Newsticker
Bundes-Notbremse: Ausgangsbeschränkungen fallen weniger streng aus
  1. Startseite
  2. Lokales (Donauwörth)
  3. Tanzhaus: Es ist nicht nur der günstigere Preis

Kommentar

28.01.2020

Tanzhaus: Es ist nicht nur der günstigere Preis

Nicht nur der Preis rechtfertigt die Sanierung des Tanzhauses, sondern auch seine historische Bedeutung.

An der Tanzhausfrage schieden und erregten sich bisweilen die Gemüter in Donauwörth. Pro oder contra Abriss beziehungsweise Sanierung – es war zuletzt ein bestimmendes Thema nicht nur der Donauwörther Lokalpolitik, sondern bei den Donauwörthern an sich.

Das Gebäude war und ist eben nicht nur ein großer Kasten, als den ihn so mancher Kritiker der Sanierung manchmal sehen wollte. Das Tanzhaus, wie es aktuell dasteht, ist ein Symbol. Alt-OB Alfred Böswald hatte das stets zu Recht angemahnt.

Das Tanzhaus selbst ist zwar ein Bau der 1970er, doch er steht für mehr: für den abgeschlossenen Wiederaufbau der durch den Krieg geschundenen Stadt; es ist schier ein Bild für die Gnade eines Neubeginns nach all den Schrecken der Nazizeit und des Weltenbrandes. Das ist kein Pathos, sondern Geschichte. Zu Böswalds Zeiten hat man in Donauwörth sehr sensibel darauf geachtet, dass das Vorbild des Hauses – und damit die Historie und die Bemühungen der vielen vorangegangenen Generationen vor dem Krieg – ernst genommen und entsprechend gewürdigt werden.

Dieser Ansatz des Bewahrens der Schönheit klassischer Architektur fehlt hingegen in zahlreichen anderen deutschen Städten, in denen seit Jahrzehnten nurmehr gesichts- und geschichtslose Klötze unter dem Deckmantel vermeintlicher und ziemlich kurzlebiger Modernität hingestellt wurden.

In Donauwörth dagegen hatte man sich unter Böswald für eine bewahrenswerte architektonische Tradition entschieden. Auch wenn die Historie, die tiefere Bedeutung, diesmal bei dem Ratsbeschluss nicht offiziell im Fokus stand: Mit der Entscheidung für den Erhalt des Bestehenden hat man den Wiederaufbau nach dem Krieg, an dessen Ende man heuer erinnert, nachhaltig gewürdigt.

Dass der Erhalt und die Verbesserung des Bewährten/Bestehenden nun auch noch wirtschaftlicher und nachhaltiger erscheinen, ist vielsagend und lädt durchaus zu tieferem Nachdenken, auch hinsichtlich anderer Fragen des Lebens, ein.

Lesen Sie hierzu auch: Tanzhaus: Warum saniert und nicht abgerissen wird

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren