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Harburg-Großsorheim

02.07.2020

Spektakel in der „Applauskurve“ erhitzt weiter die Gemüter 

Zieht Motorrad- und Autofahrer an, die Vollgas geben: Die Kreisstraße bei Großsorheim.
Bild: Wolfgang  Widemann

Plus Die Reaktionen auf die Berichterstattung fallen höchst unterschiedlich aus. Während sich immer mehr Anwohner beklagen, zeigt sich die „Szene“ irritiert.

Die Berichterstattung über das Spektakel in der „Applauskurve“ nahe Großsorheim und die damit verbundene Unfallgefahr schlägt hohe Wellen. In der Polizeiinspektion Donauwörth meldeten sich nach Auskunft von Pressesprecher Stephan Roßmanith am Donnerstag zahlreiche Anrufer, die von gefährlichen Situationen auf diesem Kreisstraßen-Abschnitt berichteten, sich über die Lärmbelästigung beklagten und die Ordnungshüter baten, in der Angelegenheit nicht lockerzulassen. Zudem wird über das Internet in Sozialen Netzwerken diskutiert. In denen melden sich auch Auto- und Motorradfahrer zu Wort, die sich immer wieder auf dem Parkplatz an der Kreisstraße neben der Kurve aufhalten – und gar nicht verstehen, warum dort Maßnahmen ergriffen werden.

Wie berichtet, häuften sich bei der Polizei die Beschwerden über die Vorgänge auf der Kreisstraße am Riesrand. Dort treffen sich an manchen Wochenenden und Feiertagen 100 Menschen oder mehr, um eine Party zu feiern. Ermittlungen der Polizei zufolge finden regelmäßig „Beschleunigungs- und Driftrennen sowie Zeitfahr-Rekordversuche“ statt. Augen- und Ohrenzeugen bestätigen dies.

Motoren-Lärm ist weit zu hören

Der Lärm der Motoren ist in umliegenden Orten zu hören. Der Abschnitt gilt inzwischen als unfallträchtig. Seit Januar 2017 registrierte die Polizei 56 Unglücke. Bei diesen erlitten allein fünf Motorradfahrer schwere Verletzungen.

Polizei, Landratsamt und Stadt Harburg wollen die Zustände nicht länger dulden. Um Menschenansammlungen an der „Rennstrecke“ zu verhindern, sind der Parkplatz und ein benachbarter Feldweg an Wochenenden und Feiertagen für Fahrzeuge gesperrt. Das Verbotsschild samt Trägerstange am Parkplatz stahl ein Unbekannter am vorigen Samstag – einen Tag, nachdem es montiert worden war.

Mitglieder der „Szene“ zeigen sich irritiert

Mitglieder der „Szene“, die sich derzeit praktisch täglich an der „Applauskurve“ trifft, zeigen sich in Beiträgen auf der digitalen Plattform „Facebook“ irritiert über die Maßnahmen und die Berichterstattung. „Wird da bewusst versucht, ein gewisses Klientel in ein schlechtes Licht zu rücken“, fragt ein Teilnehmer. Ein anderer bedauert: „Wieder ein Ort weniger, wo man sich treffen kann.“ Er sieht die Tuningszene an den Pranger gestellt: „Es werden einfach Gründe gesucht, warum man das sperren sollte. Auf der Strecke sind 100 erlaubt. Warum darf man dann in der Kurve nicht auf 100 beschleunigen, ist ja nichts Strafbares dabei.“ Eine junge Frau streitet schlicht ab, dass auf der Strecke gefeiert wird: „Dort werden weder schnelle Autos bejubelt noch beklatscht, von Motorrädern erst gar nicht gesprochen.“

Denn sie wissen, was sie tun?

Eine Mutter schlägt sich auf die Seite der Auto- und Motorradfans. Viel gefährlicher als die seien die Verkehrsteilnehmer, welche „die Strecke nicht kennen oder falsch einschätzen“ – und zugleich noch die schöne Landschaft bewunderten. Und weiter: „Die Jungs und Mädels können das einschätzen und wissen, was sie tun.“

Andererseits merkt ein Nutzer an, man solle doch einfach mal Bewohner der umliegenden Orte fragen, „wie denn diese die lärmende Spaßgesellschaft finden. Oder ein Unfallopfer“. Für derartige Aktivitäten gebe es abgesperrte Rennstrecken, „aber bitte nicht öffentliche Straßen“.

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