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Donauwörth

04.05.2020

Welchen wichtigen Job Ex-Stadtrat Jörg Fischer nun übernimmt

An diesem Ort wird Jörg Fischer weiterhin im Dienst der Stadt und ihrer Bewohner tätig sein: im Haus der Begegnung in der Donauwörther Parkstadt.
Bild: Helmut Bissinger

Plus Jörg Fischer ist nicht mehr Bürgermeister, doch als Quartiersmanager hat er weiterhin eine wichtige Aufgabe in der Parkstadt. Was ihn nach seinem Stadtrats-Ausscheiden bewegt.

Die Situation war angespannt. Die Parkstadt in Donauwörth, im Grunde eine gehobene Wohngegend, drohte zum Pulverfass zu werden. Deutsche aus Russland und Kasachstan waren dorthin gezogen und drohten nach der Einschätzung der Einwohner die Balance aus dem Gleichgewicht zu bringen. Dabei fühlten sich auch die Neuankömmlinge unwohl. Daran erinnert sich noch einer sehr gut, dem es gelang, die Lage zu beruhigen: Jörg Fischer. Seit einigen Tagen ist Fischer nicht mehr Bürgermeister.

Nach 18 Jahren als Zweiter Bürgermeister war er es selbst, der den Abschied einleitete. So gehe er nicht mit Wehmut, aber doch mit Dankbarkeit. Es sei ihm eine Ehre gewesen, den Menschen in Donauwörth dienen zu dürfen, sagt er.

Vom Berufsoffizier zum Bürgermeister

„Soziale Stadt“ nennt sich das Projekt, mit dessen Hilfe Fischer die Kulturen in der Parkstadt zusammengeführt und das gegenseitige Verständnis gefördert hat. Als Berufsoffizier war er aus der Bundeswehr ausgeschieden und sogleich der SPD beigetreten, „ausgerüstet mit einem breiten Fundament an politischer Bildung“. Fischers Interesse an der Politik war während seiner Zeit als Berufssoldat geweckt worden.

Im Jahr 2002 ging es schnell: Fischer wurde in den Stadtrat gewählt und von diesem sogleich auch als Bürgermeister, also Stellvertreter von Oberbürgermeister Armin Neudert. Seither, behaupten nicht wenige, seien die beiden ein gutes Tandem gewesen. Fischer hat seinem OB über viele Jahre den Rücken freigehalten, dafür aber auch ein „Haus der Begegnung“ bekommen. Es sei eminent wichtig, in das entsprechende Förderprogramm zu kommen, blickt er heute zurück. Nichtsdestotrotz musste Jörg Fischer des Öfteren zu nächtlicher Stunde ausrücken und zur Ruhe mahnen.

Fischer will das Verständnis für andere Kulturen wecken

Für die Religion des Islam hat sich der in der damaligen DDR geborene Fischer besonders interessiert, „zunehmend“, wie er sagt. Er hatte erkannt, „dass wir im fairen Miteinander gut leben können“. Das Verständnis für andere Kulturen zu wecken, ist eines seiner Hauptanliegen, weil ihm der Kontakt zu Menschen guttut. Ein klein wenig stolz ist Fischer, dass er sich immer um die Anliegen von Bürgerinnen und Bürger gekümmert habe.

Donauwörth Parkstadt: Jörg Fischer wird künftig Quartiersmanager sein

Dass das Zusammenleben in der Parkstadt mittlerweile problemlos sei, freut Fischer. Er wird auch künftig Quartiersmanager sein, so hat es der Stadtrat entschieden. So wird er wohl auch künftig viele Stunden im Bürgerhaus verbringen. Jetzt heißt es erst einmal abwarten, hat die Corona-Pandemie doch alle Aktivitäten im Haus gestoppt – und das waren viele. Fischer wünscht sich nichts mehr, als dass das Haus wieder belebt wird. Dann wird er auch wieder an der Lehrerakademie in Dillingen die Pädagogen von Klassen mit starker Integrationsprägung unterrichten können. Und dann wird er auch wieder bei der Volkshochschule zu diesem Thema Vorträge halten können. 94 Ethnien leben heute in der Parkstadt, 12,7 Prozent der Einwohner sind Ausländer. „Eine Herausforderung“, weiß Fischer, der er sich aber gerne stelle.

Elvis hat es Fischer angetan

Mit Freude wolle er neue Ideen umsetzen und die anstehenden Aufgaben bewältigen. Wenn dem 72-Jährigen doch einmal alles zu viel wird, legt er eine alte Schellack-Platte auf, um sich eine Elvis-Aufnahme anzuhören.

Apropos Elvis Presley: Der amerikanische Kult-Sänger hatte es bereits dem 16-jährigen Jörg Fischer angetan. Und das ist bis heute so geblieben. Als Schüler gründete er eine Rock’n-Roll-Band und auch jetzt ist er wieder Sänger in einer Rockband. „Fischer and Friends“ sind Jörg Fischer, Michael Zinsmeister, Martin Peter und Ralf Markuse.

Die vier rocken Klassiker der Rolling Stones, Eric Burdon, The Who, The Hollies, Manfred Mann, AC/DC oder Status Quo. Momentan ist nicht einmal eine Probe möglich. Einige Auftrittstermine fielen bereits dem Virus zum Opfer. Umso mehr freut sich Fischer auf die Zeit, „wenn wir wieder richtig rocken dürfen“ – und wenn Fischer mit seinen Freunden wieder das „Gefühl einer ganzen Generation“ aufleben lässt.

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