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Mertingen-Heißesheim

12.03.2019

Schlagabtausch in Heißesheim

Der sogenannte Sommerdeich im Mertinger Ortsteil Heißesheim.
Bild: Helmut Bissinger

Plus Bei der Bürgerversammlung in dem Dorf wird kontrovers über den Hochwasserschutz diskutiert. Auch bei anderen Themen prallen die Meinungen aufeinander.

Im Mertinger Ortsteil Heißesheim gibt es derzeit ein bestimmendes Thema: Hochwasserschutz. Bei einer Bürgerversammlung erläuterte Marion Keyl vom Wasserwirtschaftsamt Donauwörth die Pläne, die auf einigen Widerstand stießen.

Geplant sind für Heißesheim beim Sportplatz zwei kleine Dämme, die eine Haltelinie des Wassers aus der Zusam im Moosgraben bilden sollen. Mit diesem Bauwerk, einem neuen Retentionsbecken und einem neuen Gumpengraben entlang des zu erhaltenden Zusam-Deiches wären die rund 150 Häuser von Heißesheim sicher und würden nicht beschädigt werden. Um dies umzusetzen, benötigt die Gemeinde allerdings noch die Zustimmung einiger betroffener Grundstücksbesitzer. „Wir kümmern uns darum, dass das Projekt schnell verwirklicht wird“, sagte Bürgermeister Albert Lohner.

Die Unruhe in Heißesheim scheint aber groß. Zumindest ein Bürger kritisierte, dass Gemeinderat und Bürgermeister den Ortsteil nicht unterstützten. Er spielte damit auf eine Entscheidung des Gremiums an, keine Einwände gegen die Festsetzung des Überschwemmungsgebietes in Heißesheim zu erheben. Solidarität und Schulterschluss sei das nicht gewesen. „Aufgeben werden wir nicht“, erklärte Josef Saule, notfalls müsse man auf eigene Kosten eine Klage einreichen. Gleicher merkte an, dass sich dieser Schutzwall an der Zusam im Laufe der Jahre gesenkt habe, deshalb müsste dieser erhöht werden. Im Wasserwirtschaftsamt Donauwörth sieht man das anders. Dort will man den Sommerdeich in seiner jetzigen Höhe erhalten. Wie hoch diese ist und wahr, darüber gibt es sehr unterschiedliche Meinungen.

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Die Fahrkostenabrechnung des Bürgermeisters

Dass die Unruhe in Heißesheim nicht abgeflaut ist, nachdem der Ortsbeauftragte abgeschafft wurde , machte die weitere Diskussion deutlich. Bürgermeister Albert Lohner erläuterte seine Fahrkostenabrechnung, die der seinerzeitige Ortsbeauftragte Wolfgang Kurka angeprangert hatte. Lohner legte dar, dass die nun angewandte Abrechnungsmethode die Kommune monatlich 234 Euro mehr koste. Die ursprüngliche Regelung habe der Gemeinderat so beschlossen, argumentierte Lohner. Für Kurka ist der Vorwurf damit nicht entkräftet. „Der Gemeinderat kann sich nicht über gesetzliche Regelungen hinwegsetzen.“ Ihm sei mitgeteilt worden, dass sich die Justiz erneut mit der Vorgehensweise beschäftigen werde. Die Generalstaatsanwaltschaft werde eine nochmalige Überprüfung anordnen.

Themen des Schlagabtausches waren außerdem die Einstellung einer Kraft in der Finanzverwaltung, die Pacht der Mertinger Brauerei und der Revisionsbericht des Landratsamtes zu den Haushaltsjahren 2006 bis 2016. Dieser, so Lohner, werde nun nach Überprüfungen im April öffentlich gemacht. Kämmerer Jörg Baumgärtner erläuterte, dass man die Pachterträge für die Brauerei nicht veröffentlichen könne, weil diese umsatzabhängig seien und man dadurch gegen den Datenschutz verstoße. Baumgärtner: „Man könnte die Umsätze hochrechnen.“

Dass die eingestellte Kraft in der Finanzverwaltung nicht die erforderliche Qualifikation aufweise, wie von Kurka gegenüber unserer Zeitung geäußert, wies Hauptamtsleiterin Adelheid Degelmann zurück. Kurka führte an, dass er die Qualifikation nie in Frage gestellt habe, aber ihn das Verfahren bei der Einstellung verwundere.

Zulage für Mitarbeiter im Rathaus

Dass über drei Jahre in Mertingen für die Mitarbeiter im Rathaus eine Arbeitsmarktzulage gezahlt worden sei, begründete der Bürgermeister damit, dass man qualifizierte Mitarbeiter in einer Zeit eines großen Arbeitspensums halten und motivieren habe wollen. Im Übrigen beschäftige man nach wie vor weniger Personal als Kommunen vergleichbarer Größe.

Ein Diskussionsteilnehmer bat darum, mehr Themen in der Öffentlichkeit zu diskutieren. Ihm tagt der Gemeinderat zu häufig hinter verschlossenen Türen. „Es wäre wünschenswert, wenn wieder eine Debattenkultur einkehren würde“, fügte ein ander an.

Lohner nutzte die Gelegenheit, um zu erklären, warum es in Heißesheim keinen Ortsbeauftragten mehr gibt. „Wir wollten damit nichts gegen die Heißesheimer machen“, sagte er, „aber mit einem Ortsbeauftragten, der einem Staatsanwaltschaft und Steuerfahndung ins Haus schickt,“ sei schwer zu arbeiten. „Er ist unliebsam geworden, deshalb musste man ihn loswerden“, sprang ein Heißesheimer Kurka zur Seite. Seine Toleranz habe kein Verfallsdatum, bekannte Lohner. Sein mehrfach geäußerter Appell: „Lasst uns endlich wieder vernünftig arbeiten.“

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