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Anschlag in Ägypten

13.06.2015

Tourist aus Donauwörth überlebt Terror am Tempel

Ein Sicherheitsmann vor einigen durch die Detonation beschädigten Geschäften an den Tempelanlagen von Luxor. Dort hat sich ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt.
Bild: Almajid, dpa

Zwei Touristen aus Nordschwaben bekommen hautnah mit, wie sich im ägyptischen Luxor ein Selbstmordattentäter in die Luft sprengt. Sie kamen mit dem Schrecken davon.

Bislang kannte Werner M.* den Terror in der islamischen Welt nur aus dem Fernsehen. Das ist seit Mittwoch anders. Der Donauwörther, der zusammen mit einer Bekannten in Ägypten einen Urlaub verbringt, erlebte aus nächster Nähe das Attentat einer Gruppe von Terroristen nahe Luxor. „Wir hatten einen riesen Schutzengel“, fasst der 33-Jährige die dramatischen Ereignisse zusammen. M. und seine Begleiterin kamen mit Glück mit einem – wenn auch gehörigen – Schrecken davon.

Ausflug nach Luxor

Die Touristen aus Nordschwaben befinden sich seit gut einer Woche im sonnigen Ägypten, genauer gesagt im Badeort Hurghada am Roten Meer. Von dort aus unternahmen sie einen Tagesausflug an den Nil zu den weltbekannten historischen Tempelanlagen bei Luxor. Die achtköpfige Gruppe kam am Vormittag per Bus am Karnak-Tempel an, durchlief die Sicherheitskontrollen und hielt sich im Bereich der großen Säulenhalle auf. Es war 10.15 Uhr, da zuckten die Menschen zusammen: „Es gab einen unsagbar lauten Knall.“

Etwa 150 bis 200 Meter von den Reisenden aus Donauwörth entfernt zündete ein Terrorist einen Sprengstoffgürtel, den er sich umgelegt hatte. Wie M. aus den Medien erfahren hat, war der Mann zusammen mit seinen Komplizen mit einem Auto vorgefahren und wollten auf den Parkplatz an den antiken Stätten gelangen: „Bei der Eingangskontrolle sind sie dann offenbar aufgeflogen.“ Der Selbstmordattentäter rannte dem Vernehmen nach in Richtung Tempel und sprengte sich dann in die Luft.

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Die Touristen sollten sich verstecken

Gleich nach der Explosion seien die Menschen, vor allem das Sicherheitspersonal sehr nervös gewesen. Auch die Schießerei zwischen den Terroristen und der Polizei nahmen M. zufolge die Personen, die sich in der Säulenhalle befanden, wahr: „Polizisten mit gezogenen Schusswaffen gingen in Deckung.“ Die Touristen wurden aufgefordert, sich im Tempel zwischen den Säulen zu verstecken, bis Entwarnung gegeben wird. Als sich die Lage beruhigt hatte, wurden die Besucher aus der Anlage schnell zu den Bussen geleitet: „Es waren unheimlich viel Polizei und Militär präsent.“ Auf dem Vorplatz hätten auch zahlreiche Krankenwagen gestanden.

Was dem Donauwörther auffiel: Überall roch es nach Benzin. Als die Touristen zurück im mehrere hundert Kilometer entfernten Hurghada waren, erfuhren sie nach und nach, was geschehen war. Den Nordschwaben dämmerte, wie viel Glück sie hatten, unversehrt davongekommen zu sein. „Wenn es die Terroristen in den Tempel geschafft hätten, wären wir drangewesen“, glaubt der 33-Jährige. Für Donnerstag hatten er und seine Begleiterin eigentlich eine Quad-Tour durch die Wüste gebucht: „Wir haben das aber abgesagt, denn wir haben nach wie vor ein flaues Gefühl im Magen.“ In Hurghada seien jetzt die Sicherheitskräfte massiv präsent.

Bei dem Anschlag wurden zwei Attentäter getötet, der dritte wurde angeschossen. Auch zwei Polizisten erlitten Verletzungen.

* Name von der Redaktion geändert. 

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