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Warum nicht eine Brücke am Bahnhof prüfen?

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Kommentar Von Thomas Hilgendorf
25.09.2019

Aufgrund der hohen Kosten für den Durchstich schließt sich die Frage an, warum eine Brücke für die Fußgänger oder Radler nicht wenigstens eingängig geprüft wird.

Der sogenannte „Durchstich“ – also eine Personen- und Radfahrerunterführung unter den Bahngleisen – scheint am Donauwörther Bahnhof zweifellos eine recht teure Option zu sein, wenngleich diese Variante für viele sinnvoll wäre. Es geht darum, den Bahnhof endlich direkt mit der Werksfläche von Airbus Helicopters zu verbinden. Mögliche Kosten von bis zu 20 Millionen Euro und mehr kursieren.

Das kann die Stadt Donauwörth nun wirklich nicht aus dem Stand und damit auch nicht alleine schultern. Doch die alte, öfter unter Donauwasser stehende „Eurocopter-Unterführung“ ist in die Jahre gekommen und entspricht nicht mehr den Anforderungen eines 7000-Mitarbeiter-Konzerns, von dessen Wohl und Wehe die Stadt nun mal stark abhängt.

Aufgrund der hohen Kosten für den Durchstich schließt sich die Frage an, warum eine Brücke für die Fußgänger oder Radler nicht wenigstens eingängig geprüft wird.

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Das Argument alleine, ein solcher Überweg würde „vollständig in der Bau- und Unterhaltungslast der Stadt“ liegen, wie die Stadt ihre bisherige Skepsis begründet, ist solange kaum stichhaltig, solange man nichts oder zu wenig über die Kosten eines solchen Bauwerks weiß. Die Vertreter der Bahn, die zuletzt in Donauwörth über das Thema „Bahnhofausbau“ referierten, gaben aber zu verstehen, dass diese Variante wohl deutlich günstiger wäre als der klassische Durchstich. Und: Es gibt Beispiele andernorts, wo jene Brückensysteme in Verbindung mit Aufzügen seit Jahren Realität sind.

Jene Konstruktionen sind eingeglast, sodass Sicherheitsbedenken durchaus minimiert werden könnten. Vielleicht wäre es finanziell lohnenswert, sich mit dieser Möglichkeit intensiv zu beschäftigen. In den vergangenen Jahren hat man sich schon bei weitaus weniger kostenintensiven Projekten mit unabhängigen Gutachten beholfen. Nein sagen kann man dann immer noch, aber sich, wenn überhaupt, nur auf eine Option zu versteifen um am Ende vielleicht ohne jegliche Veränderung dazustehen, wäre vielleicht doch ein wenig kurzsichtig.

Parallel braucht es weiterhin das fortwährende Gespräch mit den Vertretern der Bahn als auch mit Airbus. Denn ob Durchstich oder Brücke: Drei Seiten haben etwas von dem Projekt – die Deutsche Bahn voraussichtlich mehr Kunden, die Stadt Donauwörth eine Entzerrung des Verkehrs und Airbus eine bessere und sicherere Anbindung seiner Mitarbeiter ans Werk.

Die drei Seiten sollten sich enger zusammenschließen in dieser für die Infrastruktur nicht zu vernachlässigenden Sache. Klingt alles logisch – doch das Projekt am Bahnhof scheint ähnlich schwierig zu verhandeln zu sein wie ein Klimakompromiss in der GroKo.

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