitzung dieser Woche, dass des der Träger der privaten Schule wohl nicht für nötig gehalten habe, ihn über „den Ausschluss der Tapfheimer“ zu informieren. Das Schulwerk versuche wohl, „schon heute dem Rückgang der Schüler entgegen zu treten und kosteneffektiver zu werden“. Doch er wolle diese Entscheidung nicht akzeptieren. „Auch mit Geldern aus Tapfheim werden die Schulsanierungen und Umbauten in Heilig Kreuz und Sankt Ursula finanziert.“ In kleineren Orten wie Brachstadt oder Oppertshofen müssten sich die Eltern nun überlegen, wie ihre Kinder zum Bahnhof in Tapfheim kommen, um von dort nach Dillingen oder Rain zu fahren.

Enttäuscht und schockiert

Gemeinderat Werner Freißler (PWG) sagte dazu: „Ich bin enttäuscht, nein schockiert.“ Das sei nicht hinnehmbar und habe mit kirchlichem Denken nichts zu tun.

Peter Kosak, Leiter des Schulwerks, sagte, dass „aufgrund einer Überbuchung“ die Absagen rechtzeitig erfolgt seien. An der Heilig Kreuz-Realschule in Donauwörth werde man die Kapazitäten zu Beginn des kommenden Schuljahres mit 93 Schülern in drei Klassen ausschöpfen. Kosak: „Mehr geht nicht.“

Hintergrund für die Entscheidung ist der örtliche Zusammenschluss der Realschule Heilig-Kreuz mit der Mädchenrealschule Sankt Ursula. Bis 2023 soll das Schulgebäude von Heilig-Kreuz erneuert und erweitert sein. Dafür werden in beiden Realschulen, die nach unterschiedlichen pädagogischen Konzepten unterrichten, die Jahrgangsgrößen fixiert. Sankt Ursula soll dann zweizügig (62 Schüler pro Jahrgang) und Heilig Kreuz dreizügig sein (93 Schüler). Beide Schulen werden dann Mädchen und Buben aufnehmen. Private Schulen gelten dann als rentabel, wenn die Klassenstärken bei 30 Kindern liegen.

Realschuldirektor Joachim Düsing hat Verständnis für die Verärgerung der Tapfheimer: „Das es diese Schüler trifft, tut mir in der Seele weh. Aber es ist eine Vorgabe des Trägers, die wir umsetzen müssen.“ Er erklärt, dass auch Schüler aus Rain, Marxheim und Schweinspoint anders unterkommen müssen. Letztlich sei man zu der Überzeugung gelangt, dass den Tapfheimer Schülern der Weg nach Dillingen auch aufgrund der Zuganbindung zuzumuten sei.

Der Tapfheimer Gemeinderat formulierte einstimmig gegen die Entscheidung zu protestieren und das Thema im Kreistag anzusprechen. Schulwerksleiter Peter Kosak will indes nicht ausschließen, dass schon in den kommenden Schuljahren die Anmelde-Situation eine andere sein könnte.

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