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Donauwörth

13.01.2020

Tango mit Beethoven beim Neujahrskonzert

Bob Ross führt in launigen Worten durch das Konzert.
Foto: Helmut Bissinger

Die Zuhörer in Donauwörth erleben einen amüsanten, artistischen und hochklassigen Auftritt der Gruppe Blechschaden. Profimusiker mit Humor.

Dass das diesjährige Neujahrskonzert der Stadt Donauwörth kein gewöhnliches werden sollte, wurde den Besuchern bereits bei einem Blick auf die Bühne in der Aula des Gymnasiums klar: Prangten dort doch zwölf Pulte, allesamt mit unterschiedlichen (National-)Flaggen und sogar einer FCB-Fahne geschmückt. Ein Versehen? Nein, es war nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was die Zuhörer gleich erwarten sollte: Zehn Blechbläser, ein Schlagzeuger und ein Dirigent, allesamt Mitglieder der Münchner Philharmoniker, sprengten mit Humor, faszinierender Leichtigkeit und absoluter Souveränität die Schubladen und Grenzen der musikalischen Genres.

Der Kleinste des Ensembles mit dem Namen Blechschaden ist dabei der Größte („nicht jeder Schotte ist ein Highlander, es gibt auch Lowlander“): Bob Ross, der das Horn gegen den Dirigierstab eingetauscht hatte. Der quirlige, vor Energie und Witz sprühende Schotte, setzte bereits bei seiner Kleidung Akzente. Während alle anderen Musiker klassisch im schwarzen Frack auftraten, hatte seiner das typisch schottische Karomuster. Auf seinem Kopf trug er ein leuchtend rotes Käppi der Spielvereinigung Unterhaching, deren bekennender Fan er ist. Mit seinem Temperament, seiner ansteckenden Begeisterung für die Musik und seinem Esprit erreichte er augenblicklich die Zuhörer. Es gab kaum jemanden im Saal, der nicht auf sein Kommando hin an der richtigen Stelle mitstampfte – wie zum Beispiel bei Duke Ellingtons Jazzstandard „Caravan“ – oder auch mitklatschte. Sein Motto des Abends: Unglaublich!

Klassik und Rock im Programm

Keine Stilrichtung, kein Komponist war vor den zwölf Musikern und ihrem musikalischen Konzept sicher. Dabei vereinigten sich technische Souveränität und klangliche Prägnanz mit absoluter Spielfreude und Bühnenpräsenz. Mit spannungsreichen, geschmackvoll gestalteten Arrangements interpretierte das Ensemble bekannte Stücke auf ungewöhnliche Weise, von klassischer Musik über Unterhaltungs- und Rockmusik bis hin zu urwüchsiger Blasmusik. Dabei kam auch die Bühnenshow nicht zu kurz. Zirkusreif war die Nummer „Marching the Blues“, in der Markus Reiner artistisch und unter ganzem Körpereinsatz sein Schlagzeugsolo spielte. Klangliche Höhepunkte waren beispielsweise die wunderbar einfühlsam interpretierte „Moonlight Serenade“ von Glenn Miller, aber auch W. A. Mozarts „Chor der Janitscharen“ und besonders der elegisch, fast meditativ anmutende „Baumkirchner Jodler“ mit anschließend perfekt intoniertem Zwiefachen.

Im Beethovenjahr 2020 durfte natürlich dieser Komponist nicht fehlen. Auch hier hatte das Ensemble eine ureigene Interpretation parat – nach dem Motto „Beethoven meets Tango“ betteten die Musiker das bekannte Motiv aus „Für Elise“ in den markanten charakteristischen Rhythmus des Tangos ein, was zu einem besonderen Hörerlebnis führte.

Als ob dies nicht schon Höhepunkte genug gewesen wären: Als Zugabe intonierten die fünf Trompeter absolut perfekt den „Triumphmarsch“ aus Verdis Aida – allerdings mit langen Gartenschläuchen, an die sie als Schallbecher einen Haushaltstrichter angebracht hatten. Das überaus begeisterte Publikum wurde mit einem griechischen Sirtaki zum Sektempfang der Stadt begleitet.

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