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Wemding

09.01.2021

Über 30 Jahre im Vorstand der RVB Wemding: Nicht nur die Zahlen zählten

Ende einer Ära bei der Raiffeisen-Volksbank Wemding: (von links) Aufsichtsratsvorsitzender Hermann Rupprecht, Vorstand Bernd Frisch, der langjährige Bankchef Wilhelm Feil und der neue Vorstand Klaus Pelz.
Bild: Alexandra Langer

Plus Wilhelm Feil, Chef der Raiffeisen-Volksbank Wemding, geht nach 32 Jahren im Vorstand der Bank in den Ruhestand.

Bei der Raiffeisen-Volksbank Wemding ist eine Ära zu Ende gegangen. Zum Jahreswechsel verabschiedete sich der Vorstandsvorsitzende Wilhelm Feil in den Ruhestand. Feil war 40 Jahre lang in der Bank beschäftigt, davon 32 Jahre als Vorstand.

An seinen ersten Arbeitstag im Oktober 1980 erinnert sich Feil noch genau. Er war von der Bayerischen Raiffeisenzentralbank aus Nördlingen zur Raiffeisenbank Deiningen-Wemding gekommen. Seine Aufgabe: Sachbearbeiter für Firmenkredite. „Da hatte ich gleich einen Stapel Kreditakten auf dem Schreibtisch“, schildert der 64-Jährige.

12.000 Kunden hat die kleine RVB Wemding heute

Der stieg 1988 in Deiningen zum Vorstand auf – und erlebte in seiner weiteren Karriere einiges. Er war 1998 maßgeblich an der Fusion der Raiffeisenbank Deiningen-Wemding mit der Volksbank Wemding beteiligt. Die sei „nicht ganz einfach“ gewesen. Als die beiden Geldinstitute vereint waren, sei der Aufbau einer gemeinsamen Bank dann aber doch „ganz gut gelungen“.

Wilhelm Feil betont, er habe bei seiner Arbeit nicht nur die Zahlen, sondern immer auch die Menschen im Blick gehabt. Seine Lebensphilosophie laute: „Miteinander, nicht nebeneinander und schon gar nicht gegeneinander.“ Das gute Miteinander habe aus seiner Sicht stets gepflegt werden können – trotz der täglichen Herausforderungen (Feil kritisierte immer wieder auch öffentlich den zunehmenden Bürokratismus) und der Finanzkrise, die auch die heimischen Genossenschaftsbanken zu spüren bekamen. Der Trend hin zu größeren Banken hielt in den vergangenen Jahrzehnten an. Während im Umfeld immer größere Einheiten entstanden, bewahrte sich die Raiffeisen-Volksbank Wemding bis heute ihre Eigenständigkeit. Die Genossenschaftsbank mit ihren rund 12000 Kunden erwirtschaftete 2019 eine Bilanzsumme von rund 314 Millionen Euro, zählt 57 Mitarbeiter und betreibt sieben Geschäftsstellen.

Wie lange kann die Bank eigenständig bleiben?

Neben der Hauptstelle in Wemding und der ebenfalls ganztags besetzten Niederlassung in Deiningen befinden sich die weiteren Filialen in Fessenheim, Huisheim, Otting, Wechingen und Wolferstadt. 2018 betonte Feil, man habe damit im Geschäftsgebiet im Vergleich zu anderen Banken noch immer die größte Zweigstellendichte. Zuvor waren die Filialen in Amerbach und Rudelstetten geschlossen worden.

Für eine Eigenständigkeit sind laut Feil drei Kriterien entscheidend: Eine Bank müsse leistungsfähig sein und ihre Kunden bedienen können, sie müsse betriebswirtschaftlich tragfähig sein und sie müsse über geeignete Mitarbeiter verfügen. All dies sei bei der Raiffeisen-Volksbank Wemding gegeben: „Es war bisher der Fall und es ist auf mittlere Sicht der Fall.“ Freilich wäre es vermessen, zu behaupten, dies bleibe ewig so, merkt Feil an.

Den zeichnete die Stadt Wemding 2018 mit der Bürgermedaille aus – obwohl er im Munninger Ortsteil Laub beheimatet ist. Feil sei ein „wichtiger Impulsgeber und Förderer“ in der Wallfahrtstadt, hieß es damals. Die Verabschiedung in den Ruhestand ging jetzt wegen der Corona-Pandemie im kleinen Kreis über die Bühne: Die Verantwortlichen der Bank würdigten die 40-jährige Laufbahn von Wilhelm Feil und lobten dessen außerordentliches Engagement. Aufsichtsratsvorsitzender Hermann Rupprecht erinnerte vor allem an die erfolgreiche Zusammenführung der beiden Wemdinger Genossenschaftsbanken. Vorstandskollege Bernd Frisch hob die Förderung des Miteinanders durch Feil vor.

Wilhelm Feil bedankte sich bei allen, die seinen Weg wohlwollend begleitet haben, und verabschiedete sich mit den besten Wünschen für die weitere Zukunft der Bank. Mit seiner eigenen Bilanz ist der langjährige Vorstand zufrieden – sowohl beruflich, als auch privat. Er habe 40 Jahre bei der Raiffeisen-Volksbank Wemding gearbeitet und sei seit 40 Jahren verheiratet – „beides habe ich nie bereut“. Die freigewordene Stelle im Vorstand der Raiffeisen-Volksbank Wemding ist seit dem 1. Januar mit Klaus Pelz neu besetzt. Der 49-Jährige stammt aus Munningen. Seine Bankkarriere begann bei der Raiffeisen-Volksbank Ries. Dann war Pelz Vorstand der Raiffeisenbank Wittislingen (Kreis Dillingen), ehe diese mit der Raiffeisen-Volksbank Donauwörth verschmolz. Weiterer Vorstand ist Bernd Frisch. Wer von den Bankmanagern in Wemding den Vorsitz des Vorstands übernimmt, entscheidet der Aufsichtsrat. Die Sitzung findet voraussichtlich Ende Januar oder Anfang Februar statt. (mit pm)

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