Newsticker
Markus Söder appelliert an Bund: Konkretes Konzept für Corona-Schnelltests nötig
  1. Startseite
  2. Lokales (Donauwörth)
  3. Vortrag über Demenz in Wemding

26.01.2019

Vortrag über Demenz in Wemding

Berater gibt Tipps zum Umgang mit der Krankheit

Der Verband Landwirtschaftlicher Fachbildung Donau-Ries (VLF) hat mit dem Vortragsabend „Herausforderung Demenz: verstehen, begreifen, integrieren“ ein Thema aufgegriffen, das viele interessiert. Die Vorsitzende Marianne Weng konnte über 200 Zuhörer zum Vortrag von Demenzberater Markus Proske in Wemding begrüßen, teilt das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Nördlingen in einer Pressemitteilung mit. Der Demenzberater erklärte, was in einem Demenzkranken vorgeht und gab Tipps für pflegende Angehörige.

Laut Proske ist jeder Zehnte über 65 Jahre von Demenz betroffen. Die Gehirnleistung sei gestört, der Verlust von Funktionen schreite stetig fort. Das Kurzzeitgedächtnis lasse nach – die bekannteste Ausprägung von Demenz. Bei den Betroffenen gehe auch das Sprachvermögen zurück, scheinbar alltägliche Dinge wie Schuhe anziehen oder ein Butterbrot schmieren würden zu größten Herausforderungen. „Das Leben ist einfach extremer Stress für Menschen mit Demenz“, sagt Proske. Als Beispiel nannte Proske einen Betroffenen, der sich im Spiegel der Toilette nicht wiedererkenne und sie deshalb für besetzt halte. In der Folge könne er vielleicht deshalb inkontinent werden. In solchen Fällen rät Proske, sich professionell begleiten zu lassen. In der Memoryklinik in Augsburg werde zum Beispiel genau untersucht, ob jemand dement sei. Primäre Demenz, also die Veränderungen im Gehirn selbst, seien nicht heilbar. Jedoch andere Veränderungen im Körper, die Ursache einer sekundären Demenz sind, schon: Mangelerscheinungen, Dehydrierung, Medikamentenmix. Humor ist in seiner Arbeit mit Demenzkranken oft ein guter Zugang, sagt Proske, der auch Humortherapeut ist. Singen, Gedichte rezitieren, Echtheit und Kontakt auf Augenhöhe – so können positive Begegnungen den Betroffenen helfen. Proske kennt jedoch auch die schwierigen, belastenden Seiten der Krankheit und appelliert eindringlich an seine Zuhörer: Wer als pflegender Angehöriger an seine Grenzen stößt, soll sich unbedingt Hilfe holen. (dz)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren