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Landkreis Donau-Ries

14.11.2018

Trockenheit lässt Leitungen platzen

Bild: Alexander Kaya

Versorger registrieren überdurchschnittlich viele Schadensfälle bei Wasserrohren.

Im Wolferstadt-Steinbühl und Rögling gab es kürzlich (wie berichtet) Fälle, in denen wegen eines Rohrbruchs an einer Hauptleitung bei der Wasserversorgung improvisiert werden musste. Eine Umfrage der Donauwörther Zeitung bei den Wasserversorgern hat ergeben, dass es heuer deutlich mehr Rohrbrüche gibt als in anderen Jahren. Ralf Allmannsberger von den Stadtwerken Donauwörth spricht beispielsweise von einem Plus „von zehn bis 15 Prozent“. Eine ähnliche Größenordnung nennt auch Christof Lautner, Werksleiter bei Rieswasser. In seinem Zuständigkeitsbereich waren es bislang etwa 200 Rohrbrüche in diesem Jahr. Das Netz von Rieswasser hat eine Länge von rund 1400 Kilometern.

Ursache dafür könnte auch der sehr trockene Sommer sein, sagen die Fachleute. „Wir vermuten einen Zusammenhang. Weicher Boden federt Spannungen besser ab. Heuer war das Erdreich aber sehr hart und hatte Risse. Dadurch kommt es zum selben Phänomen wie beim Frost im Winter. Erschütterungen werden sehr stark auf die Leitungen übertragen“, erklärt Lautner. Sein Kollege Peter Müller, Wassermeister in Monheim, hatte heuer einen Rohrbruch auf 36 Metern Länge in der Stadt, der aus seiner Sicht wohl auch auf den Sommer zurückzuführen ist. Das 200 Millimeter dicke PVC-Rohr wurde durch ein neues PE-Rohr ersetzt. Dafür wurde eine exterme Firma engagiert, die eine Spülbohrung vorgenommen hat. Mit dieser Methode kann auf der einen Seite nach unten und am anderen Ende wieder nach oben gebohrt werden.

Laut Ralf Allmannsberger von den Stadtwerken Donauwörth, die das Stadtgebiet ohne Wörnitzstein und Schäfstall beliefern, ereigneten sich die meisten Schadensfälle in seinem Zuständigkeitsbereich auf den Grundstücken nahe an Häusern, die häufig noch über alte Gußleitungen versorgt werden, welche die Spannungen nicht so gut aufnehmen können wie die Plastikrohre, die diese im Falle einer Erneuerung ersetzen.

Aufmerksam werden die Wasserversorger üblicherweise auf zwei Wegen auf einen Schaden. Der eine ist, dass sich Betroffene melden, der andere ist, dass sie dank der technischen Möglichkeiten Probleme gemeldet bekommen und dann schnell reagieren können. „Wir haben vor jedem Ort einen Zähler. Nachts liegt die abgenommene Wassermenge üblicherweise bei einem bis drei Kubikmetern. Sind es mehr, bekommen wir eine Fehlermeldung“, so Lautner. So könne die Stelle des Rohrbruchs eingegrenzt werden. Die Suche vor Ort sei trotzdem noch notwendig, ergänzt er.

Alle Betreiber sind dabei, ihr Netz schrittweise zu modernisieren. In Donauwörth wurden heuer beispielsweise unter anderem in der Sallinger Siedlung und dem Stillbergweg Gussleitungen ausgetauscht. Bei der Frage, wo und wann erneuert wird, werde nach drei Kriterien entschieden, so Allmannsberger: Häufigkeit der Schäden in dem Bereich, Alter und Material. Keine Häufung von Rohrbrüchen gab es laut Wassermeister Wolfgang Sitek in Rain. Die Stadt versorgt auch das benachbarte Niederschönenfeld mit.

Im Fall von Steinbühl wurde die Unterbrechung der Wasserversorgung mit einer Notversorgung reagiert. Es sei beschlossen worden, dass die Feuerwehr eine zwei Kilometer lange Schlauchleitung zwischen den beiden Orten verlegt. Um genügend Schläuche zu haben, wurden die Wehren in Wolferstadt, Hagau, Zwerchstraß und Wemding aktiviert, so Bürgermeister Philipp Schlapak. Dies war vor allem deswegen nötig, weil sich dort mehrere landwirtschaftliche Betriebe befinden, die Milchvieh und Schweine halten.

In Rögling gab es gleich zwei Rohrbrüche an einer Hauptleitung. Einer davon konnte zügig repariert werden, der andere aber nicht. Der Grund: Auf der Leitung steht ein Gebäude. Deshalb sind jetzt größere Planungen hinsichtlich der Verlegung der Leitung angelaufen. Gleichzeitig muss die Gemeinde Tagmersheim alternativ mit Trinkwasser von den Monheimern versorgt werden.

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