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Reichsstraße: Kritik ist kein Schlechtreden

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Kommentar Von Thomas Hilgendorf
29.07.2019

Die Reichsstraße in Donauwörth braucht einen Wandel: mehr Bäume, weniger Verkehr, mehr Aufenthaltsqualität.

Zunächst die gute Nachricht: Die Reichsstraße lebt. Bleiben wir bei dem Bild des Gesundheitszustandes, dann müsste allerdings nach dieser Feststellung ein „Aber“ folgen.

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Es liegt nun keineswegs an den Läden, dass die Donauwörther Hauptgeschäftsmeile einen strukturellen Wandel braucht. Die Stadtpolitik muss vielmehr in Sachen Verkehr und Attraktivität des Areals Reichsstraße endlich Weichen stellen. Ob dieser Wandel so weit gehen muss oder kann, dass ein Teil der Straße zur reinen Fußgängerzone wird, das sei einmal dahingestellt. Schier jeder der an der Debatte Beteiligten sieht jedoch ein, dass es Neuerungen mit zündenden Ideen braucht. Ein Weiter-so oder kaum merkliche Änderungen im Kleinklein helfen wohl nicht, wieder mehr Durchlauf zu generieren. Allerdings ist nicht allzu viel passiert in den vergangenen Monaten. Freilich: Es gab kleine Veränderungen wie etwa die Entscheidung für die Semmeltaste für Kurzparker – und es gibt auch regelrechte Großdebatten im Stadtrat wie jene um die Zukunft des Tanzhauses. Und klar ist auch, dass der Stadtladen noch nicht vom Tisch ist. Das alles aber reicht nicht.

Es ist indes kein Schlechtreden, wenn der Beobachter nüchtern feststellt: Der große Wandel ist bis dato ausgeblieben. Die jüngst beschlossene Sanierung des Freibades könnte derweil als Blaupause für zukunftsweisende Entscheidungen dienen: Man lud planerische Experten, die verschiedene Varianten für ein Projekt anschaulich vorstellten, zählte seine Ressourcen – und entschied sich letzten Endes mutig für eine der Optionen. Der Themenbereich „Stadtklima“ und „Aufenthaltsqualität“ wird mitentscheidend sein für die Entwicklung der Innenstädte – auch für die wirtschaftliche. Nicht umsonst hat genau das Ministerpräsident Markus Söder an diesem Wochenende angemahnt, indem er eine „ökologische Stadtkultur“ forderte. Ökologie ist eben keine Frage der Ideologie, sondern der Verantwortung und letztlich auch der (wirtschaftlichen) Gesundheit.

Diejenigen, die neue Ideen für ihre Reichsstraße fordern, sollten nicht mehr nur zu hören bekommen, dass sie die Meile angeblich schlechtredeten – man könnte das Anmahnen von strukturellen Verbesserungen eher als anständigen Lokalpatriotismus im Sinne der Geschäftsleute und Bürger sehen.

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