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Tapfheim

22.06.2020

Straßenstreit in Tapfheim: BI plant ein eigenes Konzept

Die Pläne, die Straße im Bereich Rettingen auszubauen, stoßen bei dortigen Bewohnern und Anwohnern in Donaumünster auf Widerstand.
Bild: Helmut Bissinger (Archivfoto)

Plus Eube „sanfte Sanierung“ der bisherigen Trasse im Bereich Rettingen wird weiter favorisiert. Initiative appelliert an Bürgermeister.

Zu ihrer ersten Arbeitssitzung sind die Verantwortlichen der neu gegründeten Bürgerinitiative „Keine Kreisstraße durch Donaumünster-Rettingen“ zusammengekommen. Im Fokus stand laut Pressemitteilung die Frage, ob die von der Gemeinde Tapfheim geplante Trasse überhaupt die Voraussetzungskriterien erfülle, die für eine Aufstufung zur Kreisstraße notwendig wären.

„Insbesondere die Engstellen im Ortsbereich Donaumünster zwischen Donaubrücke und Überfahrt Kessel lassen sich mit den Anforderungen einer Kreisstraße nicht vereinbaren“, so BI-Vorsitzender Michael Mayer in einer Pressemitteilung. In diesem Bereich sei die Straße so eng geführt, dass es für zwei Lkw unmöglich sei, gefahrlos aneinandervorbeizufahren. Aufgrund der baulichen Situation wäre eine Verbreiterung der Straßenführung nur dann möglich, wenn der vorhandene Gehsteig dafür „geopfert“ werden würde, argumentiert Zweite Vorsitzende Marlies Lippert als Vertreterin der Bürger von Donaumünster. Dies werde jedoch von den Anliegern vehement abgelehnt.

Kesselbrücke für den Schwerlastverkehr nicht tauglich?

Als nicht „schwerlasttauglich“ stuften die BI-Vertreter zudem den Zustand der „in die Jahre gekommenen“ Kesselbrücke ein. Diese sei zu schmal gebaut und für Lkw nicht ausgelegt, so Manfred Hurler und weiter: „Die Brücke müsste abgerissen und mächtiger gebaut werden, um die Kreisstraßenanforderung zu erfüllen.“ Die Kosten dafür habe Bürgermeister Karl Malz noch gar nicht in die Finanzkalkulation seiner Trassenplanung aufgenommen. Die BI-Vertreter kritisierten, dass seitens der Gemeinde bis jetzt kein ganzheitliches Straßenkonzept und deren Gesamtkosten transparent dargelegt wurde. „Bis jetzt wurden immer nur einzelne Bruchstücke von der Gemeindeverwaltung offengelegt. „Konkrete Planungen für den Ortsbereich Donaumünster wurden überhaupt nicht erwähnt.“

Eine weitere Konsequenz, die sich aus der Aufstufung zur Kreisstraße ergeben würde, wäre die Auflösung der bestehenden Tempo–30-Zonen in den Innerortsbereichen von Rettingen und Donaumünster. „Höhere Geschwindigkeiten und mehr Verkehr für die Anlieger“ seien die Folgen des Straßenbauprojektes, resümierte Mayer. Die BI arbeite derzeit ein Alternativkonzept zur Gemeindetrasse aus. Basis dafür sei die vom Bund Naturschutz favorisierte „Sanfte Sanierung“ der bestehenden Trasse und schließt auch den Radwegverlauf mit ein. Sobald es die aktuelle Corona-Situation zulässt, werde man die Gemeinderäte der betroffenen Ortsteile kontaktieren, um sie für die „Bürgervariante“ zu gewinnen.

Zwischenzeitlich wurde auch bekannt, dass Malz die ersten Anlieger zu Notarterminen geladen hätte, um von diesen die benötigten Flächen zu erwerben. Die BI-Vertreter befürchten, dass dadurch vorab Fakten geschaffen werden sollen, denn „bislang liegen weder ein konsensfähiges Gesamtkonzept und noch deren Kosten auf dem Tisch“.

Die BI forderte den Bürgermeister unterdessen auf, seine Blockadehaltung aufzugeben, um mit den betroffenen Anliegern in einen „ergebnisoffenen Dialog“ zu treten. Malz müsse akzeptieren, dass es „die Straße gegen die Bürger nicht geben wird, sondern nur mit diesen“, so das Resümee der BI-Vertreter. (pm)

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